Die Bahnhofsmission

– Wir stellen die Arbeit der Hilfsorganisation vor.

Über zwei Millionen Menschen erhalten jährlich Hilfe und Unterstützung von einer der bundesweit 104 Bahnhofsmissionen.  Mehr als die Hälfte von Ihnen befindet sich in einer komplexen sozialen Notlage, die nicht aus eigener Kraft überwunden werden kann. Das Spektrum der Notlagen reicht von materieller Armut über psychische und Suchterkrankungen bis hin zur Wohnungslosigkeit.

Kirchliche Träger gründeten die erste Bahnhofsmission bereits zur Zeit der Industriellen Revolution. Heute organisieren katholische und evangelische Kirche die Anlaufstelle für Menschen in Not gemeinsam. Die Deutsche Bahn Stiftung als enger Partner der Bahnhofsmission organisiert, finanziert, steuert und unterstützt bei ausgewählten Projekten die Aktivitäten der Einrichtungen. Und die Bahn selbst? Wir beteiligen uns als Partner, indem wir beispielsweise die Räume zur Verfügung stellen und die Betriebskosten übernehmen.

Ehrenamtliche Helfer der Bahnhofsmission

Die Bahnhofsmission hilft: unabhängig von Alter, Geschlecht, Konfession, Nationalität und sozialem Status. Kostenlos und unkompliziert – an 365 Tagen, 24 Stunden.

Zum Angebot zählen die allgemeine Hilfestellung bei Reisen (Auskünfte, Hilfe beim Ein-, Aus- und Umsteigen), Unterstützung für Menschen mit Mobilitätseinschränkung, für Reisende mit Kindern oder allein reisende Kinder. Weiterhin begreift sich die Bahnhofsmission als Aufenthalts- und Schutzraum für Suchtkranke, Obdachlose, Flüchtlinge, Menschen in akuten Notsituationen, die beispielsweise bestohlen wurden, aber auch für Personen, die sich einfach nur ausruhen möchten, Hunger oder Durst haben.

Ihre Helfer arbeiten Tag und Nacht, am Wochenende und an Feiertagen. Sie erkennen Sie an den blauen Westen mit dem Aufdruck „Nächste Hilfe“. Die Räumlichkeiten der Bahnhofsmission sind an den Bahnhöfen ausgeschildert. In der Übersicht finden Sie die nächste Bahnhofsmission in Ihrer Region.

Wichtige und auch finanzielle Rückendeckung erhält die Bahnhofsmission auch durch die Deutsche Bahn Stiftung als wichtigem Partner. Sie finanzierte neue Dienstkleidung, die Einrichtung neuer Räume, Videodolmetschsysteme und vieles mehr. Außerdem wirbt die Deutsche Bahn Stiftung für das Ehrenamt bei der Bahnhofsmission. Denn dank engagierter Helfer ist die kostenlose Hilfe überhaupt erst möglich.

Eine weitere Unterstützung erhält die Bahnhofsmission durch unsere Kunden: So können beispielsweise mit Hilfe der BahnBonus-Punkte verschiedene Beträge gespendet werden. Alle Infos dazu finden Sie im Prämienbereich.

Angebote der Bahnhofsmission

Das Angebot der Bahnhofsmission ist vielfältig. Zwei der am häufigsten genutzten Angebote stellen wir Ihnen hier genauer vor:

Kids on Tour

Das Programm Kids on Tour richtet sich an allein reisende Kinder im Alter von 6 bis einschließlich 14 Jahren. Die Anlässe sind verschieden: getrenntlebende Eltern, veränderte Familienmodelle oder der Besuch der Großeltern. Damit Ihre Kinder nicht alleine mit der Bahn fahren müssen, begleiten die Mitarbeiter der Bahnhofsmission sie auf folgenden Strecken:

Melden Sie die Buchung bis sieben Werktage vor der Abreise an: Online oder telefonisch unter 0180- 6 99 66 33.

Umsteigehilfe für körperlich eingeschränkte Menschen oder Reisende mit Kindern

Sollten Sie Hilfe beim Umsteigen benötigen, empfangen wir Mitarbeiter der Bahnhofsmission Sie am Gleis und unterstützen Sie je nach Notwendigkeit mit Rollstühlen, Gepäckwagen und Hebebühnen. Melden Sie Ihre Fahrt spätestens vier Tage vor Beginn der Reise an. Bei kurzfristigen Anfragen erreichen Sie die nächste Bahnhofsmission auch telefonisch.

Logo der Bahnhofsmission

Die Geschichte der Bahnhofsmission

Die erste Bahnhofsmission eröffnete 1894 in Berlin als evangelische Einrichtung – zunächst mit dem Ziel, Frauen zu unterstützen, die zur Zeit der Industriellen Revolution vom Land in die Städte kamen, um zu arbeiten.

Im 1. Weltkrieg fanden Arbeitslose und Munitionsarbeiterinnen Beistand – und nach dem Krieg zurückkehrende Soldaten, Flüchtlinge und ehemalige Strafgefangene. In den 1930er Jahren bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten konzentrierte sich die Bahnhofsmission auf allein reisende Kinder und arbeitslose Jugendliche. Die dramatische Lage nach dem 2. Weltkrieg verlangte eine rasche Wiederaufnahme der Arbeit.

Technisierung und Digitalisierung beschleunigten in den 1990er Jahren und zur Jahrtausendwende hin die Anonymisierung des Bahnhofs und erhöhten damit die Bedeutung des humanitären Auftrags der Bahnhofsmission. Mittlerweile ist sie fester Bestandteil eines Netzwerkes sozialer Einrichtungen in den Städten und Gemeinden.