Prachtvoll oder idyllisch: Bahnhof des Jahres

– Wir stellen tolle Gewinner der letzten Jahre vor.

Seit 2004 kürt das Verkehrsbündnis „Allianz pro Schiene“ den Bahnhof des Jahres – in den Kategorien Groß- und Kleinstadtbahnhof. Ein Prädikat für Kundenfreundlichkeit und Komfort.

Viele Bahnhöfe haben Flair – Vorhallen, Bahnsteige und Züge erzählen Geschichten vom Ankommen und Reisen. Doch es gibt Unterschiede. Große Bahnhöfe und kleine, nostalgische und moderne, komfortable und unpraktische. Allen gelungenen Bahnhöfen gemeinsam ist die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Verantwortlichen: Denn meist wird ein Bahnhof nicht allein von der Deutschen Bahn betrieben. Auch Städte, Gemeinden, regionale Verkehrsbetriebe und private Investoren sind mit an Bord.

Kundenfreundlichkeit gewinnt

Doch wie wird man Bahnhof des Jahres? Inkognito prüft die Jury der Allianz pro Schiene jedes Jahr die Bewerber-Bahnhöfe auf Herz und Nieren. Das Ziel: Vorbilder präsentieren, die zur Nachahmung inspirieren. Im Focus der Prüfer steht die Zufriedenheit der Kunden.

Auf dem Bewertungsbogen stehen Kriterien wie Servicefreundlichkeit, Kundeninformationssysteme, die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und das Ambiente. Aus den Ergebnissen ergibt sich auch gleich die Checkliste für das kommende Jahr, die damit automatisch immer anspruchsvoller wird.

Wir brauchen mehr Bahnhöfe, in denen sich die Menschen wohlfühlen. Für die Jury zählt dabei nicht Größe oder monumentale Architektur, sondern allein die Kundennähe. Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene

Unsere fünf Lieblingssieger

Jeder Sieger sticht mit einem anderen Merkmal hervor. Entscheidend ist aber das Gesamtbild. Entdecken Sie unsere fünf Favoriten der letzten 12 Jahre.

Gewinner 2016: Stralsund – ankommen und wohlfühlen

Bahnhof des Jahres 2016: Bahnhofshalle Stralsund

Bahnhof des Jahres 2016: Stralsund mit rustikaler Holzdecke und Ostseegemälde

Bodenständigkeit geht vor Protz und Prunk: Der Bahnhof zeigt sich bescheiden-bodenständig, aber dennoch selbstbewusst. Immerhin haben die Stralsunder die Ostsee. Das Meer grüßt schon in der Empfangshalle von einem übergroßen Gemälde. Zweiter Hingucker der Vorhalle: die dicken, hölzernen Deckenbalken. Mit dem typisch roten Ziegelsteinbau verbreitet der Bahnhof auch von außen norddeutsche Romantik. Das Personal – egal ob am Schalter oder im Bistro: immer freundlich. Die Gastronomie: Erlesen, sogar mit täglich wechselnder vegetarischer Küche.

Gewinner 2014: Dresden – ehrwürdiges Drehkreuz in Sachsen

Bahnhof des Jahres 2014: Bahnhofshalle und Vorplatz Dresden

Bahnhof des Jahres 2014: Imposante Bahnhofshalle im Stil des Historismus in Dresden

Das historische Bahnhofsgebäude-Ensemble aus Sandstein mit dem Kopfbahnhof in der Mitte ist ein Schmuckstück. Es verheiratet die architektonische Pracht vergangener Tage mit modernen Elementen. Durch das innovative Membrandach fallen unterschiedliche Nuancen von Tageslicht – auch auf die neu renovierte Vorhalle mit vielen tollen Geschäften. Das Personal hilft bei Zugauskünften, kennt aber auch die Anschlüsse und Linien des öffentlichen Nahverkehrs. Das gastronomische Angebot reicht von asiatisch über Burger bis zu italienisch.

Gewinner 2004: Hannover – der Sympathische

Bahnhof des Jahres 2004: Bahnhofshalle Hannover und Vorplatz

Bahnhof des Jahres 2004: Hannover mit dem Ernst-August-Denkmal auf dem beeindruckenden Vorplatz

Hannover war der erste „Bahnhof des Jahres“. Besonders auffällig: der riesige Vorplatz. Genug Raum für eine Demonstration, aber auch für kleine Stelldichein. Die Jury bescheinigt den Niedersachsen eine exzellente Ausstattung, auch hinsichtlich Geschäften und Gastronomie, beste Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr bzw. den Fernbusbahnhof (2016 Fernbusbahnhof des Jahres) oder Carsharing-Angebote sowie Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.

Gewinner 2009: Uelzen – Kult

Bahnhof des Jahres 2009: Bahnhofsgebäude Uelzen

Bahnhof des Jahres 2009: Verspielte Hundertwasser-Architektur in Uelzen

Was viele vielleicht nicht wissen: Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser entwarf den Bahnhof als Projekt für die Expo 2000. Seine Philosophie „Architektur in Harmonie mit der Natur“ nahm auch hier charakteristische Gestalt an. Heute zählt der Bahnhof zu den schönsten der Welt. Für die Jury „nett“, aber kein ausschlaggebendes Kriterium. Denn bei der Kür zum Bahnhof des Jahres geht Kundenfreundlichkeit vor Design. Aber auch hier kann Uelzen glänzen. Die Prüfer loben die Barrierefreiheit, die Anknüpfungspunkte zum öffentlichen Verkehrsnetz, zum Fahrrad oder Auto und die kurzen Wege für Pendler.

Gewinner 2006: Oberstdorf – rustikale Idylle

Bahnhof des Jahres 2006: Oberstdorf Bahnhofsgebäude und Vorplatz

Bahnhof des Jahres 2006: Das Gebäude in Oberstdorf präsentiert sich in alpiner Architektur

Oberstdorf gewinnt in der Kategorie Kleinstadtbahnhof. Viel Holz kleidet den imposanten Neubau aus dem Jahr 2001. Eine Anspielung an die alpine Lebenskultur und die rings umher ansteigenden Berge. Was der Jury sonst noch imponierte: herausragend viele Sitzmöglichkeiten im Gebäude und die zuvorkommenden Mitarbeiter im Service-Center.

 

Was ist Ihr Lieblingsbahnhof? Schreiben Sie uns in den Kommentaren.