So funktionieren die Lautsprecherdurchsagen am Bahnhof

Erfahren Sie, wer und was sich hinter den Ansagen verbirgt.

Alle, die regelmäßig mit dem Zug unterwegs sind, kennen sie: Die Lautsprecherdurchsagen am Bahnhof, die über einfahrende Züge, Verspätungen oder Gleiswechsel informieren. Doch woher kommen diese Ansagen eigentlich und wer oder was steckt dahinter?

Das RIZ koordiniert und überwacht die Lautsprecherdurchsagen

Verantwortlich für die Durchsagen an den Bahnhöfen ist die DB Station & Service AG, die auch für den Betrieb der Bahnhöfe zuständig ist. Im sogenannten ReisendenInformations-Zentrum (RIZ), stellen mehrere Mitarbeiter:innen sicher, dass die Informationen für Reisende vollständig, rechtzeitig und richtig sind. Außerdem kümmern sie sich um die Betreuung und Koordinierung der Ansagen. Das RIZ befindet sich meist im oder am Bahnhof und ist für mehrere Bahnhöfe zuständig.

Die Entstehung der Ansagen mittels dem System IRIS+

An den meisten deutschen Bahnhöfen werden die Ansagen nicht mehr von Mitarbeiter:innen durchgesagt, sondern von einer Computerstimme gesprochen. Im Jahr 2019 löste eine Männerstimme die vorher bekannte Frauenstimme ab. Die neue Stimme gehört zu Heiko Grauel, einem Profisprecher, den viele vermutlich schon in Videos und Werbespots gehört haben.

Die Ansagen werden über das System IRIS+ automatisch generiert. Dies geschieht anhand einer festgelegten Richtlinie, die den genauen Aufbau von Ansagen vorschreibt. So wird gewährleistet, dass die Ansagen immer möglichst kurz und verständlich aufgebaut sind und zeitnah ausgegeben werden.

Bei kurzfristigen Änderungen oder Störungen können sich die Mitarbeiter:innen in den ReisendenInformations-Zentrum (RIZ) aber trotzdem jederzeit dazuschalten und eine Durchsage einspielen: Dies geschieht dann mittels der Text to Speech-Technologie. Die Mitarbeiter:innen geben die gewünschte Ansage als Text in das System ein, wo er umgewandelt und als Ansage über die Lautsprecher wieder ausgegeben wird. So ist es auch möglich, Ansagen zu speichern, anzuhören oder später abzuspielen.

Das neue System ist seit rund 1,5 Jahren im Einsatz und wird bereits in den meisten Bahnhöfen eingesetzt. Nach und nach werden auch die restlichen Bahnhöfe umgestellt. Bis diese Umstellung auf das neue System IRIS+ abgeschlossen ist, kann man an einigen Bahnhöfen noch die alte Frauenstimme, oder sogar die Stimme der Mitarbeiter:innen hören.

Von der Störung zur Lautsprecherdurchsage am Bahnhof

Doch woher bekommen die Mitarbeiter:innen im RIZ die Informationen über einfahrende Züge, Gleiswechsel oder Verspätungen? Dies passiert größtenteils automatisch. In den Gleisen sind Sensoren verbaut, die registrieren, wann ein Zug in den Bahnhof einfährt und wie z.B. die Wagen gereiht sind. Diese Informationen werden an die sogenannte RI-Plattform weitergeben. Dieses Programm bündelt alle Informationen zu Zügen, die auf den Strecken unterwegs sind und vermerkt auch Verspätungen oder Störungen. Das System verarbeitet eine Vielzahl an Informationen und verteilt diese an alle relevanten Kanäle, z.B. bahn.de, den DB Navigator und auch an das System IRIS+. Nachdem das System die Informationen erhalten hat, erstellt es die entsprechenden Ansagen. Außerdem sorgt es dafür, dass die Informationen auch an verschiedenen anderen Stellen im Bahnhof angezeigt werden, zum Beispiel den Abfahrtstafeln oder Zugzielanzeigern am Gleis. Sind im System einmal keine aktuellen Informationen verfügbar, nutzen die Mitarbeiter:innen im RIZ ihre Kontakte und versuchen so, bei den verantwortlichen Stellen Angaben zu An- und Abfahrt etc. zu bekommen.

[Aktualisiert am 10.01.2022: Text wurde inhaltlich vollständig überarbeitet, da seit einiger Zeit das System IRIS+ im Einsatz ist.]