Das steckt hinter den Bahnansagen

– Sie sind informativ, können Leben retten, Katastrophen verhindern und sind manchmal auch unfreiwillig komisch.

Vor allem aber wollen sie eines – gelernt sein. Wir zeigen Ihnen, wie die Deutsche Bahn das im Fernverkehr macht.

Keine Angst vorm Hörer: Das passiert beim Ansagentraining

Hinweise auf die Bordgastronomie, Infos zu Anschlusszügen oder die Suche nach einem Arzt für Wagen 23 – in einem Zug gibt es viele unterschiedliche Gründe für eine Ansage. Die Aufgabe des Zugchefs: Einen kühlen Kopf bewahren und aus seinem Repertoire aus eigenen und vorformulierten Ansagen die passende auswählen. Schließlich erreichen seine Worte über die Lautsprecher an Bord bis zu 800 Fahrgäste auf einmal.

Im theoretischen Teil des Sprechtrainings lernt er deshalb sein persönliches Handwerkszeug kennen, um über Tempo, Tonlage und Sprachmelodie jede Ansage perfekt auf die jeweilige Lage im Zug anpassen zu können. Deshalb klingen Bahnansagen etwa bei Verspätungen häufig klar, verbindlich und beruhigend und Serviceansagen machen Lust auf mehr.

Es gibt Naturtalente

„Die größte Herausforderung am Anfang ist es aber, den Hörer im Zug in die Hand zu nehmen und loszulegen“, sagt Kai Böttcher, der die Trainings für die Zugchefs in den Fernverkehrszügen verantwortet. Im praktischen Teil des Trainings geht es deshalb ans Aufnahmegerät. Jeder künftige Zugchef spricht Ansagen ein, hört sie an, verändert bei Bedarf die Aussprache und beginnt von vorne – bis sie sitzen.

Beim Lernen unterstützt ihn auch das Feedback von anderen Teilnehmern und dem Trainer selbst. Danach heißt es üben, üben, üben und locker bleiben: „Es gibt zwar ein paar Naturtalente unter uns, aber gute Ansagen zu machen kann jeder lernen“, erklärt Kai Böttcher. „Einfach auf das Bauchgefühl hören und dann klappt das“. Und bevor Sie fragen: Englische Sprachkenntnisse sind eine Voraussetzung für jeden, der heutzutage Zugchef werden möchte.

Tolle Ansage gehört? Sagen Sie’s!

Sie haben Dank einer gelungenen Ansage gute Laune an einem Montagmorgen oder gehen mit einem Schmunzeln in den Feierabend? Sagen Sie es Ihrem Zugchef direkt – er freut sich, dass seine Ansage bei Ihnen gut ankommen ist.