50 Jahre: Die wichtigsten Meilensteine der Intercity-Geschichte

Zum 50. Geburtstag die Meilensteine des Intercity entdecken.

In 2021 feiern wir neben 30 Jahre ICE auch 50 Jahre Intercity. Unser Intercity hat in seinen 50 Jahren so einiges erlebt und durchgemacht. Wir haben für Sie die Meilensteine der Intercity-Geschichte zusammengestellt und die Highlights hervorgehoben. Tauchen Sie ein in eine Zeitreise.

1971 – die Sternstunde des Intercitys

Bpmz-Wagen - Intercity 1979

26. September 1971: Die Geburtsstunde des Intercitys. Bereits damals wurde der Intercity mit lokbespannten Zügen gefahren. Die anfangs rein erstklassigen Züge verkehrten auf vier Intercity-Linien im damals neu eingeführten Taktverkehr im Fernverkehr. Alle zwei Stunden mit festen Systemhalten und bahnsteiggleichen Anschlüssen an fünf Korrespondenzbahnhöfen, an welchen die Züge bis zu zehn Minuten im Verspätungsfall auf einen Anschlusszug warteten. Die Fahrpläne waren recht eng, aber attraktiv gestrickt. 1972 mussten sie jedoch teilweise im Sinne einer besseren Pünktlichkeit angepasst werden. Die DB konnte so gegenüber dem Auto und Flugzeug den Wettbewerb attraktiver gestalten und neue Kund:innen gewinnen. So nahm die Zahl der Reisenden in den ersten drei Monaten nach Einführung des Intercity um 40 Prozent zu.

Gebildet wurden die Züge in den Anfangsjahren aus vorwiegend klimatisierten Abteilwagen der 1. Klasse sowie Speisewagen aus dem Bestand der vorherigen F-Züge und der parallel verkehrenden europäischen TEE-Fernzüge.

1979 – „Jede Stunde, jede Klasse“

„Jede Stunde, jede Klasse“ – Kein Slogan prägt die Geschichte des damaligen Spitzenprodukts Intercitys mehr als dieser. Er geht mit dem Konzept IC 79 einher und stand für die Taktverdichtung von einem Zweistundentakt auf einen Stundentakt sowie der Einführung der 2. Klasse in allen Intercity-Zügen.

Ausgang der Entscheidung, künftig auch in allen Zügen Reisezugwagen der 2. Wagenklasse mitzuführen, war nach einem schnellen Erfolg des Intercity-Netz auch die zugleich recht zügig stagnierende Fahrgastzahlen mit rücklaufenden Geschäftsergebnissen. So begrenzte die erste Klasse den Kundenkreis und das Marktpotenzial war nicht ausgeschöpft. Zunächst als Pilot ab 1976 auf der Linie nach Bremen und ab 1978 zwischen Hamburg und Köln, fuhren ab dem 27. Mai 1979 alle Intercity-Züge jede Stunde mit beiden Wagenklassen. Somit standen fortan den Fahrgästen der 1. Klasse mit den 150 IC-Zügen deutlich mehr Verbindungen zur Verfügung und auch Fahrgäste der 2. Wagenklasse kamen nun in den Genuss von deutlich mehr Verbindungen bei verkürzten Reisezeiten auf dem 3.100 km langen Streckennetz.

Intercity fährt durch die Landschaft in den 90er Jahren

Die 80er – Die Produktfarben

In den 80 Jahren wandelte sich das Erscheinungsbild der Intercity-Züge in vielerlei Hinsicht. Die ab 1978 in Vorserie und ab 1981 in Serie gefertigten 540 2. Klasse-Großraumwagen wurden mit steigender Verfügbarkeit in weitere Züge eingereiht. Aufgrund ihrer gelb/grünen Einrichtung wurden sie auch „China-Wagen“ genannt. Ab 1984 wurden erste Wagen dieser Serie mit Rollstuhlbereichen ausgerüstet – damals ein Novum im Bahnverkehr! Zugleich begann ab 1988 auch die Auslieferung neuer Großraumwagen mit Abteilcharakter. Diese erschienen erstmals in den neuen Produktfarben lichtgrau/orientrot, denn fortan erhielten die unterschiedlichen Zuggattungen der Bundesbahn, farblich unterscheidbare Kennfarben

Die 90er – Steuerwagen und erneut neue Farbgebung

Mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung erreichen Anfang der 90er Jahre auch erste Intercity-Züge Berlin und Leipzig. Eine kurze Renaissance erhalten dabei die Diesel-Triebwagen der Baureihe 601, die bereits bis 1979 im Intercity-Dienst standen und im Jahr 1990 als IC „Max Liebermann“ Berlin mit Hamburg verbinden, da diese Strecke noch nicht elektrifiziert war. Mit der Bahnreform 1994 werden aus der Deutschen Bundes- und Reichsbahn die Deutsche Bahn AG, die mit einem neuen Corporate Identity auftritt. So erhält der Intercity 10 Jahre nach Einführung der Produktfarben erneut eine neue Farbgebung mit einem weiterhin lichtgrauen Wagenkasten, jedoch nun mit verkehrsrotem Fensterband und dem neuen DB-Logo. Zugleich werden Mitte der 90er Jahre die Intercity-Züge um Steuerwagen ergänzt, um in Kopfbahnhöfen auf den Lokwechsel verzichten zu können. Heute sind solche Wendezüge im Intercity-Verkehr der Standard.  

Der McTrain - Im Intercity-Bordrestaurant

Die 90er stehen auch für einige Kuriositäten: Ab 1987, in Kooperation zwischen der DB und Steigenberger, entstanden die ersten „IntercityHotels“, die heute jedoch vollständig im Besitz der Steigenberger Gruppe sind. 1994 wurde mit neuen Talgo-Nachtzügen der „InterCityNight“ eingeführt, der bis 2009 im Nachtverkehr unterwegs war. Zudem war es Anfang der 90er Jahre möglich, sich für 22,50 DM zwischen Hamburg und Köln in einem umgebauten Intercity-Wagen die Haare schneiden zu lassen. Auch bei der Gastronomie wurden Versuche in andere Richtungen unternommen und so verkehrte Mitte der 90er in Kooperation mit McDonalds, der McTrain-Speisewagen.

Die 00er – Modernisierung und ICE-Farben

Die überwiegend in den 70er und 80er Jahren beschafften Reisezugwagen hatten zwischenzeitlich auch ihre besten Tage gesehen und das erste Modernisierungsprogramm stand mit Beginn der Jahrtausendwende an. Hierbei erhielten die Fahrzeuge neben neuen Farben, Sitzbezugsstoffen und WC-Einrichtungen ein elektronisches Fahrgastinformationssystem inkl. elektronischer Reservierungsdisplays. Ab 2003, unter anderem auch mit Eingliederung der letzten Interregio-Linien in das Intercity-Netz, erhielten die Intercity-Züge dann das heutige Farbschema analog dem ICE, um dem Fernverkehr ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben und um sich stärker vom Regionalverkehr abzuheben.

Die 10er – Modernisierung und Doppelstock

In den Jahren 2012–2014 sowie seit 2018 fanden umfangreiche Innenraummodernisierung an der Intercity-Flotte statt. Es wurden neue Einrichtungen in den WC-Kabinen und überwiegend auch neue Sitzen sowie Steckdosen verbaut. Seit 2019 erfolgt die WLAN-Nachrüstung die Intercity-Flotte für eine weitere Einsatzzeit bis 2024.

Das Facelift der Intercity-Sitze 2018

Seit Dezember 2015 wird die Intercity-Flotte durch neue doppelstöckige Intercity 2-Züge ergänzt. Mit den neuen Intercity-Zügen wird der Fernverkehr in ländliche Gebiete ausgeweitet. Auch werden die ältesten Reisezugwagen teilweise durch den Intercity 2 ersetzt und bis 2024 ausgemustert.

Mit der Angebotsoffensive des Fernverkehrs schließt der Intercity künftig wieder im Flächennetz nahezu alle Städte mit über 100.000 Einwohnern im 2-Stunden Takt an das Fernverkehrsnetz an. Zwar in anderer Funktion als seinerseits 1971, jedoch schafft der Intercity auch wieder ein Angebot im 2h-Takt bzw. Taktverkehr grundsätzlich, wo zuvor kein oder nur ein bedarfsorientiertes Angebot aus Einzelzügen bestand. Und im Unterschied zu 1971 diesmal gleich zu Beginn mit beiden Wagenklassen.

Weitere spannende Fakten

Viele Merkmale, die heute bei einer Zugfahrt selbstverständlich sind, sind erst mit Einführung des Intercityverkehrs 1971 oder im Laufe der Geschichte des InterCity und InterCityExpress entstanden. Als Beispiele sind hier unter anderem der Taktverkehr im Fernverkehr zu nennen. Fuhren Züge zuvor bedarfsorientiert, wurde mit Einführung des InterCity-Verkehr 1971 der Takt zum Produktmerkmal. Auch der bahnsteiggleiche Anschluss, wie er heute u.a. in Hannover oder Mannheim vorhanden ist, entstand mit Einführung des InterCity-Verkehrs 1971. Die bessere Orientierung für Reisende durch die Unterteilung der Bahnsteige in Abschnitt z.B. A-E sind auch auf den Intercity zurückzuführen (1979).

Mittlerweile wurden viele Linien zwischen den Metropolen durch ICE-Züge abgelöst und durch Schnellfahrstrecken beschleunigt, so dass der alte Spruch „Jede Stunde, jede Klasse“ jetzt besser zum Produkt ICE passt und in naher Zukunft ausgebaut wird zu „jede halbe Stunde, jede Klasse“. Durch die Übernahme der InterRegio- und der Fernexpress-Züge durch den Intercity sowie durch die Ausweitungen in die Fläche ist das Produkt heute dagegen eher geprägt von 2-Stundentakten, jedoch erhielt das Internetz dafür landschaftlich die schönsten Strecken und verbindet die Metropolen und Ballungsgebiete mit den bedeutendsten Urlaubsgebieten Deutschlands – wie z.B. das Allgäu, das Rheintal, Rügen oder Sylt.

Das war’s mit unserer Zeitreise durch die 50-jährige Intercity-Geschichte. Haben Sie ein Highlight zum Intercity parat? Schreiben Sie es uns gerne in die Kommentare!