Digitalisierung – so entstehen neue Ideen bei der Bahn

Im Kreativ-Labor DB mindbox wird mit Start-ups und Entwicklern zusammengearbeitet.

Schneller, flexibler und zuverlässiger – das ist das Leitmotto der Initiative Infrastruktur 4.0. Mit Hochdruck arbeitet die Deutsche Bahn in mehr als 250 Projekten an der Digitalisierung ihrer Produkte und Services. Dabei ganz wichtig: Nicht nur eigene Unternehmens-Ideen, sondern auch Impulse und Vorschläge von „außen“ zulassen. Denn nur so entsteht etwas wirklich Neues!

Um diesem Ansatz eine Heimat zu geben, wurde in den letzten Monaten im Berliner S-Bahnhof Jannowitzbrücke fleißig umgebaut: Die DB mindbox ist nun der „DB-Hotspot“ für Start-ups, Entwickler und innovationsfreudige Fachbereiche der DB.

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DB mindbox
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In der Start-up-Metropole Berlin ist am S-Bahnhof Jannowitzbrücke auf 700 Quadratmetern das Zentrum von Infrastruktur 4.0 entstanden, die DB mindbox.

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Wie aus den umgebauten S-Bahnbögen, die schon mal eine Sportsbar und eine Disco beherbergten, jetzt die Digitalisierung bei der Bahn vorangebracht wird, erzählt uns Sebastian Sooth aus dem Team der DB mindbox im Interview.

Was ist die DB mindbox?

Wir sorgen dafür, dass gute Ideen sehr schnell ausprobiert werden. Sebastian Sooth, Start-up-Manager der DB mindbox

Die DB mindbox ist der Ort für die Digitalisierungsinitiative Infrastruktur 4.0 der Deutschen Bahn. Sie  funktioniert wie eine Art Drehscheibe, die Start-ups, Kreative oder Entwickler aus der Open Data-Szene durch verschiedene Events und Programme anlockt und mit ihnen zusammenarbeitet.

In der DB mindbox stehen 700 Quadratmeter zur Verfügung. Mitten in Berlin, im S-Bahnhof Jannowitzbrücke. Oben fahren S-Bahnen und andere Züge, vor den Fenster fahren Schiffe, unten rumpelt die U-Bahn, vor den Türen tost der Verkehr. Es ist kein klassisches Bahn-Büro, sondern eine Plattform, um gemeinsam mit Start-ups Ideen für die Zukunft der Deutschen Bahn zu entwickeln und umzusetzen. Hier gibt es Coworking-Räume (Anm. d. Red.: Hier erfahren Sie, was Coworking ist), Veranstaltungsflächen, eine große Terrasse und vieles mehr.

Was ist euer Ziel?

Wir tragen neue Ansätze, Ideen und Lösungen von außen in das Unternehmen hinein, arbeiten anders und setzen so die Ideen schneller um, als man es bisher gewohnt war. Dabei kann man auch mal scheitern – das ist sogar gewollt. Denn nur so lernt man. Unser Motto ist: Wir sorgen dafür, dass gute Ideen sehr schnell ausprobiert werden. Wenn das gelingt, soll die Deutsche Bahn davon profitieren.

Und wie genau funktioniert das?

In der DB mindbox führen wir drei Kernprogramme durch. Zum einen unseren DB Accelerator, ein Start-up-Unterstützungsprogramm. Hier arbeiten wir sehr eng mit Start-ups und den operativen Bereichen der DB zusammen. Die Ideen und Lösungsvorschläge der Start-ups werden diskutiert und bei Interesse entwickeln wir gemeinsam einen Prototyp für den Einsatz bei der Deutschen Bahn. Dieser wird dann, wenn er sich als sinnvoll und realistisch erweist, zum Testen und späteren Umsetzen in den jeweiligen Fachbereich der Bahn weitergegeben. Die Start-ups bekommen von uns dafür drei Monate lang einen Büroraum, wir betreuen die Teams und zahlen denjenigen, deren Ideen am besten ankommen, noch 25.000 Euro.

Außerdem haben wir noch das Programm DB Challenge. Hier werden Herausforderungen aus unseren Fachbereichen als Aufgabe gestellt und wir rufen dazu auf, sich bei uns mit möglichst innovativen aber realistischen Lösungsideen zu bewerben und dann mit der Umsetzung zu begeistern. Dafür gibt’s auch ein Preisgeld, das die Teams mit den besten Ansätzen gewinnen.

Im Sinne von Open Data stellen wir auch Daten zur Verfügung und veranstalten Hackathons sowie Wettbewerbe. Anhand dieser Daten möchten wir Anwendungen entwickeln lassen, die den Kunden und uns einen Mehrwert bieten.

Wie lange dauert es von der Idee bis zur Umsetzung?

Bei dem Start-up-Unterstützungsprogramm wollen wir, dass innerhalb von drei Monaten ein Prototyp entwickelt wird. Durch die Prototypen stellen wir fest, ob sich der Ansatz für die Deutsche Bahn eignet. Wir versuchen, die Fragen zu beantworten: Wie kann man das umsetzen? Und wann ist eine Lösung im Betrieb einsetzbar? Bestimmte Apps zu integrieren, das geht relativ schnell. Aber Ideen, die an vielen tausend Kilometern unseres Schienennetzes eingesetzt werden sollen, haben natürlich andere Vorlauf-, Test-  und Genehmigungszeiten.

Welche Projekte wurden dadurch schon angeschoben?

Viele. Zwei der  Start-ups, die aktuell an ihren Prototypen arbeiten, verbessern ganz konkret das Reisen mit der Bahn. Siut beschäftigt sich damit, Beton zum Leuchten zu bringen. Das ist nicht nur zum Anschauen schön, sondern hat auch praktische Gründe. Warnungen und Signale sind so am Bahnhof besser zu sehen und können Reisende lenken. Das Start-up eMio hat einen Ausleihservice von Elektrorollern umgesetzt und wir schauen nun, inwieweit sie mit der Deutschen Bahn kooperieren und das Angebot von DB Fuhrpark als Anbieter von Flinkster und Call a Bike zusammenarbeiten können.

Aus der ersten Zusammenarbeit mit Start-ups im letzten Jahr arbeiten zwei Teams weiter eng mit Fachbereichen der DB zusammen. Senvisys hat einen Sensor entwickelt, der, wie ein Ohr an der Schiene, herannahende Züge und auch nicht erwünschte Dinge auf dem Gleis erkennt – und das mit viel weniger Aufwand als heute. KONUX hat ein  System zur Überwachung der Gleislage an Weichen aufgebaut. Das wird nun zur Marktreife gebracht.

Welche Highlights gibt’s 2016 in der DB mindbox?

Im Rahmen unserer Open Data-Aktivitäten haben wir schon einen ersten Schritt gemacht und werden unser Bekenntnis zu Open Data auch weiter bekräftigen. Deshalb werden wir im nächsten Schritt Fahrplandaten auf der Plattform data.deutschebahn.com externen Entwicklern zur Verfügung stellen. Sie können dann diese Daten frei nutzen und komplett neue Anwendungen entwickeln, ohne uns dazu um Erlaubnis bitten zu müssen. Wir erwarten, dass dadurch neue Anwendungen entstehen, die ganz individuelle Reisebedürfnisse erfüllen können und Reisende unterwegs noch besser oder schneller unterstützen. Ein Beispiel: Das Start-up Naturtrip arbeitet schon mit offenen Daten des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg und entwickelte einen Dienst, in dem man Ziele suchen kann, die man innerhalb einer vorgegebenen Zeit mit dem ÖPNV erreichen kann.

Außerdem wird es im Frühjahr verschiedene DB Challenges geben, die sich mit Themen beschäftigen, die unseren Kunden wichtig sind.

Hier geht es direkt zur DB mindbox.

Über den Interview-Partner

Sbeastian Sooth DB mindboxSebastian Sooth arbeitet seit November 2015 in der DB mindbox. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen unterstützt er Start-ups und Entwickler, die mit der DB zusammenarbeiten wollen. Im DB Open Data-Team bringt er Bahner und Experten aus der Open Data-Community zusammen, damit aus offenen Daten der Deutschen Bahn innovative Anwendungen für Reisende entstehen. Seine Erfahrungen rund um Coworking, Wikipedia, Start-ups und Digitalprojekte sind dafür gute Zutaten.


Was ist der Unterschied zum Innovationslabor d.lab?

Das d.lab und die DB mindbox ergänzen sich. Das d.lab in Frankfurt beschäftigt sich thematisch mit dem Bereich Personenverkehr und bietet die Instrumente an, um Bahn-Kollegen bei der Generierung und Weiterentwicklung von eigenen Ideen zu unterstützen. Mit der DB mindbox in Berlin sucht man die Ideen und Lösungskonzepte außerhalb der Deutschen Bahn, besonders für den Bereich Bahn-Infrastruktur. Sie steht für Co-Innovation und Coworking.

Weitere Beiträge zum d.lab:

 

So funktioniert ein Bahnübergang

Wenn der Zug das Signal zum Schließen der Bahnschranken auslöst.

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enn Sie im Zug sitzen, nehmen Sie wohl kaum Notiz von ihnen und im Grunde soll das auch genau so sein. Die Rede ist von Bahnübergängen. An rund 19.423 Stellen in Deutschland sorgen sie dafür, dass die Begegnung von Zug- und Straßenverkehr reibungslos verläuft. An besonders verkehrsreichen Kreuzungspunkten werden sie zusätzlich mit sogenannten Bahnübergangssicherungsanlagen (Büsa) betrieben. Am Beispiel einer zuggesteuerten Sicherungsanlage veranschaulicht unsere Infografik, wie das in der Praxis funktioniert.

Der Zug sichert über ein Signal den Bahnübergang

Es gibt verschiedene Arten von Sicherungsanlagen für Bahnübergänge. Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen signalgesteuerten und zuggesteuerten. Erstere ist mit einem Stellwerk verbunden und wird von dort bedient. Bei der zuggesteuerten wird durch das Befahren des sogenannten Einschaltabschnitts vor dem Bahnübergang ein Signal ausgelöst, das die Schranken schließt und die Lichtzeichen auf „Rot“ umspringen lässt. Ob die Sicherung erfolgt ist, wird dem Lokführer einen Kilometer vorher durch ein weißes Standlicht-Signal angezeigt. Dieser Vorlauf ist wichtig, um den Zug rechtzeitig abbremsen zu können, wenn das Signal ausbleibt. Kurz nach dem Passieren gibt der Zug den Bahnübergang automatisch wieder frei, in dem er den Ausschaltabschnitt befährt.

Die DB-Reiseauskunft
In unserer Reiseauskunft finden Sie alle aktuellen Zug- und IC Bus-Verbindungen sowie die Preise für In- und Ausland.
Zur DB Reiseauskunft

So funktioniert der Streckenagent per Whatsapp

Die 3-Schritte-Anleitung für den Störungshelfer in Nordrhein-Westfalen

Sie pendeln regelmäßig mit dem Zug? Und wissen gerne, was auf Ihrer Strecke los ist? Dann ist der Streckenagent per Whatsapp genau die richtige Wahl. Dieser informiert in Nordrhein-Westfalen kostenlos und in Echtzeit über Störungen auf Ihrer ausgewählten Route. So bekommen Sie auch unterwegs auf Ihr Smartphone alle Hintergrund-Auskünfte über Ausmaß und Dauer der Störungen und erfahren, welche Reisealternativen es für Sie gibt.

Da der Streckenagent per Whatsapp Teil eines Pilotprojektes ist, wird er zunächst nur in Nordrhein-Westfalen angeboten.

So funktioniert der Streckenagent per Whatsapp:

1. Registrierung

Webseite Streckenagent per Whatsapp

Gehen Sie auf www.bahn.de/streckenagent-nrw. Dort sehen Sie ein Anmeldefenster. Wählen Sie nun die gewünschte Strecke sowie den Benachrichtigungszeitraum (Montag bis Freitag oder täglich) aus und geben Sie Ihre Mobilfunknummer an. Der Streckenagent per Whatsapp informiert stets von 6 bis 22 Uhr.

2. Kontakt anlegen

Streckenagent per Whatsapp

Nun wird Ihnen eine Rufnummer angezeigt. Speichern Sie diese unter „Streckenagent NRW“ sowie dem Streckennamen in Ihren Kontakten.

3. Aktivierung

Streckenagent per Whatsapp

Schicken Sie an diese Rufnummer eine Whatsapp-Nachricht mit einem beliebigen Text. Nach einigen Minuten erhalten Sie zwei blaue Häkchen. Innerhalb einer Stunde wird die Freischaltung des Streckenagenten mit einer Begrüßungsnachricht bestätigt. Und schon geht es los!

Einfache Bedienung per Smartphone

Fahren Sie in den Urlaub und möchten den Streckenagenten pausieren lassen? Dann schicken Sie ganz einfach eine Whatsapp-Nachricht mit dem Text „Stop“, wollen Sie ihn wieder aktivieren „Start“. Mit „Alle Daten löschen“ melden Sie sich komplett von unserem Störungshelfer ab.

Infos über den Zug: DB Navigator oder Reiseauskunft

Auch auf Twitter unter Regio_NRW werden Sie über die aktuelle Betriebslage in Nordrhein-Westfalen auf dem Laufenden gehalten.

Wichtig zu wissen: Einzelne zugbezogene Informationen, wie Verspätungen oder Ausfälle, erhalten Sie nicht über den Streckenagenten. Sondern weiterhin in der Reiseauskunft der Bahn oder über den Verspätungs-Alarm des DB Navigators.

Als Kunde die Zukunft der Bahn mitgestalten

Im Interview mit Martin Böschen, dem Gewinner des Ideenschmiede-Wettbewerbs.

Nicht alleine im stillen Kämmerlein – sondern gemeinsam mit den Menschen, die tagtäglich im Zug sitzen, möchte die Deutsche Bahn in Zukunft an neuen, digitalen Produkten arbeiten. Deshalb gab es im letzten Jahr in der Ideenschmiede den Wettbewerb zu dem Thema „Reisebegleiter der Zukunft“. Aus den über 650 Vorschlägen wurden drei Gewinner gekürt. Martin Böschen aus Oldenburg ist einer der Glücklichen, der nicht nur eine BahnCard 100 bekam, sondern auch im d.lab zu den sogenannten Co-Creation Days eingeladen wurde, um mit einem Team seine Idee weiterzuentwickeln. 
d.lab-Team mit Gewinner Martin Böschen

Gewinner Martin Böschen (r.) beim Ideen sammeln mit dem Team des d.labs

Lieber Martin, mit welcher Idee bist du an den Start gegangen?

Ich hatte drei Vorschläge eingereicht. Während des Schreibens habe ich dann aber gemerkt, dass die Idee mit dem „Reiseführer“ schon die beste ist. Meine Frage war: Was sehe ich während der Zugfahrt, wenn ich aus dem Fenster schaue? Ich wünsche mir dafür eine Art digitalen Reiseführer, der mir besondere Orte oder Sehenswürdigkeiten erklärt.

Weil du jemand bist, der immer aus dem Fenster guckt? 

Ja, das interessiert mich. Ich bin auch jemand, der sich gerne Karten anschaut. Geo-Caching finde ich zum Beispiel auch spannend.

Und so kam es dann auch zu der Idee?

Die hatte ich bereits vor drei Jahren. Da ging es gerade los, dass man mit Smartphones seinen Standort bestimmen und navigieren konnte. Damals bin ich oft dieselbe Strecke mit dem Zug gefahren und kannte schon viele Dinge, die ich sehe. Aber eben nicht alle und begann deswegen, die Sehenswürdigkeiten, Gebäude oder Flüsse umständlich über Google zu suchen.

...wie flexibel, wie bunt das hier ist und wie wild Ideen eingestreut werden dürfen. Bahn-Kunde und Ideengeber Martin Böschen

Wie haben dir die Co-Creation Days im d.lab gefallen?

Das war sehr cool. Mir war nicht klar, dass da so viel dahinter steckt. Dass da jetzt wirklich 15 Leute mitarbeiten, diskutieren und testen, das hätte ich nie erwartet. Das hat mich wirklich positiv überrascht.

Was war die größte Überraschung?

Die Geschwindigkeit! Dass in einer Woche wirklich so viel entsteht, hätte ich mir nicht vorstellen können. Das hat mich sehr beeindruckt. Auch wie flexibel, wie bunt das hier ist und wie wild Ideen eingestreut werden dürfen.

Hat sich dein Bild der Bahn gewandelt?

Ja, schon. Ich habe die Bahn für verstaubter gehalten, hier scheint ja doch eine ganze Menge möglich zu sein. Im Lab wird wirklich sehr an der Zukunft gearbeitet. Ich weiß natürlich nicht, wie sich das auf das ganze Unternehmen auswirkt.

Aus deiner Idee wurden drei Vorschläge entwickelt.  Ein Kinderquiz, ein Erlebnispaket am Zielort und eine App, die die Sehenswürdigkeiten während der Fahrt beschreibt. Wie zufrieden bist du damit?

Schön finde ich, dass meine Ursprungs-Idee in allen dreien noch erkennbar ist. Ich bin ja selbst mit dem d.lab-Team an den Bahnhof gegangen, mit dem Zug gefahren und habe Kunden befragt. Und musste dann auch feststellen, dass nicht alle Reisenden so ticken wie ich. Wir haben im Team auch schnell verstanden, was beim Kunden geht und was eher nicht so gewünscht ist und haben darauf herumgedacht. Ich hoffe, dass jetzt Ergebnisse rausgekommen sind, die auch umgesetzt werden können.

 

Sichtlich stolz: Ideengeber Martin Böschen zeigt die ersten aufgezeichneten Vorschläge

Sichtlich stolz: Ideengeber Martin Böschen zeigt die ersten skizzierten Vorschläge

Und wie geht´s dir mit deinem Gewinn, der BahnCard 100?

Super! Beim ersten Mal Vorzeigen habe ich mich sehr gefreut. Ein Jahr Freiheit! Ich überlege jetzt schon anders. Welche Freunde könnte ich mal abklappern und wenn der VFB Oldenburg in die 3. Liga aufsteigt, wird das für mich auch noch einmal interessant.

Über den Ideengeber

Martin Böschen lebt und arbeitet in Oldenburg. Nicht nur beruflich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Offis Institut für Informatik, sondern auch privat forscht und tüftelt der Mathematiker gern. Er ist einer der drei Gewinner des großen Kunden-Wettbewerbs der Ideenschmiede zum Thema: "Reisebegleiter der Zukunft".

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

 

Reisebegleiter der Zukunft: Im Bahn-Labor werden Kunden-Ideen weiterentwickelt

So werden die Gewinner-Vorschläge der DB Ideenschmiede jetzt Wirklichkeit.

Wie muss für Sie der Reisebegleiter der Zukunft aussehen? Mit dieser Frage wurde im letzten Jahr in der Ideenschmiede zu einem Wettbewerb aufgerufen. Mit großem Erfolg! Rund 650 Ideen, mehr als 800 Kommentare und knapp 23.000 Besucher wurden gezählt. Die zahlreichen User und eine Fachjury kürten drei Sieger, die mit einer BahnCard 100 belohnt wurden.

Die erste Gewinner-Idee wurde nun im DB Innovationslabor d.lab in Frankfurt am Main zu den sogenannten Co-Creation Days von einem Team aus 15 Kreativen weiterentwickelt.

Impressionen der ersten Co-Creation Days
Alle Bilder anzeigen

Neue Denkanstöße am Bahnhof und im Zug

Sieger Martin Böschen aus Oldenburg fragte sich: „Was sehe ich durch das Zugfenster?“  und wünschte sich dafür einen unterhaltsamen und lehrreichen Reisebegleiter. Eine Idee, die nicht nur die Community der Ideenschmiede, sondern auch die Fachjury überzeugte. Doch wie finden das die Kunden? Und wie kann so ein Reisebegleiter aussehen?

„Ich hätte nie gedacht, dass bei der Bahn so kreativ und schnell an der Zukunft gearbeitet wird.“ Bahn-Kunde und Ideengeber Martin Böschen

Insgesamt drei Tage lang tüftelte das d.lab-Team und Mitarbeiter des ICE Portals während der Co-Creation Days gemeinsam mit Martin an diesen Antworten und ersten Prototypen. Natürlich nicht ohne unerwartete Schwierigkeiten. „Bei einer Umfrage im Zug und am Hauptbahnhof kam heraus, dass die Kunden während der Fahrt gar nicht so häufig aus dem Fenster gucken“, so Julian Fordon, Designer im d.lab. „Also änderten wir wieder ein wenig die Richtung unserer Idee.“

d.lab: Immer wieder testen, diskutieren und basteln

Die Köpfe rauchten: Bis spät in den Abend wurde diskutiert, Ideen gesammelt, wieder verworfen und erste Prototypen skizziert. Am Ende entstanden drei Vorschläge: Ein Kinderquiz, ein Erlebnispaket am Zielort und eine App, die die Sehenswürdigkeiten während der Fahrt beschreibt.

„Ich finde alle drei toll“, so Ideengeber Martin Böschen. „Die Co-Creation Days waren für mich eh einmalig. Ich hätte nie gedacht, dass bei der Bahn so kreativ und schnell an der Zukunft gearbeitet wird.“  Auch DB-Chef Rüdiger Grube zeigte sich begeistert von den Projekten, die am Ende aus Martins Ideen entstanden sind. „Die Devise lautet ‘von Kunden für Kunden’ und das wurde hier hervorragend umgesetzt.“

Welche der Kunden-Ideen wird realisiert?

In den nächsten Wochen finden noch zwei weitere Durchgänge der Co-Creation Days statt, bei denen wieder ein Gewinner gemeinsam mit dem d.lab-Team seine Idee genauer untersucht. „Im Investment-Pitch wird schließlich entschieden, welche der Gewinner-Ideen tatsächlich umgesetzt wird“, so Sebastian von Plotho, Product Owner im d.lab.

Das sind die drei Gewinner-Ideen

  • ein „Reiseführer“ im Zug, mit dem beim Blick aus dem Fenster das „Vorbeiziehende“ in einer kurzweiligen Form spielerisch erklärt wird
  • die Möglichkeit, Ansagen am Bahnhof auf mobilen Endgeräten live mitzuhören und mitzulesen
  • eine App, mit der sich Essen, Getränke und Zeitungen per Smartphone direkt an den Sitzplatz bestellen lassen

Sie und wir dürfen also gespannt bleiben, welche neue, tolle Erfindung Sie bald am Bahnhof oder im Zug erwarten wird.

Weitere Beiträge zur Zukunft des Zugverkehrs

 

Update der Redaktion, 4. März 2016:

Niklas Asche aus Leipzig ist der 2. Gewinner des Ideenschmiede-Wettbewerbs. Sein Vorschlag: Eine digitaler Service, mit dem man Ansagen am Bahnhof auf mobilen Endgeräten live mithören und -lesen kann. Nach drei Tagen intensiver Arbeit im d.lab wurden diese Ideen vorgestellt: ein Team von Service-Mitarbeitern direkt am Bahnsteig, bunte Wegweiser auf dem Fußboden, eine App, die Reisende durch den Bahnhof direkt in den Zug navigiert sowie eine Weiterentwicklung des DB Navigators.

Der dritte Ideengeber Oliver Krüger wollte eine App, mit der sich Essen, Getränke und Zeitungen per Smartphone direkt an den Sitzplatz bestellen lässt. Gemeinsam mit dem Team des d.labs entwickelte er drei Ideen: eine Verpflegungsbox, die man beim direkt Ticketkauf bestellen kann, eine App, mit der man am Platz seine gewünschten Snacks ordert sowie eine App, mit der man sich mit anderen Reisenden über aktuelle Menüs, Snacks usw. austauschen kann.

Update der Redaktion, 18. März 2016

Mit insgesamt 10 Ideen ging das Team des d.labs sowie DB-Mitarbeiter in den sogenannten Pitch. Dabei traten sie in kleinen Gruppen wie bei einem Wettbewerb gegeneinander an und präsentierten innerhalb von wenigen Minuten vor einer 4-köpfigen Jury ihre Visionen. Am Ende des Tages wurde folgender Sieger gekürt: Der digitale Reiseführer, der aus dem Vorschlag von Kunde Martin Böschen entwickelt wurde. Dieser soll nun bis 2018 als Teil des ICE-Portals umgesetzt werden. Sie können ihn also in Zukunft selbst erleben!
Aber auch die anderen Ideen werden nun nicht weggeworfen, sondern zum Teil weiterentwickelt.