Alles frisch: Belieferung für das Bordrestaurant

– So funktioniert die Logistik unserer Bordgastronomie.

Kaffee, Salat und frisches Baguette. Das sind nur einige der Speisen und Getränke, die im Bordbistro oder Bordrestaurant auf der Karte stehen. Ein ausgefeiltes System sorgt dafür, dass selbst nach der Bestellung eines reisenden Fanclubs noch genug für andere Fahrgäste übrigbleibt.

Jeder Zug startet mit einer gewissen Grundbeladung an Lebensmitteln. Diese orientiert sich unter anderem an der Baureihe eines Zuges und der damit zusammenhängenden Staukapazität.

Die wichtigste Regel für die Mitarbeiter im Bordservice: den Warenbestand im Blick haben – Strichlisten, Schätzungen aus dem Bauch und von Hand ausgefüllte Bestellscheine waren früher. Heute läuft das in Echtzeit über eine Datenkasse, die mit dem zentralen Warenwirtschaftssystem der Logistik verbunden ist.

Belieferung Bordrestaurant Mitarbeiterin im Lager

Die Einkaufsliste des Zuges in guten Händen.

A-Artikel haben Vorfahrt

Speisen oder Getränke, die zur Neige gehen, müssen nachgeliefert werden. Dazu unterscheidet die Bordgastronomie zwischen A-, B- und C-Artikeln. A-Artikel sind besonders wichtig. Dazu gehören beispielsweise Salat oder Kaffee. Geht ein solches Produkt aus, lohnt sich sogar die Anlieferung eines einzigen Artikels.

Für B-Waren hingegen ist die Nachlieferung erst dann angezeigt, wenn mindestens ein weiterer B-Artikel oder ein A-Artikel fehlen. Ersatz für C-Artikel kommt grundsätzlich nur zusammen mit anderen A- oder B-Artikeln.

ICE 4 Bordbistro

Das neue Bordbistro im ICE 4.

Automatische Nachlieferung

Wie funktioniert das mit dem Nachschub, wenn ein ICE 4 mit 200 km/h durchs Land eilt und nur an einigen Bahnhöfen hält? Das Zauberwort heißt: Automatisierung bzw. automatische Nachlieferung. Sobald der Bestand eines Produktes eine festgelegte Menge erreicht, die sogenannte Meldeschwelle, stößt das System eine Nachlieferung an und informiert die nächstgelegene Logistik auf der Strecke.

Der Zugchef erfährt über den RIS-Communicator, an welchem Bahnhof die Nachlieferung stattfindet. Der RIS-Communicator ist ein mobiles Gerät, das alle aktuellen Daten und Reiseinformationen zur jeweiligen Fahrt sendet und der Kommunikation dient.

Die Boardgastronomie der Deutschen Bahn
Kaffee, ein Snack oder ein Menü? Freuen Sie sich auf das abwechslungsreiche Angebot von Bistro und Bordrestaurant.  
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Im Lager: die Zeit läuft

Beim Lagerteam geht die Bestellung des nächsten Zuges über den Belademonitor ein – dann tickt die Uhr: denn die Vorlaufzeit beträgt nur etwa eine Stunde. Mit dem Handscanner arbeiten die Mitarbeiter sozusagen die Einkaufsliste des Zuges ab und bringen die Bestellung direkt zum Gleis.

Ein Beispiel: Der Zug startet in München – Zielbahnhof ist Hamburg. In Fulda ist der Kaffeebestand bereits auf eine kritische Marke gesunken. Das bedeutet: Dringender Bedarf, da es sich um einen A-Artikel handelt. Der nächste Bahnhof ist Kassel-Wilhelmshöhe.

Gibt es dort eine Logistik, kann der Zug ab Kassel mit ausreichend Kaffee weiterfahren – ansonsten ab dem nächsten Logistik-Bahnhof entlang der Strecke. Wäre in Fulda allerdings nur ein B-Artikel knapp, würde die Logistik in Kassel-Wilhelmshöhe nicht informiert werden.

Belieferung Bordrestaurant am Bahnsteig

Die Bestellung kommt zum Zug.

Insgesamt elf Logistik-Lager unterhält die Deutsche Bahn, in der Regel an den wichtigen Verkehrsknotenpunkten – eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass täglich 1.300 Züge mit einem Bordrestaurant in Deutschland unterwegs sind. In der Logistik in Köln lagern beispielsweise ca. 600 Produkte auf 3.500 Quadratmetern.

Ein Blick in die Zukunft

Und wie sieht die Zukunft aus? In ersten Tests erstellen Algorithmen Prognosen und ermitteln den individuellen Bedarf eines Zuges im Voraus, beispielsweise für verschiedene Wochentage, ausgewählte Zeitslots oder die Nachfrage nach bestimmten Artikeln zwischen definierten Haltepunkten.

Das Ziel: eine proaktive Nachbeladung des Zuges für eine lückenlose gastronomische Versorgung während Ihrer Reise.