Der DB Navigator fürs Handgelenk

– Nach nur acht Wochen stand die neue Version für die Apple Watch.

Eine App für ein Gerät zu erstellen, das es noch gar nicht gibt? Dieser Herausforderung stellten sich Nicole Reber (Leiterin mobile Services und Apps) und Michael Vogel (Leiter mobile Vertrieb), bei der Entwicklung des DB Navigators für die Apple Watch. Das Ziel: zum Verkaufsstart der Smartwatch, am 24. April sollte die neue Version für die beliebte Reise-App im App Store zur Verfügung stehen. Los ging es Anfang März. Also blieben dem Projektteam gerade einmal acht Wochen für die Umsetzung. Für alle, die es kurz und knapp mögen: Am Ende dieses Artikels können Sie sich in einem kurzen Video anschauen, wie man die App DB Navigator mit der Apple Watch nutzen kann.

Was man vorab wissen sollte

Apple Watch und iPhone

Die Version der App DB Navigator für die Apple Watch funktioniert nur in Verbindung mit einem iPhone.

Die neue Uhr funktioniert nur in Verbindung mit einem iPhone. Die neue Version des DB Navigators für die Apple Watch soll den Nutzern unterwegs alle wichtigen Reiseinformationen, von Reisebegleitung über Verspätungs-Alarm bis zum Haltestellenanzeiger, direkt am Arm anzeigen. Der Ticketkauf und der Vergleich verschiedener Verbindungen vor Antritt der Reise laufen weiterhin über die App auf dem Smartphone. „Mit der Watch bringen wird die Services des DB Navigators noch näher zum Kunden“, sagt Vogel.

Entwickeln im Simulator

Wir mussten die App im Blindflug entwickeln. Nicole Reber

Zum Start des Projekts hatte niemand aus dem Projektteam je eine Apple Watch in den Händen gehalten. Mehr als die technische Daten vom Computerriesen aus dem Silicon Valley gab es nicht. „Wir mussten die App im Blindflug entwickeln und uns auf die Informationen von Apple verlassen“, so Nicole Reber, die nicht nur für den DB Navigator, sondern auch für die mobile Version von bahn.de verantwortlich ist. Mit einem Simulator stellten die Entwickler unzählige Szenarien nach. Die Sprach-Funktion oder Push-Nachrichten konnten nicht simuliert werden. Auch eine weitere zentrale Frage blieb zunächst unbeantwortet: Wie sieht die App überhaupt auf der Uhr aus?

Zum Test an die Themse

Picadilly Circus London

In London konnte das Entwickler-Team die neue Version des DB Navigator erstmals mit einer Apple Watch testen.

Um das App-Update am echten Gerät zu testen, lud Apple das Projektteam der DB sowie 19 Teams anderer Unternehmen, Ende März zu Entwicklungs-Workshops nach London ein. Eigene Geräte waren nicht erlaubt, nur die von Apple zur Verfügung gestellten. Die Vorgaben für den Test-Tag: Sieben Stunden Zeit, zwei Apple Watches in zwei Größen pro Team und eine lange Checkliste, die abgearbeitet werden musste. Und dann: Die App reagiert nicht so wie im Simulator entwickelt. Aber die Entwickler bewahrten einen kühlen Kopf. Vor Ort musste der Einstieg in die App noch einmal umgebaut werden.

Die Vorgaben für den Test-Tag: Sieben Stunden Zeit, zwei Apple Watches in zwei Größen pro Team und eine lange Checkliste, die abgearbeitet werden musste.
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Das Team prüfte die App auf Herz und Nieren und stellte dafür besonders schwierige Fälle nach, etwa wenn sehr viele Züge verspätet sind. Als Probleme mit den Push-Nachrichten auftraten, war sogar der Apple-Mitarbeiter, der beratend zur Seite stand, zunächst überfragt. „Wir fanden heraus, dass das Gerät nur Benachrichtigungen empfangen kann, wenn es eng am Arm getragen wird“, lacht Reber. Das Projektteam war mit dem Test dennoch sehr zufrieden. „Die umfangreiche Vorbereitung hat sich ausgezahlt und wir waren froh, den Test bei Apple durchführen zu dürfen.“, so Vogel.

Verspätungs-Alarm in einer anderen Zeitzone

Kartengrafik mit Strichel-Linie zwischen Berlin und Cupertino

Beim ersten Review fiel die Version des DB Navigator für die Apple Watch wegen Problemen mit dem Verspätungs-Alarm durch. Grund war die Zeitverschiebung zwischen Berlin und Cupertino.

Zurück in Deutschland ging es an den Feinschliff, um die App so schnell wie möglich zum Review zur Apple-Zentrale im kalifornischen Cupertino zu schicken, den alle Apps durchlaufen, bevor sie in den App Store geladen werden. Die DB meldete lange im Voraus ein spezielles Eilverfahren an, um garantiert zum Verkaufsstart der Uhr dabei zu sein. Dann die Nachricht des App Stores: durchgefallen. Die Entwickler fanden den Fehler nicht auf Anhieb. Kein Wunder, denn dieser lag nicht im System. Wegen der neunstündigen Zeitverschiebung zeigte der DB Navigator die Verspätungsmeldungen in der neuen Testversion falsch an.

Die App überstand das zweite Review und stand pünktlich zum Download bereit. Jetzt sind die Entwickler gespannt, wie der DB Navigator für die Apple Watch ankommt und tüfteln schon weiter an neuen Updates für Deutschlands stärkste Reise-App. Die wichtigsten Funktionen haben wir in einem kurzen Video zusammengefasst: