Baumaßnahmen der Bahn: So kommen die Informationen zu Ihnen

Das geschieht hinter den Kulissen bei der Abstimmung von Baumaßnahmen.

Sie kennen ihn bestimmt: mit seinem gelben Schutzhelm und dem vielen Werkzeug kündigt er Baumaßnahmen an und informiert über Fahrplanänderungen – Max Maulwurf. Doch bevor er Sie über alle Details informieren kann, findet ein langjähriger Planungs- und Abstimmungsprozess statt. Bei umfangreichen Baumaßnahmen sind das teilweise mehr als zwei Jahre. Doch was passiert in dieser Zeit?

Die Abstimmung von Großbaustellen beginnt bereits lange vor dem Fahrplanwechsel.

Rund zwei Jahre vor Fahrplanwechsel – Anmeldung der Baumaßnahme

Bei der DB Netz AG, Infrastruktur-Betreiber der Schienenwege, kümmern sich spezielle Abteilungen um die Planung, Finanzierung und Umsetzung von Baumaßnahmen. Innerhalb der Projekte meldet der Projektleiter die erforderlichen Baumaßnahmen rechtzeitig vor Baubeginn bei der Baubetriebsplanung an. Das geschieht in Form eines „Steckbriefs“ mit den wichtigsten Eckdaten zur Baumaßnahme. Darin steht beispielsweise ob und wie lange ein Gleisabschnitt voraussichtlich gesperrt werden muss.

Wichtig sind diese Informationen für die Erarbeitung von Anpassungen im Fahrplan. Aus diesem Grund geht die Baubetriebsplanung auf die Fahrplan-Experten zu und gibt eine Empfehlung ab, wann gebaut werden sollte. Diese prüfen anschließend die Auswirkungen der eingeschränkten Infrastruktur auf Fahrplandetails, die Pünktlichkeit der Züge und nehmen Wirtschaftlichkeitsaspekte unter die Lupe.

17 Monate vor Fahrplanwechsel: Abstimmung mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen

Zu diesem Zeitpunkt werden die Auswirkungen auf den Fahrplan mit allen Beteiligten abgestimmt. Dazu gehören z.B. die betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU). Bisher merken Sie als Fahrgast nichts, aber die Planungen laufen bereits auf Hochtouren.

Der Abstimmungsprozess beginnt. Folgende Punkte werden dabei berücksichtigt:

  • Die Verfügbarkeit benötigter Technologien für bestimmte Bauverfahren
  • Gegenseitige Beeinträchtigung von Baumaßnahmen
  • Vorschläge für die zeitliche Lage und Dauer
  • Wünsche für alternative Umleitungswege oder Betriebsverfahren

Es wird z.B. festgelegt, ob bei Tag oder bei Nacht gebaut wird und ob eine Teil- oder Vollsperrung sinnvoller ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Es werden so viele Baumaßnahmen wie möglich gebündelt.

Dabei konzentrieren sich die Experten auch darauf, die Einschränkungen, auch im Hinblick auf Ferien, Feiertage oder große Veranstaltungen so gering wie möglich zu halten.

Neun bis fünf Monate vor Fahrplanwechsel: Erstellung des neuen Fahrplankonzepts

Sind alle Details zur Baumaßnahme und dem Bauverfahren geklärt, erstellen die Fahrplan-Experten ein neues Fahrplankonzept. Dieses Konzept wird einige Monate vor dem Fahrplanwechsel mit den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen abgestimmt. Grundlage für die Abstimmung ist die sogenannte „Kundeninformation Großbaumaßnahmen“ (KiGbau). Die KiGbau beinhaltet auch die vorgesehenen Fahrplankonzepte. Dazu zählen umgeleitete Züge, Halteausfälle, Ersatzhalte, Fahrtzeitänderungen oder auch Ausfälle einzelner Züge.

Information der Reisenden

Die abgestimmten neuen Fahrzeiten bei Großbaumaßnahmen werden rechtzeitig vor Fahrplanwechsel im Dezember veröffentlicht. Für diese sowie für weitere, unterjährig abgestimmte Baumaßnahmen, sehen Sie bereits bei Ihrer Buchung die geänderten Fahrtzeiten in der Reiseauskunft auf bahn.de und im DB Navigator.

Auch Max Maulwurf kann nun seiner Aufgabe nachgehen und Sie am Bahnhof und in den Zügen über Baumaßnahmen informieren. Zudem werden Pressemitteilungen veröffentlicht, Anzeigen geschaltet und Flyer ausgelegt. Dabei nutzen wir sämtliche Kanäle, um Sie so umfangreich wie möglich über die geplanten Baumaßnahmen zu informieren. Für einige Großprojekte gibt es eigene Infozentren, in denen Sie sich über das Projekt und die geplanten Maßnahmen ausführlich informieren können.

Diese Großbaumaßnahmen stehen 2019 an

Immer ein Ohr an der Schiene: Fiber Optic Sensing

So funktioniert die Glasfasertechnik, die Schallwellen sichtbar macht.

„Wegen Gegenständen im Gleis ist die Strecke vorübergehend gesperrt.” Diese Meldung wird in Zukunft immer seltener zu hören sein, denn nach einer längeren Testphase von 2014 bis Mitte 2018 setzt die Deutsche Bahn nun auf ausgewählten Strecken ein faseroptisches Sensorsystem, das Fiber Optic Sensing, ein. Mit dessen Hilfe können Tiere im Gleis, Hangrutsch oder Kabeldiebstahl schneller entdeckt werden – um die Sicherheit und Qualität des Bahnbetriebes weiter zu verbessern.

Was ist Fiber Optic Sensing?

Glasfaserkabel sorgen für eine schnelle Übertragung von Daten, beispielsweise bei Internetleitungen. Die Öl- und Gasindustrie verwendet sie als Lichtwellenleiter schon länger zur Überwachung entlegener Pipelines. Eine ähnliche Einsatzmöglichkeit verfolgt die Deutsche Bahn. Glasfaserkabel liegen bereits entlang der Hälfte der Gleise und dienen als Kommunikationsleitungen für Leit- und Sicherungstechnik. Mit Fiber Optic Sensing kann die Bahn Glasfaserkabel auch zur verbesserten Überwachung und Instandhaltung des Schienennetzes nutzen.

Wie funktioniert Fiber Optic Sensing?

Das faseroptische Sensorsystem funktioniert wie ein Radar: Ausgesandte Lichtimpulse werden durch äußere Einwirkungen teilreflektiert. Diese Reflexionen lassen sich registrieren und interpretieren – die Bahn hat so quasi immer ein Ohr an der Schiene!

Mithilfe von Fiber Optic Sensing werden Gegenstände im Gleis rechtzeitig erkannt.

Mithilfe von Fiber Optic Sensing werden Gegenstände im Gleis rechtzeitig erkannt.

1Einwirkung: Ein vorbeifahrender Zug, Menschen, Tiere oder Gegenstände im Gleis, sogenannte akustische Quellen, lösen Schallwellen aus. Diese verursachen Mikrobiegungen des Lichtwellenleiters und damit charakteristische Reflexionen der ausgesandten Lichtimpulse.

2Übertragung: Durch das Senden von Lichtimpulsen und das Messen der Reflexion im Glasfaserkabel werden die Schallwellen für die Auswertung sichtbar gemacht.

3Auswertung: Eine spezielle Software vergleicht permanent eingehende Akustikdaten mit bekannten digitalen Fingerabdrücken und gibt in Echtzeit Auskunft über die aktuelle Geräuschquelle. Spezielle Filter helfen dabei, Typ, Position und Zeitpunkt zu bestimmen.

Nach dem Stand der aktuellen Technik kann mit einer Fiber Optic Sensing Anlage ein Bereich von 40 Kilometern überwacht werden. Ereignisse werden bis auf +- fünf Meter genau angezeigt.

Wo kommt die Technik zum Einsatz?

2014 wurde für eine erste Studie ein 33 Kilometer langes Testfeld auf der Strecke Fulda-Würzburg eingerichtet. Seit Dezember 2016 stehen fest installierte faseroptische Sensorsysteme an drei Standorten. Hier hat die Deutsche Bahn verschiedene Anwendungsszenarien getestet: In Berlin Wannsee wurde auf einer 13 km langen S-Bahnstrecke die zuverlässige Ortung von Kabeldiebstählen weiterentwickelt. Entlang der rechten Rheinstrecke standen Hangrutsch, Steinschlag und Flachstellen an Rädern von lauten Güterzügen im Vordergrund. Auf der Schnellfahrstrecke VDE 8.2 wurde die Position der Züge in Echtzeit verfolgt und der Oberbau überwacht (Gleisbetts und der Gleise).

Mitte 2018 wurden die Vorprojekte an diesen drei Standorten erfolgreich abgeschlossen. Im Westen Deutschlands und im Großraum Berlin wird Fiber Optic Sensing nun insbesondere mit Fokus auf die Ortung von Kabeldiebstahl im laufenden Betrieb erprobt. Daneben kooperiert die Bahn auf nationaler und internationaler Ebene mit Bahnbetreibern sowie Wissenschaftlichen Instituten, um den Mehrwert von Fiber Optic Sensing möglichst umfassend auszuschöpfen.

 

[Aktualisierung am 25.02.2019: Nach der Mitte 2018 abgeschlossenen Testphase wird Fiber Optic Sensing an drei Standorten im laufenden Betrieb erprobt.]

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