PANDA: Ein Assistent, der Ihre Anschlüsse verbessert

– Warten oder Abfahren? Diese Frage stellen sich die Zugdisponenten mehrfach am Tag.

S tellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein Zug wartet auf 20 Reisende, die verspätet ankommen. Durch das Warten verspätet er sich wiederum, so dass im weiteren Verlauf der Zugfahrt insgesamt 200 Reisende ihren Anschluss verpassen. Wäre es besser, nicht zu warten, damit mehr Reisende ihren Anschlusszug in folgenden Bahnhöfen erreichen?

Eine sehr knifflige Frage. Es wird noch spannender, wenn es sich womöglich um eine letzte Reisemöglichkeit in Richtung einer Stadt oder ins Ausland handelt.

Die Bahn-Mitarbeiter, die tagtäglich in enger Abstimmung untereinander die Anschlüsse koordinieren, stehen vor immensen Herausforderungen. Irgendwann muss aber eine Entscheidung fallen und dies zum Besten für möglichst viele Kunden.

Um den Zugdisponenten ihre Arbeit zu erleichtern und um im Störungsfall stets den Überblick behalten können, ruft die Deutsche Bahn das Projekt PANDA ins Leben.

Was ist PANDA?

PANDA ist der Name des Projekts und heißt „Passenger-Aware Novel Dispatching Assistance“, was so viel bedeutet wie Assistenzprogramm für Kunden-Anschlussdisposition.

Was ist die Grundidee hinter dem Projekt PANDA?

Wie die Übersetzung schon sagt, soll es den Zugdisponenten bei seiner Arbeit unterstützen und eine Empfehlung für seine finale Entscheidung bei Anschlusszügen geben. Dadurch soll für so vielen Kunden wie möglich ein Anschluss gewährleistet werden, egal in welcher Situation.

Das System verarbeitet den Fahrplan und die aktuelle Betriebslage, um zu erkennen, wo Anschlusskonflikte entstehen – das ist soweit nicht neu. Neu ist, dass zusätzlich die Reiseketten der Fahrgäste verarbeitet werden, um zu simulieren, welche Auswirkungen eine Dispositionsentscheidung auf die Verspätung am Ziel der Reiseketten haben wird.

Was ist der Vorteil von PANDA?

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Der Zugdisponent kann hiermit in die Zukunft schauen und erkennen, welche Auswirkungen das Warten eines Zuges für den gesamten Zugverlauf auslösen würde. So kann er über alle Kunden sicherstellen, dass die bestmögliche Lösung am nächsten Umstiegsbahnhof gefunden wird.

Wie geht das Projekt weiter?

Die Vorbereitungen für den Testbetrieb sind abgeschlossen, so dass er noch diesen Monat starten kann. Bis Ende Oktober 2017 wird die Deutsche Bahn dieses Pilotprojekt in zwei ausgewählten Verkehrsleitungen auf Herz und Nieren testen.