Der Vater des Handy-Tickets bei der Deutschen Bahn

– 1 Mann, 10 Handys, 1100 km durch Deutschland – Handy-Ticket auf dem Prüfstand.

Als vor zehn Jahren das erste Handy-Ticket der Deutschen Bahn auf den Markt kommt, lässt sich Produktentwickler Thorge Loh auf eine ungewöhnliche Testserie ein. Wir zeigen Ihnen auf welche.
2006. Die MMS war gerade neu und das iPhone noch nicht erfunden, als das Handy-Ticket das Bahnreisen revolutioniert. Bevor es auf den Markt kommt, prüft sein Entwickler Thorge Loh die Innovation auf Herz und Nieren – und vor allem auf den Lichteinfall. Um sicherzustellen, dass der neue Barcode auch auf allen gängigen Handymodellen vom Scanner gelesen werden kann, setzt Loh sich in den Zug und fährt quer durch Deutschland. Im Gepäck: zehn verschiedene Handys.

Das Handy-Ticket im Praxistest

Die Testserie startet am Bahnhof in Frankfurt am Main. Ausgerüstet mit den damaligen Top-Handymodellen wie dem Sony Ericsson T730 oder dem Nokia E65, Ladekabel und einem 6er-Stecker steigt Thorge Loh in den ICE 3 nach Köln. Er legt alle zehn Geräte nebeneinander, ruft die Handy-Tickets darauf auf und versucht sie einzuscannen.

„Ich musste einfach ausprobieren, welcher Winkel der richtige ist und ein Gefühl dafür bekommen“, erklärt der Produktentwickler. Die Displays haben 2006 noch keine anhaltende Hintergrundbeleuchtung und werden bereits nach ein paar Sekunden wieder dunkel. Loh tippt also während des Tests immer wieder auf die Handys, als würde er auf ihnen Klavier spielen. Mit Erfolg: Am Ende ist ein leicht schräger 70-Grad-Winkel genau die richtige Position zum Scannen. Den gleichen Vorgang wiederholt Thorge Loh im ICE 2 von Köln nach Hannover und anschließend im ICE 1 auf dem Weg zurück nach Frankfurt. So prüft er die Lichtverhältnisse in allen damaligen Fernverkehrsmodellen der Deutschen Bahn, einmal im Großraumwagen, einmal im Abteilwagen und kann den Zugbegleitern später genau erklären, wie sie ihren neuen Scanner halten müssen. Seine Ergebnisse stehen auch zehn Jahre später noch in der Bedienungsanleitung – er selbst gilt längst als Vater des Handy-Tickets bei der Deutschen Bahn.

Ein paar sitzt im Zug und schaut auf ein Tablet.
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Wie funktioniert das Handy-Ticket?

Jedes Handy-Ticket hat einen eigenen Barcode, den Sie sich wie eine Schatzkiste vorstellen können. Hier sind alle Informationen zur gebuchten Fahrt sowie ein Echtheitszertifikat enthalten. Mit dem Scanner liest man die Informationen, mit einem Schlüssel „schließt“ der Zugbegleiter die Kiste auf, prüft ob alles richtig ist und zeigt die Daten auf dem Kontrollgerät an. Zur Einführung 2006 enthalten die Barcodes kleine Kurzzeitzertifikate, die per MMS verschickt werden und deren größte Herausforderung es war, auf die vielen verschiedenen Handys zu passen. Heute enthält ein Handy-Ticket den identischen Barcode, den es auf dem Online-Ticket aufgedruckt gibt und der direkt in der App DB Navigator angezeigt wird.

Das Video zum Jubiläum

Der Drucker streikt, nichts geht mehr – und das ausgerechnet in den ungünstigsten Momenten. Der Kampf Mensch gegen Drucker endet in den meisten Fällen in purer Verzweiflung. 10 Jahre DB Handy-Ticket, denn nichts ist so einfach wie papierloses Reisen.