Wie entstehen Zugnummern bei der Deutschen Bahn?

– Jeder Zug hat eine Zugnummer, doch wie entsteht diese eigentlich und was bedeutet sie?

Tag für Tag fahren unzählige Züge durch Deutschland und die angrenzenden Länder. Damit sie sich voneinander unterscheiden und koordiniert werden können, benötigen sie ein eindeutiges Erkennungszeichen: die Zugnummer.

Für jeden Fahrplan wird ein Zugnummernplan zwischen dem Infrastrukturbetreiber (DB Netz AG) und den Eisenbahnverkehrsunternehmen abgestimmt. Dieser wird von DB Netz veröffentlicht und zeigt, aus welchen Zugnummernbereichen die Unternehmen wählen können.

Zugnummern im Fernverkehr

Eine Zugnummer besteht im deutschen Fernverkehr in der Regel aus mehreren Ziffern und ist wie ein eindeutiger Name, der sich einem speziellen Zug zuordnen lässt. Züge mit einer ungeraden Endziffer fahren von West nach Ost oder von Nord nach Süd. Züge, die aufeinander folgende Nummern haben, fahren gewöhnlich auf der gleichen Strecke, nur in die entgegengesetzte Richtung. So fährt der Zug 582 von München nach Hamburg und der mit der Nummer 581 von Hamburg nach München. An der Ziffer vorne kann das Zugpersonal erkennen, dass es sich um einen ICE handelt. Die zweite Ziffer von hinten lässt auf die Strecke schließen.

Entstehung Zugnummern

Zug- und Liniennummern im Regionalverkehr

Nicht zu verwechseln ist die Zugnummer übrigens mit der Liniennummer. Diese gilt innerhalb einer bestimmten Region und kann deutschlandweit mehrfach vergeben werden. Im Bereich des Fernverkehrs dient sie allerdings nur internen Zwecken.
Eine wichtige Bedeutung kommt ihr im Regionalverkehr zu. Hier erscheint in der Fahrplanauskunft und auf den Anzeigetafeln im Bahnhof vorrangig die Liniennummer.
Mit der jeweiligen Liniennummer lassen sich im regionalen Schienennetzplan des Verkehrsverbundes dann auch die genaue Fahrstrecke des Zuges und die einzelnen Haltepunkte nachschauen.

Zugnummern im internationalen Verkehr

Für den internationalen Fernverkehr sind bestimmte Zugnummernbereiche vorgesehen, so z. B. die Zugnummern 2-499 für den IC-, ICE- und Nachtzugverkehr und für den grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitsverkehr nach Frankreich die Zugnummern 9550-9599. Ist ein Zug in zwei Ländern unterwegs, darf diese Nummer in beiden Ländern nicht noch einmal vergeben werden. Die jeweiligen Eisenbahnunternehmen stimmen sich jährlich untereinander über die Vergabe der Zugnummern ab.

Ausnahmen bei der Vergabe der Zugnummern

Wie bei jeder Regel gibt es auch bei der Vergabe der Zugnummern Ausnahmen. Hilfszüge, also Züge, die losgeschickt werden, wenn es einen Zwischenfall auf der Strecke gibt, werden gesondert benannt. So weiß jeder Fahrdienstleiter gleich, dass es sich um einen Hilfszug handelt, dem gegenüber anderen Zügen Vorfahrt eingeräumt wird. Auch Sonderzüge, die einmalig z.B. während einer Veranstaltung eingesetzt werden, haben eine andere Zugnummer als sonst.
Ist die Bundeskanzlerin auf Reisen, hat sie übrigens eine ganz besondere Nummer. Wenn sie im Zug durch Deutschland fährt, trägt dieser immer die Nummer „1“.