Leckere Straßenbahn: Crêpes aus der Nostalgie-Tram

– Wie drei Münchner ihren Streetfood-Traum verwirklichen.

Die Foodtruck-Szene ist aus deutschen Großstädten kaum noch weg zu denken. Ein etwas anderes Konzept, das aber mindestens genauso lecker ist, verfolgen die drei Münchner Monir, Paolo und Marco mit ihrem Tram-Café. Denn in der nostalgischen Straßenbahn werden unkonventionelle Crêpes mit Sucht-Garantie serviert!

Was sind eigentlich Foodtrucks?

Der Trend aus den USA ist vor einigen Jahren nach Deutschland hinübergeschwappt und erfreut sich auch hier großer Beliebtheit. In Foodtrucks werden frisches und hochwertiges Fast Food wie Burger, Burritos oder Flammkuchen verkauft. Die ausgebauten Küchen befinden sich in Trucks, die somit sehr mobil sind und täglich an anderen Orten ihre Köstlichkeiten verkaufen können.

Im Interview mit inside.bahn.de erzählen sie uns, wie sie auf die Idee gekommen sind, was ihre Crêpes so besonders macht und warum sie die Frage nach „Zimt-Zucker“ nicht mehr hören können.

Was ist das Konzept eures Tram-Cafés?

Wir wollen mit unserem Tram-Café etwas Leckeres und Unkonventionelles auf die Straße bringen. Dabei stehen unsere Crêpes im Fokus. Sie sind herzhaft und süß und vor allen Dingen anders als Crêpes, die man vom Straßenfest kennt. Das kombinieren wir mit gutem Kaffee und ausgewählten Softdrinks, die es nicht an jeder Ecke gibt.
Seid ihr eine Art Foodtruck?

Als Foodtruck sehen wir uns nicht so sehr, aber Streetfood bieten wir definitiv. Wir wollten immer ein Treffpunkt für Crêpe-Begeisterte sein, die unser Produkt mögen und es jederzeit beziehen möchten. Wir haben deshalb sieben Tage die Woche geöffnet. Außerdem arbeiten wir mittlerweile mit Deliveroo zusammen, so kann man sich unsere Crêpes auch nach Hause liefern lassen.

Seit wann gibt es das Tram-Café?

Tram Café in München Crepes mit süßer Füllung

Die süßen Crêpes Kreationen gehen im Tram Café weit über Zimt-Zucker hinaus. Frische Früchte und Schokolade dürfen da auf keinen Fall fehlen.

Offiziell gibt es das Tram-Café seit 2012, das Konzept Tram-Café kennen wir aber schon seit 15 Jahren. Wir haben es im Urlaub auf Korfu entdeckt und waren sofort begeistert. Dort gibt es auch ein Tram-Café, das am Abend öffnet und bis zum nächsten Morgen hungrige Party-Gänger mit diesen besonderen Crêpes versorgt. Wir haben die Crêpes dort häufig gegessen und uns immer gefragt warum es so was nicht in Deutschland, in München speziell, gibt.

Das Nachtkonzept hat dabei für uns nicht so gut funktioniert, da dies stark von der Lage abhängig ist. Letztlich hat sich bei uns auch herausgestellt, dass wir sehr gut bei Familien ankommen.

Und wie wurde aus diesem Traum eines Tram-Cafés Wirklichkeit?

Der erste Gedanke war, das Konzept aus Griechenland zu kopieren. Aber das fanden wir nicht richtig. Deshalb sind wir direkt zu dem Betreiber der griechischen Tram gegangen und haben gesagt „Hör zu, wir sind zu Dritt und wir wollen dein Konzept in Deutschland aufziehen.“ Die Idee fand er toll und hat uns in die Lehre genommen. Er hat uns in die Technik eingeführt, wie man die Crêpes zubereitet und auch das Geheimnis des Teig-Rezepts verraten. Wir haben monatelang bei ihm gelernt und bei ihm im Café gearbeitet, parallel dazu haben wir die erste Tram gebaut.

Ihr habt die Tram selber gebaut?

Ja genau, wir haben sie auf Korfu aus Schrott, Eisen und Holz zusammengeschreinert. Dann haben wir sie mit der Fähre aufs Festland und über die Alpen nach München geschafft. Auch die beiden anderen Trams, die wir inzwischen in Betrieb haben, sind handgefertigt.

Und nun mal zu Euren Crêpes, was ist Euer Verkaufsschlager?

Tram Café in München Crepes in der Herstellung

Extra knusprig werden die Crêpes aus der Tram. Das liegt am besonderen Teigrezept. Zur Grundausstattung der herzhaften Crêpes gehört auch eine ordentliche Portion Käse, der köstlich auf dem Teig schmilzt.

Das kann man gar nicht so genau sagen, grundsätzlich ist der Mexikaner (belegt mit Käse, Bolognese vom Rind, Mais, Jalapenos, Nachos und Frischkäse) sehr beliebt. Auch der Tram Spezial mit Hähnchen und Ei ist ein beliebter Klassiker.

Wie es scheint, habt ihr Spaß an eurem Job. Doch was nervt?

Ein Problem sind häufig die Vorstellungen unserer Kunden. Sie haben ein ganz anderes Bild im Kopf, wenn sie an Crêpes denken. Sie wollen Zimt-Zucker oder Schinken-Käse. Zimt-Zucker machen wir zum Beispiel gar nicht. Da klären wir die Leute dann auf. Das funktioniert auf unseren Crêpes nicht so gut, da sie knuspriger sind als die allgemein bekannten.

Und nun das wichtigste zum Schluss: Wo findet man euch denn?

Wir haben zwei feste Standorte in München, einen an der Hackerbrücke (Wredestraße 10, vor dem Postpalast) und einen an der Donnersbergerbrücke (Erika-Mann-Straße). Dazu gibt es noch eine mobile Tram, mit der wir auf Veranstaltungen und Privat-Feiern vertreten sind.

Das Team des Tram-Cafés

Die GrTram Café Teamfotoünder Monir Shannik, Paolo Montanari und Marco Lucarelli kennen sich seit der 5. Klasse und haben schon den einen oder anderen Plan gemeinsam ausgeheckt. Seit dem letzten Projekt sind sie erfolgreiche Gastronomen. Bevor sie das Tram-Café erfunden haben, waren sie hauptberuflich LkW-Händler, Kameramann und Abireisen-Veranstalter. Inzwischen haben sie fast 20 Mitarbeiter und sind sehr zufrieden mit ihrem kleinen Crêpe-Imperium, das stetig wächst.

Weitere Informationen zum Tram-Café: