Präzisionsarbeit:
der Fahrplan

– Wir erklären, wie ein Fahrplan entsteht.

Egal ob morgens auf dem alltäglichen Weg zur Arbeit oder am Wochenende unterwegs zum Geburtstag der Großmutter – wer mit der Bahn fährt, verlässt sich auf die Abfahrtszeiten im Fahrplan. Kommt der ausgewählte Zug nicht pünktlich, ist das Ärgernis schnell groß. Dabei wären viele Reisende milder gestimmt, wüssten Sie die Hintergründe.

Ein Fahrplan für alle – alles in einem Fahrplan

6,2 Millionen Fahrgäste fahren täglich auf 75.000 Verkehrswegen, in einem 33.300 Kilometer langen Streckennetz mit 24.220 Zügen. Hinzu kommen noch über 4.000 Güterzüge auf den gleichen Schienen. Wenn man sich die Zahlen anschaut, merkt man: Ein Fahrplan für die Deutsche Bahn und für mehr als 400 Bus- und Eisenbahnunternehmen ist eine hochkomplexe Sache.

Fahrpläne erstellen ist das Streben nach Idealen

Um einen Fahrplan zu erstellen, benötigt es nicht nur schlaue Köpfe und viel Erfahrung. Eine intelligente Software berechnet zudem mit Hilfe von komplizierten Algorithmen und Simulationen das perfekte Zusammenspiel aller Wünsche. Dass das kein Mensch alleine schaffen kann, merkt man schnell. Besonders wenn man sieht, was alles berücksichtigt werden muss:

  • Wann fährt ein Zug ab?
  • Ist es ein Regionalzug oder ein ICE?
  • Wie schnell fährt der Zug und wie schnell darf er auf einem Streckenabschnitt fahren?
  • Gibt es Baustellen?
  • Wie viele Menschen werden zu welcher Tageszeit die Verbindung nutzen?
  • Wie lange braucht eine ICE-Tür, um sich zu öffnen und um sich wieder zu schließen?
  • Wie schnell kann ein rotes auf ein grünes Signal umschalten?
  • Was ist am Bahnhof XY besonders und muss berücksichtigt werden?
  • Wieviel Puffer muss an einer Haltestelle eingeplant werden?

Zugegeben, den perfekten Fahrplan gibt es nicht – selbst wenn man alle Faktoren bis ins kleinste Detail berechnet. Unvorhersehbares lässt sich nicht planen. Und so ist jeder Fahrplan ein Kompromiss aus allen Wünschen, Anforderungen, Einflussfaktoren und Überraschungen. Kommen Sie an Ihrem Ziel einmal leicht verspätet an, denken Sie daran: das Geflecht aus Verbindungen hat sich in diesem Moment verschoben.

 

Wie die Fahrplanerstellung funktioniert und was alles dahinter steckt, können Sie sich im Video ansehen

Haben Sie sich schon immer gefragt, was alles bedacht werden muss, wenn bei der Deutschen Bahn die neuen Fahrpläne erstellt werden? Unser Reporter Benni lässt sich das von Rüdiger Weiß, Leiter Fahrplan bei der DB Netz AG, erklären. Es müssen täglich rund 39.000 Züge auf dem 33.500 Kilometer langen Streckennetz eingetaktet werden. Das ist kein einfaches Unterfangen. Immer wieder geht es darum, zeitliche Konflikte zu lösen, um den reibungslosen Ablauf der einzelnen Verbindungen zu gewährleisten.