Der kleine ICE – auch Kinder lieben Züge

Eine Entstehungsgeschichte oder wie alles begann ...

Pro Jahr fahren rund 5,5 Millionen Kinder mit dem Fernverkehr der Deutschen Bahn. Vieeeel zu viele Kinder, die sich auf langen Zugfahrten langweilen könnten. Und damit das gar nicht erst so weit kommt, hat die Bahn im Jahr 2012 den kleinen ICE erfunden. Wir haben mit unserer Kollegin Cornelia Gaumann über den kleinen Bahn-Charakter und das Kinderkonzept der Deutschen Bahn gesprochen.

Der Kleiner ICE

Nicht nur bei reisenden Kindern beliebt: der kleine ICE

Cornelia, warum hat die Deutsche Bahn den kleinen ICE für Kinder erschaffen?

Wir wollten den vielen reisenden Kindern noch zusätzlich zum DB Kindermagazin „LeseLok“ etwas bieten. Kinder sind seit jeher von Zügen fasziniert, da kam uns die Idee, unsere Züge in kleine Persönlichkeiten zu verwandeln, mit denen man interagieren und spielen kann.

Das hat extrem viel Spaß gemacht. Die Idee hat einfach geprickelt! Cornelia Gaumann

Serien wie „Chuggington“ oder „Thomas die Lokomotive“ stehen bei Kindern ja aus demselben Grund ganz hoch im Kurs. Mit ein bisschen Fantasie und scharfem Blick erkennt man, dass die alle bereits ein Gesicht haben. Wir haben das noch stärker herausgearbeitet.

Und warum habt ihr euch für einen ICE entschieden?

In Gesprächen hat sich gezeigt, dass der ICE bei Kindern einfach am beliebtesten ist. Er ist super schnell, sieht modern aus und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Der Illustrator Joscha Sauer hat uns damals erste Entwürfe eines kleinen ICE skizziert. Und um diesen kleinen ICE haben wir dann ein Kinderkonzept gestrickt. Wir haben überlegt, was Kindern unterwegs Spaß machen könnte. Uns kamen Comics in den Sinn, eine Spielfigur, eine Kinder-App, ein Kritzelbuch, Sammelkarten, eine Snackbox und vieles mehr.

Kleiner ICE - Erste Skizze

Erste Skizzen von Illustrator Joscha Sauer ("Nicht lustig")

Und dann ging es direkt los mit der Umsetzung?

Ja, wir konnten die Kollegen und Vorgesetzten mit unserer Begeisterung anstecken. Das war toll, wir durften einfach loslegen!

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Was hat dabei am meisten Spaß gemacht?

Die Entwicklung der Spielfigur war besonders spannend. Die Modellbaufirma Fakehouse hat mithilfe der ersten Skizzen drei unterschiedliche 3D-Skulpturen hergestellt. Die mussten nicht in erster Linie uns gefallen, sondern den Kindern. Um da sicher sein zu können, haben wir die handgeschnitzten und bemalten Züge von einer Kinder-Jury bewerten lassen. Die Kids waren sich einig, dass keiner der drei richtig cool war. Der erste ICE sah nicht schnell genug aus, der zweite zu langweilig und der dritte viel zu niedlich. Dieses Feedback war enorm wichtig. Dadurch haben wir viel genauer gewusst, worauf es ankommt und kamen unserer Spielfigur ein ganzes Stück näher.

Kleiner ICE - 3D-Skulpturen

Diese handgefertigten 3D-Skulpturen wurden von einer Kinder-Jury bewertet

Wer denkt sich denn die Geschichten um den kleinen ICE aus?

Die Comics, die in der „LeseLok“ und auf der Website des kleinen ICE veröffentlicht werden, schreibt Joscha Sauer gemeinsam mit Haiko Hörnig. Sie entwickeln auch die Ideen für die Geschichten. Hauptillustrator und Zeichner der Comics ist Sascha Wüstefeld, der es schafft, ihm unglaublich viel Mimik und Charakter zu geben.

Kleiner ICE - Comic

Hauptillustrator und Zeichner der Comics ist Sascha Wüstefeld

Wie waren die Reaktionen der Kinder, als ihr den kleinen ICE eingeführt habt?

Die Kinder, Eltern und Großeltern haben den kleinen ICE von Anfang an ins Herz geschlossen. Aber nicht nur die! Auch die Zugbegleiter waren glücklich, dass sie nun etwas zum Verschenken dabei hatten und mit Kinderfahrkarte, Spielfigur, Kritzelbuch und „LeseLok“ den Familien an Bord eine Freude machen konnten.

Gibt es auch ein Leben außerhalb der Zugfahrten für den kleinen ICE?

Klar, und zwar ganz anders als man denkt. Er wandert nicht nur in die Kinderzimmer, wie uns die vielen Zusendungen von Fans zeigen. Eine Mama hatte auf Wunsch ihrer Tochter zu Fasching ein „Kleiner ICE“-Kostüm genäht. Eine andere Familie schickte uns ein Foto von einem selbstgebauten Kinderbett im Look des kleinen ICE. Das macht uns natürlich sehr glücklich! Bei Bahn-Kollegen ist der kleine ICE übrigens auch beliebt. Die stecken gern den Kopf in mein Büro und fragen nach den neuesten Spielfiguren für ihre Kinder.

Es gibt also mehr Spielfiguren als nur den kleinen ICE?

Ja, wir stellen neu entwickelte Charaktere zuerst in den Comics vor und lassen die meisten später als Spielfigur produzieren. Denn irgendwann kamen Eltern auf uns zu, die erzählten, sie hätten nun bereits den dritten kleinen ICE zu Hause und würden sich über Abwechslung freuen. Momentan gibt es neben dem kleinen ICE Benni IC Bus, Nick Nachtzug, Robbi Regio, Ida IC, Günni Güterzug, Opa Adler und Simsala SUM. Im Bordbistro erhalten Kinder eine Figur kostenlos pro Fahrt, natürlich nur solange der Vorrat reicht. Im Bahnshop sind die Figuren ebenfalls für jedermann erhältlich. Wir möchten unsere Spielfigurenparade gerne in den kommenden Jahren auf möglichst viele Fahrzeuge der Deutschen Bahn ausweiten.

Kleiner ICE - Nachtzug Skulptur

Nach und nach entstehen neue Spielfiguren wie Nick Nachtzug und Benni IC Bus

Benni, Nick und Ida? Sag mal, warum hat der kleine ICE eigentlich keinen Namen?

Wir haben damals lange gesucht Aber es war super schwierig, einen schönen Namen mit „I“ zu finden. Aus alternativen Ideen wählten wir drei Favoriten: ICEy, Cito und Mobi. Doch die scheiterten an der Kinder-Jury. Keiner der Namen passte wirklich zu unserem ICE-Charakter. Also beschlossen wir ganz pragmatisch, ihn weiterhin „Der kleine ICE“ zu nennen. Daran gefiel uns vor allem der Gedanke, dass die großen ICE ja ebenfalls Namen haben und somit jedes Kind seinem ICE einen eigenen Namen geben kann.

Worauf können sich kleine ICE-Fans denn in Zukunft freuen?

Auf viele neue Comics und auch Video-Clips mit dem kleinen ICE und seinen Freunden. Und auf neue Spielfiguren zum Sammeln und Spielen, auf neue Fan-Artikel im Bahnshop – und auf die eine oder andere Überraschung an Bord und natürlich auf der Seite des kleinen ICE

Kleiner ICE - Socken

Cornelia Gaumann mit "Der kleine ICE"-Socken, die man auch als Handpuppen benutzen kann (demnächst im Bahnshop)

Der kleine ICE im Zug

Der kleine ICEDen kleinen ICE und seine Freunde gibt's für Kinder kostenlos im Zug - einfach im Bordbistro an der Kasse nachfragen!

Übrigens: Kinder unter 6 Jahren reisen immer kostenlos mit der Deutschen Bahn. Kinder unter 15 Jahren fahren kostenlos in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern, wenn sie beim Kauf auf der Fahrkarte eingetragen werden. Weitere Infos zum Familienrabatt auf bahn.de 

 

[Aktualisierung 27.08.2020: Spielfigur Simsala SUM ergänzt.]

Wann darf ein ICE eigentlich abfahren?

Wir erklären den Prozess der Zugabfertigung.

Wenn der Zugchef, bzw. die Zugchefin pfeift, heißt es schnell einsteigen und die Türen schließen. Dann kann der Zug losfahren. Bevor es jedoch soweit ist, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Zusammengefasst wird das unter dem Begriff „Zugabfertigung“. Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat und wie ein Zug „abgefertigt wird“.

Zugchef und Praxistrainer Benjamin Livoreka im Interview*

Wer ist alles an der Zugabfertigung am Bahnhof/Bahnsteig beteiligt?

Welcher Mitarbeiter hat das Wort und ist verantwortlich? Auf einem ICE arbeiten eine Vielzahl an Mitarbeitern, die für den Service und die Sicherheit der Fahrgäste verantwortlich sind. Der Lokführer alleine kann den Zug nicht abfertigen. Hierfür ist der Zugchef verantwortlich.

Die Zugbetreuer (umgangssprachlich auch Schaffner genannt) unterstützen ihn dabei. Unterscheiden kann man den Zugchef vom Zugbetreuer anhand eines roten Zugführerärmelstreifens, den er am rechten Unterarm trägt. An sich tragen alle Zugbegleiter aber die gleiche Unternehmensbekleidung.

ICE steht am Bahnsteig in Leipzig Hauptbahnhof und wartet auf Ausfahrt

Welche sind die einzelnen Schritte im Abfertigungsprozess und welcher Mitarbeiter ist für was zuständig?

Der Zugchef bedient eine Ansage am Bahnhof, die den Gästen sagt, dass der Zug in Kürze abfährt. Eine halbe Minute vor der eigentlichen Abfahrtzeit gibt er einen Achtungspfiff und schließt alle Türen am Zug per Schalter. Die Zugbetreuer schauen nun, dass alle Gäste sicher eingestiegen sind. Sie heben dann ihre orangefarbene Zugbegleitermeldescheibe zum Zugchef und steigen ein.

Der Zugchef selbst gibt, nachdem er die Fertigmeldungen der Zugbetreuer aufgenommen hat, als verantwortlicher Mitarbeiter ein Signal an den Lokführer, dass der Zug abfahren darf. Auf Bahnhöfen mit besonders hohem Verkehrsaufkommen, wie Köln, Hamburg oder Stuttgart gibt es noch zusätzlich eine örtliche Aufsicht (erkennbar an der roten Mütze), die dem Zugchef einige Aufgaben abnimmt, vor allem wenn er den gesamten Zug nicht selbst einsehen kann.

Wann beginnt die Zugabfertigung?

Der Abfertigungsprozess beginnt ca. 45 Sekunden vor der eigentlichen Abfahrtzeit. Es ist also wichtig, dass alle Fahrgäste rechtzeitig, samt ihres Gepäcks, eingestiegen sind. Dafür stehen Servicemitarbeiter und Zugbegleiter am Bahnsteig, um den Gästen beim Einsteigen und der Orientierung zu helfen.

ICE steht in Leipzig am Bahnsteig

Gibt es einen Unterschied bei der Zugabfertigung zwischen Regionalzug und Fernverkehrszug?

Züge des Regionalverkehrs sind häufig mit einer hochmodernen Technik ausgerüstet, die dem Lokführer erlaubt, den Zug alleine abzufertigen. Hier kann es also sein, dass die Türen sich nicht mehr öffnen lassen, obwohl kein Zugbegleiter gepfiffen hat. Fernverkehrszüge verfügen heutzutage auch über diverse Sicherungseinrichtungen, die aber nur unterstützend wirken.

Wegen der besonderen Länge und des hohen Fahrgastaufkommens ist hier zusätzliches Zugbegleitpersonal an Bord. Das steckt also hinter der Zugabfertigung. Vielleicht erkennen Sie bei Ihrer nächsten Zugfahrt den Zugchef und können verstehen, was der Mitarbeiter gerade macht.

 

Haben Sie schon einmal einen der Punkte der Zugabfertigung wahrgenommen? Wenn nicht, achten Sie doch gerne bei der nächsten Bahnreise einmal drauf.

*Im Interview wurden von den Interviewpartnern die männlichen Berufsbezeichnungen verwendet. Bei der Bahn sind aber selbstverständlich alle Personen willkommen – egal, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen.

DB Navigator: Tickets für 10 Verkehrsverbünde verfügbar

Angebot erreicht 54,7 Millionen Menschen.

In Deutschland leben knapp 82 Millionen Menschen, 65 Millionen davon in Verkehrsverbünden. Um so viele Menschen wie möglich von Tür zu Tür zu bringen, entwickeln wir die App DB Navigator immer weiter. Neben Tickets für den Fernverkehr bietet die App auch Verbundtickets an. Diese sind für Bus, S-, U- oder Straßenbahnen sowie Regionalbahnen im jeweiligen Verbund gültig.

Verkehrsverbünde im DB Navigator

Mit dem „WestfalenTarif“ haben wir im August 2017 bereits den 10. Verbund integriert. Zu den 10 Verbünden gehören auch zwei der bevölkerungsstärksten Verbünde in Deutschland: der „Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)“ und der „Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB)“ Das Ergebnis: Mit dem aktuellen Verbundangebot werden über 37 Millionen Menschen erreicht. Das sind mehr als die Hälfte der 65 Millionen Menschen in Deutschland, die in Verkehrsverbünden leben. Keine andere App bietet ein so umfangreiches Ticketangebot im Nahverkehr und das Angebot wird kontinuierlich erweitert.

Tickets für insgesamt 10 Verbünde sind im Moment im DB Navigator verfügbar. Das Angebot erreicht über 37 Millionen Menschen.

So sieht es bereits 2018 aus:

Knapp ein Jahr später haben wir bereits mehr als doppelt so viele Verbünde im DB Navigator integriert. Welche das sind sehen Sie in unserer aktualisierten Grafik:

Infografik, die zeigt, welche Verbünde im August 2018 integriert sind.

Wir haben mit Sandra Gruber, Projektleiterin bei der DB Vertrieb GmbH, über die Herausforderungen bei der Integration der Verbünde gesprochen und einen Blick in die Zukunft geworfen:

1. Was ist die größte Herausforderung bei der Integration der Verkehrsverbünde?
Ein wesentlicher Anspruch an den DB Navigator ist, dass die App einfach zu bedienen und übersichtlich ist. Durch die unterschiedlichen Tarifstrukturen der Verkehrsverbünde ist das eine ziemliche Herausforderung. Wir stellen Preise und Ticketinformation einheitlich dar, damit Nutzer diese Unterschiede nicht spüren und auf einen Blick erkennen, welches Ticket sie für ihre Fahrt benötigen.

2. Welche Vorteile hat der Reisende durch den Verkauf von Verbundtickets im DB Navigator?
Für Reisende ist es angenehm, alle Tickets in einer App buchen zu können – egal ob sie im Fern- oder Nahverkehr unterwegs sind. Das ist unser Ziel und wir sind auf einem guten Weg dahin, denn der DB Navigator ist die App mit den meisten integrierten Verkehrsverbünden in Deutschland.

3. Wie geht es weiter mit der Digitalisierung der Verkehrsverbünde?
Wir integrieren kontinuierlich weitere Verkehrsverbünde in die App, um ein noch größeres Angebot zu schaffen. Künftig sollen im DB Navigator außerdem noch mehr Ticketarten erhältlich sein, zum Beispiel auch Mehrfahrtenkarten. Unsere Kunden haben unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse und wir sorgen dafür, dass immer das passende Ticket in der App zur Verfügung steht.

 

[Aktualisierung 01.08.2018: Neue Grafik integriert]0