Spaß statt Stress – Bahnfahren mit Kindern

– Von der Planung bis zum Zeitvertreib während der Fahrt. Ein Erfahrungsbericht.

Eines kann ich vorab sagen: Verreisen mit Kindern – egal ob für einen Tag oder eine Woche – ist wie ein Umzug. Die Liste an Dingen, die man dabei haben muss (oder will), ist fast unendlich. Auch wenn eine Bahnreise nicht für weniger Gepäck sorgt, fahren mein Mann und ich insbesondere längere Strecken so am liebsten. Allein die Tatsache, dass sich die Kinder während der Reise bewegen können und man Zeit füreinander hat, ist für uns unbezahlbar.

Die erste Reise – ohne Planung einfach los 

Ich kann mich noch gut an unsere erste lange Reise (5 Stunden Fahrt im ICE) mit unserer kleinen Tochter erinnern. Als regelmäßige Bahnfahrerin und eher sorgloser Mensch, habe ich für uns einfach die günstigsten Züge gebucht und bin mit Mann und voll gepacktem Kinderwagen los zum Bahnhof. Als der Zug einfuhr wurde mir klar, dass ich spontan keine Ahnung hatte, wo das Kleinkindabteil war, also ging die Sucherei und Rennerei los (ich hätte zwar fragen können, aber selbst ist die Frau!). Am Kleinkindabteil angekommen, mussten wir feststellen, dass wir einen hochfrequentierten Zug erwischt hatten und ohne Reservierung für das Abteil sah es schlecht aus. Wir haben zwar noch einen tollen Platz gefunden, aber eines war klar: beim nächsten Mal plane ich das besser!

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Was ist das Kleinkindabteil?

Was ist das Kleinkindabteil?

Ein Abteil in ICEs und IC/ECs, das vorrangig für Reisende mit Babys und Kindern bis 3 Jahre gedacht ist. Es bietet Platz zum Krabbeln und Spielen sowie Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen. In einigen Zugtypen gibt es keine Abteile, sondern Kleinkindbereiche.

Wie viel kostet eine Reservierung?

Die Sitzplatzreservierung für Familien kostet 9 Euro.

Wo befindet sich das Kleinkindabteil?

Mutter-Kind-Symbol KleinkindabteilIn der Regel befindet es sich zwischen Speisewagen und der 1. Klasse bzw. direkt beim Bistrowagen. Auf dem Aushangplan am Bahnsteig ist der Standort des Kleinkindabteils mit dem Mutter-Kind-Symbol gekennzeichnet.

Mehr Infos auf bahn.de/kinder

„Warte, ich hab‘s gleich!“ oder: Das richtige Gepäck für die Bahnfahrt

 

Ich saß keine 5 Minuten, da ging das Suchen los: Wo war gleich das Handy mit dem Ticket? Und das Spielzeug? Und eine frische Windel könnten wir auch noch gebrauchen. Zum Glück sah unsere Ordnung schon immer vor, alles „rund ums Kind“ im oder am Kinderwagen zu haben. Leider unterliegt der Rest häufig dem Zufallsprinzip, dabei erweist es sich gerade bei Reisen mit der Bahn als hilfreich, alles nötige an einem Ort oder zumindest schnell griffbereit zu haben. Auf der nächsten Reise hatte ich deshalb einen großen Rucksack dabei: Ich hatte die Hände frei und alles Wichtige zusammen. Die Suche, in welchem Gepäckstück oder welcher Handtasche sich das Portemonnaie samt BahnCard befindet, entfiel somit.

„Sind wir schon da?“ – Spaß statt Langeweile im Zug 

Kind mit Spielzeug IC Bus Benny im ICE unterwegs

IC Bus Benny kommt frisch aus dem Bordrestaurant und wartet nun darauf, dass mit ihm gespielt wird.

Zugegeben, unsere Tochter konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht danach fragen, aber wir alle waren ja mal jung und kennen das. Glücklicherweise bietet der Zug schon von Haus aus mehrere Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben: Mittlerweile geht die Kleine beispielsweise unheimlich gerne entlang der Fensterfronten „spazieren“ oder besucht mit uns das Bordrestaurant. Dort gibt es nämlich den kleinen ICE und seine Freunde, ein Reisekritzelbuch oder das Kindermagazin LeseLok. Da sie das auch genau weiß, haben wir mittlerweile schon alle Züge zusammen.

Baby liest die mobil Zeitschrift der DB im ICE

Na, was ist da gerade so spannend? Es muss ja nicht immer ein Bilderbuch sein.

Ansonsten sorgen je nach Alter Bücher, Karten- oder Ratespiele für Abwechslung. Im Kleinkindabteil – wenn man es reserviert hat 😉 – kann man auch prima auf dem Boden mit Autos (oder dem kleinen ICE) spielen oder Bauklötze stapeln. Freunde von uns nutzen häufig Hörspiele oder Filme, die man auf dem Tablet oder Notebook sehen kann. Allerdings sollte man die Kopfhörer nicht vergessen, sonst haben alle etwas davon! Das Ladegerät muss aber auch mit, wenn der Bildschirm am Zielort nicht schwarz bleiben soll.

„Wir haben Hunger, Hunger, Hunger…“

Kleinkind sitzt mit Teddy im Zug und isst.

Am frühen Morgen mit Teddy auf Reisen. Jetzt ist erst einmal Zeit fürs Frühstück.

Ich kann sicherlich mit vielem gut umgehen, aber nicht mit einem knurrenden Magen. Aus diesem Grund packe ich lieber mehr als weniger ein. Seit unsere Tochter auf der Welt ist, haben wir ohnehin bei längeren Ausflügen immer Essen dabei. Wenn wir mal keinen Appetit auf die klassische Stulle haben, gehen wir gerne ins Bordrestaurant oder -bistro. Da hier auch Babygläschen selbstverständlich aufgewärmt werden, häuften sich unsere Besuche plötzlich. 😉
Eines habe ich übrigens schätzen gelernt: Auslaufsichere oder wiederverschließbare Flaschen. Diese können auch mal herunterfallen, ohne dass man sich oder das Kind danach umziehen muss. Da man meiner Tochter aber grundsätzlich schnell ansieht, dass sie gegessen hat, gehören auch Feuchttücher bzw. feuchte Waschlappen bei mir zur Grundausstattung. Und falls doch mal etwas auf den Klamotten landet: im Gepäck ist noch genügend Ersatz.

 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Ihrer nächsten Bahnfahrt!

Mutter mit TochterÜber die Autorin Christiane

Christiane ist bekennende Bahn-Vielfahrerin. Töchterchen Sophia tritt schon in Mamas Fußstapfen und geht oft mit ihren Eltern auf Reisen. Häufigste Strecke der Familie: Frankfurt-Erfurt.