Digitale Weichendiagnose mit DIANA

– Infografik: Mithilfe von DIANA und Sensoren Störungen frühzeitig erkennen.

„Die Weichen stellen“ – das hat die Bahn wörtlich genommen und setzt eine neue Technik für die Beobachtung der Weichen im Schienennetz ein. Mit diesen „intelligenten Weichen“ soll der Zugverkehr zukünftig noch zuverlässiger werden.

Wie funktioniert die digitale Weichendiagnose?

Die neue Technik ähnelt der eines Elektrokardiogramms, kurz EKG, das die elektrischen Impulse unseres Herzmuskels misst. Das EKG gibt dem Arzt Auskunft darüber, wie fit und gesund der Patient ist. Genauso macht das die virtuelle Diagnose- und Analyseplattform (DIANA) mit den Weichen.

Infografik digitale Weichendiagnose DIANA

An der Weiche sind ein oder mehrere Antriebsmotoren angebracht. Wenn diese die Weiche in Bewegung setzen, fließt Strom. Im Stellwerk erfassen Sensoren den Stromverbrauch und übermitteln die Daten an DIANA. Das Computerprogramm gleicht die Ergebnisse mit dem Sollwert ab. Wenn der Weiche nichts fehlt, dann entspricht die Kurve der Referenzstromkurve. Wenn das Programm Abweichungen feststellt, dann schlägt DIANA Alarm.

Warum ist DIANA so hilfreich?

Mithilfe der Plattform werden Störungen, Fremdkörper in der Weiche oder Verschleiß frühzeitig erkannt. Und das Reparaturteam kann vorbeugende Maßnahmen einleiten: Entweder die Weiche warten oder austauschen, wenn sie defekt ist.

Wie weit ist der Ausbau der Stellstrom-Sensorik?

Die größeren Stellwerke in Deutschland arbeiten bereits mit den Sensoren. Dadurch werden inzwischen mehr als 5.000 Weichen per Ferndiagnose überwacht. Bis 2020 sollen insgesamt 30.000 Weichen mit der Stellstrom-Sensorik ausgestattet sein.

Die Möglichkeiten sind aber noch lange nicht ausgeschöpft: Zum Beispiel wäre es auch möglich, die Außentemperatur der Weiche oder die Schwellenbewegung* per Sensor zu messen und an die Diagnoseplattform DIANA anzuschließen.

*Die Bahnschwelle trägt die Schienen und befestigt diese, um die Spurweite der Gleise sicherzustellen.