So funktioniert die Klimaanlage in den Zügen

Infografik: Wir erklären wie die Kaltdampf-Klimaanlage arbeitet.

Während in älteren Waggons offene Fenster für erfrischenden Fahrtwind sorgen, übernimmt das bei neuen Baureihen eine Klimaanlage. Im Fernverkehr sind knapp 3.400 Klimaanlagen im Einsatz. Welches Klimaanlagen-Modell in einem Zug verbaut ist, hängt von der Baureihe ab. Eine der häufigsten Modelle ist die Kaltdampf-Klimaanlage, welche in den meisten ICE-und IC-Zügen verbaut ist.

Die Kaltdampf-Klimaanalage

In der Anlage zirkuliert ein Kältemittel durch die geschlossenen Röhren. Je nach Druck und Temperatur ist es flüssig oder gasförmig. Wenn das Kältemittel von einem in den anderen Zustand übergeht, gibt es Energie ab oder nimmt sie auf. Diesen Effekt nutzt die Anlage zum Kühlen der Innenräume im Zug.

Infografik: So funktioniert die Klimaanlage.

  1. Der Verdampfer: Die warme Luft aus dem Innenraum strömt durch den Verdampfer. Das flüssige Kältemittel verdampft und kühlt so die Luft ab. Das Gebläse verteilt anschließend die kühle Luft wieder im Innenraum.
  2. Der Kompressor saugt den entstandenen warmen Kältemittel-Dampf ein und erhöht den Druck sowie die Temperatur des Kältemittels im Inneren des Kompressors wieder.
  3. Der Verflüssiger nutzt die Außenluft, um den Kältemittel-Dampf abzukühlen. Aus dem Dampf wird wieder flüssiges Kältemittel.
  4. Der Hochdruckwächter verhindert einen Anstieg des Drucks in den kritischen Bereich.
  5. Das Expansionsventil kühlt das Kältemittel wieder stark ab, indem es den Druck reduziert. Das kalte Kältemittel fließt wieder in den Verdampfer.

Jeder Wagen besitzt eine eigene Kaltdampf-Klimaanlage. Diese befindet sich in der Regel in der Mitte des Wagens, oben an der Decke. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Kühlung des gesamten Wagens.

Die Klimaanlage befindet sich in jedem Wagen unter der Decke.

Wussten Sie schon? Die Klimaanlage im Innenraum des ICE4 ist mit zwei unabhängigen Kreisläufen konstruiert. Bei Störungen oder Ausfall eines Kreislaufes arbeitet der andere weiter.

Die Kaltdampf-Klimaanlage ist auf Außentemperaturen bis zu 45 °C ausgelegt. Die Innentemperatur orientiert sich dabei an der Außentemperatur. Bei niedrigen Temperaturen unter 19 °C beträgt die Innentemperatur beispielsweise 22 °C. Bei steigenden Außentemperaturen bis 35 °C steigt die Temperatur im Innenraum auf angenehme 27 °C an, damit der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen beim Einsteigen nicht als unangenehm empfunden wird.

Warum fallen die Anlagen manchmal aus?

Auch unsere Klimaanlagen kommen bei dauerhaft hohen Außentemperaturen mal ins Schwitzen und funktionieren nicht so, wie sie sollen. Die Gründe können so vielfältig sein, wie bei einem defekten Smartphone. Möglicherweise ist die Stromzufuhr blockiert oder ein Filter verstopft. Oder der Verflüssiger saugt die Außenluft nicht mehr richtig an.

Eine schnelle Reparatur ist oft schwierig. Die Züge sind meist voll besetzt und in Bewegung. Erst, wenn der Zug abgestellt wird, ist im Werk eine genaue Inspektion möglich.

Im Falle eines Ausfalls werden Sie deshalb frühzeitig in einen anderen Wagen umgesetzt.

Instandhaltung der Klimaanlage

Um einen Ausfall zu vermeiden, finden regelmäßig verschiedene Wartungsprogramme statt:

Jedes Jahr führen wir beispielsweise bei den Zügen die sogenannte „Sommerfestmachung“ durch. Dabei reinigen wir die Klimaanlagen und tauschen Filter, Kältemittel oder verschlissene Bauteile aus. Das Bordpersonal erhält eine spezielle Schulung für die Bedienung der Anlagen.

2016 startete die Maßnahme RESET. In wenigen Tagen werden dabei alle ICE-Züge auf Vordermann gebracht. Neben den Klimaanlagen gehört dazu beispielsweise auch die Innenausstattung wie Sitze, Gepäckablagen oder die Kaffeemaschinen. Wie genau das Projekt abläuft und was dabei alles passiert, erklären wir in unserem Beitrag.

 

 

Tests zu neuen Technologien

Im Fernverkehr:

Derzeit prüfen wir alternative umweltfreundliche Systeme. In dem 2015 gestarteten Projekt arbeiten die DB Fernverkehr AG gemeinsam mit dem Umweltbundesamt und Liebherr an der Weiterentwicklung der bereits im ICE 3 zum Einsatz kommenden Kaltluft-Technologie. Der Unterschied zur Kaltdampf-Klimaanlage: Die Kaltluft-Klimaanlage kühlt mit Luft anstelle von Kältemittel. Das Projekt wird 2018 abgeschlossen und liefert wichtige Ergebnisse zur Leistungsfähigkeit, dem Energieverbrauch und der Effizienz.

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Im Regionalverkehr:

Die Erzgebirgsbahn testet im Moment gemeinsam mit den Projektpartnern TU Chemnitz, TU Dresden und dem Fraunhofer Institut Dresden den sogenannten Eco Train. Der moderne Zug besitzt unter anderem eine neue Klimaanlage mit Wärmepumpe auf CO2-Basis.

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ICE 4: Das neue Bordbistro und Bordrestaurant

Vier Punkte zum neuen gastronomischen Service im ICE 4.

Seit Oktober 2016 fährt der ICE 4 im Testbetrieb auf der Strecke zwischen Hamburg und München. Heute stellen wir das neue Bordbistro und Bordrestaurant im Detail vor. Was hat sich im Vergleich zu anderen Baureihen geändert und was steckt hinter der Theke im Bordbistro? Wir haben für Sie vorgekostet.

Was bieten das Bordbistro und Bordrestaurant im ICE 4?

Das neugestaltete Bordrestaurant bietet 22 Plätze und das Bordbistro überrascht mit neuem Theken-Design. Das bedeutet für Sie: gewohnte gastronomische Qualität im Fernverkehr. Zusätzlich wurden im Bordrestaurant neue 18,5 Zoll große Monitore installiert auf denen man in Echtzeit über Anschlüsse, Änderungen und Haltestationen informiert wird.

Welche Vorteile bietet das neue Bordrestaurant?

Im ICE 4 werden 22 Plätze im Restaurant angeboten. Ergänzend dazu gibt es im Restaurant eine Kunden-Garderobe sowie auf dem Fußboden eine kleine Abstellfläche für Ihr Gepäck. Die Holzverkleidungen an den Wänden und an der Decke wird wärmer und heller, wohingegen die Sitzbezüge einen deutlich dunkleren Rotton erhalten.

Welche Vorteile bietet das neue Bistro mit der Theke?

Im angeschlossenen Stehbistro servieren die Gastronomen kleine Snacks. Auch Rollstuhlfahrer können das Bistro ohne Probleme erreichen und finden hier eine niedrige, ausklappbare Tischfläche. Die neue Theke im Bistro ist mit großzügigen Vitrinen gestaltet.

Wer das Bistro betritt, dem fällt direkt der neue Thekenbereich mit der runden Vitrine sowie einer zusätzlichen Hochvitrine auf. Insbesondere die runde Verkaufsvitrine ist prägend für das neue Design und soll Ihnen die Möglichkeit geben, die Produkte vor der Auswahl zu sehen. Beide Vitrinen sind gekühlt. Das gastronomische Angebot wird zusätzlich über einen Monitor anzeigt.

Illustration vom DB Mehrwegbecher
Kennen Sie schon unseren DB-Mehrwegbecher? Helfen Sie dabei die Umwelt zu schützen und holen Sie sich Ihren eigenen Mehrwegbecher im Bordbistro oder im Bahnshop.
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Welche Ausstattung steht dem Bordpersonal zur Verfügung?

In der Küche sind erstmals alle neuen Gastronomie-Geräte zusammen eingebaut. Der ICE 4 ist somit der erste Zug, in welchem nur die neuen Modelle von Kaffeemaschinen etc. zum Einsatz kommen. Zusätzlich gibt es eine zweite Mikrowelle, um die Kapazitäten im Bistro zu erhöhen.

Wie finden Sie das neue Bordbistro und Bordrestaurant im ICE 4. Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare!

Alles frisch: Belieferung für das Bordrestaurant

So funktioniert die Logistik unserer Bordgastronomie.

Kaffee, Salat und frisches Baguette. Das sind nur einige der Speisen und Getränke, die im Bordbistro oder Bordrestaurant auf der Karte stehen. Ein ausgefeiltes System sorgt dafür, dass selbst nach der Bestellung eines reisenden Fanclubs noch genug für andere Fahrgäste übrig bleibt.

Jeder Zug startet mit einer gewissen Grundbeladung an Lebensmitteln. Diese orientiert sich unter anderem an der Baureihe eines Zuges und der damit zusammenhängenden Staukapazität.

Die wichtigste Regel für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bordservice: den Warenbestand im Blick haben – Strichlisten, Schätzungen aus dem Bauch und von Hand ausgefüllte Bestellscheine waren früher. Heute läuft das in Echtzeit über eine Datenkasse, die mit dem zentralen Warenwirtschaftssystem der Logistik verbunden ist.

Belieferung Bordrestaurant Mitarbeiterin im Lager

Die Einkaufsliste des Zuges in guten Händen.

A-Artikel haben Vorfahrt

Speisen oder Getränke, die zur Neige gehen, müssen nachgeliefert werden. Dazu unterscheidet die Bordgastronomie zwischen A-, B- und C-Artikeln. A-Artikel sind besonders wichtig. Dazu gehören beispielsweise Salat oder Kaffee. Geht ein solches Produkt aus, lohnt sich sogar die Anlieferung eines einzigen Artikels.

Für B-Waren hingegen ist die Nachlieferung erst dann angezeigt, wenn mindestens ein weiterer B-Artikel oder ein A-Artikel fehlen. Ersatz für C-Artikel kommt grundsätzlich nur zusammen mit anderen A- oder B-Artikeln.

ICE 4 Bordbistro

Das neue Bordbistro im ICE 4.

Automatische Nachlieferung

Wie funktioniert das mit dem Nachschub, wenn ein ICE 4 mit 200 km/h durchs Land eilt und nur an einigen Bahnhöfen hält? Das Zauberwort heißt: Automatisierung bzw. automatische Nachlieferung. Sobald der Bestand eines Produktes eine festgelegte Menge erreicht, die sogenannte Meldeschwelle, stößt das System eine Nachlieferung an und informiert die nächstgelegene Logistik auf der Strecke.

Die Zugchefinnen und Zugchefs erfahren über den RIS-Communicator, an welchem Bahnhof die Nachlieferung stattfindet. Der RIS-Communicator ist ein mobiles Gerät, das alle aktuellen Daten und Reiseinformationen zur jeweiligen Fahrt sendet und der Kommunikation dient.

Die Boardgastronomie der Deutschen Bahn
Kaffee, ein Snack oder ein Menü? Freuen Sie sich auf das abwechslungsreiche Angebot von Bistro und Bordrestaurant.  
Zur Bordgastronomie

Im Lager: die Zeit läuft

Beim Lagerteam geht die Bestellung des nächsten Zuges über den Belademonitor ein – dann tickt die Uhr: denn die Vorlaufzeit beträgt nur etwa eine Stunde. Mit dem Handscanner arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozusagen die Einkaufsliste des Zuges ab und bringen die Bestellung direkt zum Gleis.

Ein Beispiel: Der Zug startet in München – Zielbahnhof ist Hamburg. In Fulda ist der Kaffeebestand bereits auf eine kritische Marke gesunken. Das bedeutet: Dringender Bedarf, da es sich um einen A-Artikel handelt. Der nächste Bahnhof ist Kassel-Wilhelmshöhe.

Gibt es dort eine Logistik, kann der Zug ab Kassel mit ausreichend Kaffee weiterfahren – ansonsten ab dem nächsten Logistik-Bahnhof entlang der Strecke. Wäre in Fulda allerdings nur ein B-Artikel knapp, würde die Logistik in Kassel-Wilhelmshöhe nicht informiert werden.

Belieferung Bordrestaurant am Bahnsteig

Die Bestellung kommt zum Zug.

Insgesamt elf Logistik-Lager unterhält die Deutsche Bahn, in der Regel an den wichtigen Verkehrsknotenpunkten – eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass täglich 1.300 Züge mit einem Bordrestaurant in Deutschland unterwegs sind. In der Logistik in Köln lagern beispielsweise ca. 600 Produkte auf 3.500 Quadratmetern.

Ein Blick in die Zukunft

Und wie sieht die Zukunft aus? In ersten Tests erstellen Algorithmen Prognosen und ermitteln den individuellen Bedarf eines Zuges im Voraus, beispielsweise für verschiedene Wochentage, ausgewählte Zeitslots oder die Nachfrage nach bestimmten Artikeln zwischen definierten Haltepunkten.

Das Ziel: eine proaktive Nachbeladung des Zuges für eine lückenlose gastronomische Versorgung während Ihrer Reise.

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