Warum eine Ziege im DB Museum steht

– Wie die Ziege Irene dort hingekommen ist, erfahren Sie im Erdgeschoss des DB Museums in Nürnberg.

Dort steht Irene, eine weiße, deutsche Edelziege. Irene steht hier stellvertretend für die vielen Ziegen, die einst von Eisenbahner gehegt wurden. Über Jahrzehnte waren Tausende von Eisenbahnern und ihre Familien in ihrer Freizeit als Landwirte aktiv  und betrieben Landwirtschaft auf Bahngrund, meist nahe der Bahnwärterhäuschen oder entlang der Gleise.

Die sogenannte Eisenbahnlandwirtschaft hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert. Es gab ab 1910 in Sachsen und im Ruhrgebiet sogar die ersten Eisenbahnlandwirtschaftsvereine, deren Zahl sich bald stark vermehrt hat. Die Nutzung von Brachflächen wurde später sogar gefördert, denn die Eisenbahner  sollten sich auch mit anderen Dingen als der täglichen, oft eintönigen,  Arbeit beschäftigen. Und Gartenarbeit hat ja durchaus auch pädagogische Qualitäten. Für viele Familien war es normal, mit Gemüse- und Obstanbau sowie Kleintierhaltung die Versorgung mit frischen Produkten anzureichern. Neben den Ziegen, die im Volksmund  „Eisenbahnerkühe“ genannt wurden, waren auch Kaninchen als Haustiere unter Eisenbahnern beliebt.