Mit Tempo zur Tiefenentspannung

– "Ich glaube ich träume", Pascal betritt das Abteil und schaut sich verwundert um.

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aftig grünes Efeu rankt aus alten Bahnkoffern von der Decke herab, die Tische sind schön dekoriert und mit Zeitschriften  bestückt, aus den Lautsprechern klingt wohlige Entspannungsmusik und ein herrlicher Duft nach Vanille liegt in der Luft: Am Montag haben wir die Reisenden im ICE zwischen Duisburg und Augsburg mit unserer Wohlfühloase überrascht und verwöhnt.  Unsere Redakteurin war mit an Bord.

Jetzt klopft euch mal ordentlich auf die Brust und macht alle den Gorilla.
Gisela Dombrowsky, Entspannungspädagogin

„Mama, ich kann jetzt nicht telefonieren, wir sind beim Lachyoga,“ Anna legt das Handy weg und kichert. Sie ist mit ihren beiden Brüdern Emil und Knut unterwegs, die sich vor Lachen kaum halten können. Überhaupt sind um mich herum alle gut drauf. Das haben wir Entspannungspädagogin Gisela Dombrowsky und ihrer kleinen Lachyoga-Einführung zu verdanken. „Einatmen, Arme hoch und jetzt lachen wir alle mal kräftig den Stress weg.“ Und sie fängt lauthals und völlig ungehemmt an zu lachen. Auch ich und meine Mitreisenden lassen uns davon anstecken.

 

Das Lachyoga war echt mal etwas Neues. Ich fand's auch gar nicht peinlich. Ich lache nämlich ohnehin total gerne und oft. Sabine, Mitreisende im Entspannungszug

Zugegeben: Mein Bedürfnis, in einem Zug vor Fremden auf Kommando die Arme in die Luft zu werfen und laut loszulachen, tendiert stark gegen Null. Aber ich bin neugierig und lasse mich auf das angebotene Lachyoga ein. Und Erstaunliches passiert: Die Peinlichkeit verfliegt schneller als ich zugeben möchte, und schon bald kann ich mich nicht mehr halten vor lauter Lachen. Es ist so eine Mischung zwischen „Was mache ich hier eigentlich?“ und „Hey, eigentlich ist es wirklich einfach – und lustig.“ Meine Nachbarinnen Sabine und ihre Kollegin Katrin strahlen ebenfalls über’s ganze Gesicht: „Das Lachyoga war echt mal etwas Neues. Ich fand’s auch gar nicht peinlich. Ich lache nämlich ohnehin total gerne und oft.“

Entspannung pur im Eventzug
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Ich nehme die Anregung mit und hole mir von Lachtrainerin Gisela gleich noch ein paar Tipps für die nächste Reise (siehe Infokasten). Denn Lachyoga kann man zum Glück auch praktizieren, ohne dass es die Sitznachbarn mitkriegen.

Gut gelaunt gehe ich nach dem Lachyoga weiter ans andere Ende des Abteils. Dort bin ich zur Handmassage verabredet. Und ich habe selten etwas Wohltuenderes erlebt. Meine Hände sind anfangs sehr verspannt, mehrmals muss mich Physiotherapeutin Chantal daran erinnern, mal locker zu lassen. Doch je länger sie meine Hände und Arme knetet, streicht und massiert und an meinen Fingern zupft, desto entspannter werden sie. Und nach 5 Minuten fühlen sie sich wirklich frisch und locker an. Der schnelle Effekt ist wirklich verblüffend.

Tolle Aktion. Sollte man gerne öfters anbieten. Christine, Mitreisende im Entspannungszug

Auch Christine gönnt sich die Handmassage. Sie ist gerade dienstlich von Mannheim nach München unterwegs und findet den Themenzug eine rundum gelungene Überraschung: „Tolle Aktion. Sollte man gerne öfters anbieten. Sonst ist man während der Fahrt ja meistens am Arbeiten oder E-Mails checken. Da ist so eine Handmassage schon eine super Abwechslung.“ Und ihr Kollege Karsten gibt der Masseurin parallel schon mal lachend seine Rückfahrzeiten durch, in der Hoffnung, auf dem Heimweg noch einmal in den Genuss der Massage zu kommen.

Das Lachyoga und die Handmassage haben mir so viele neue Eindrücke verschafft, dass es Zeit wird, meinen Synapsen etwas Ruhe zu gönnen. Also schnappe ich mir das Nackenkissen, das ich beim Einstieg bekommen habe, lasse mich in den Sitz fallen und blättere durch die ausgelegten Zeitschriften. Da kommt auch schon eine Hostess und bringt mir einen leckeren Mango-Orangen-Smoothie und eine Handcreme für die Massage zuhause. Hach, das Leben kann so schön sein! Und plötzlich verstehe ich, dass Yannick – ein junger Mann, der mir beim Lachyoga gegenüber saß – heute freiwillig eine Station später als geplant ausgestiegen ist.

Der Zug zum Thema Entspannung war eine wirklich rundum gelungene Überraschung mit sehr vielen einfachen, aber wirkungsvollen Anregungen für eine entspannte Zugfahrt. Und natürlich haben wir das Ganze auch auf Video festgehalten. Dieses können Sie ab 1. Juli hier abrufen. Neugierig?Dann tauchen Sie einfach nochmal in die schönsten Momente des Tages ein und lassen sich von der guten Stimmung anstecken.

Und damit Ihnen in der Zwischenzeit nicht langweilig wird, haben wir Ihnen hier im Portal weitere Tipps und Tricks von unseren Profis und anderen Mitreisenden zusammengestellt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Meditation im Zug?

Sofort bessere Laune

Lachyoga-Trainerin Gisela Dombrowksy hat uns ihre besten Tipps zur schnellen Entspannung unterwegs verraten.

Am einfachsten sind folgende Übungen:

  • die Gesichtsmuskeln um die Mund- und Backenpartie herum massieren
  • einen Stift zwischen die Zähne nehmen
  • die Mundwinkel wie beim Lächeln nach oben ziehen
  • Brust und Lunge weiten, Arme nach oben strecken, tief ein- und ausatmen
  • sich morgens vor den Spiegel stellen und laut lachen ("dann ist man nämlich schon mal zu zweit")

„Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn man gestresst ist, aktiviert man am besten seine Gesichtsmuskeln. Dadurch signalisieren wir dem Gehirn, dass wir entspannt und gut drauf sind. Wir tricksen es quasi aus. Die gute Laune stellt sich dann automatisch ein. Lachen ist übrigens auch ein besonders gutes Anti-Aging-Mittel. “

Tipps für entspanntes Reisen

Wir haben unsere Gäste gefragt, was auf einer entspannten Reise nicht fehlen darf. Hier ihre ultimativen Favoriten:

  • eine Kuscheldecke oder großes Tuch einpacken
  • ein Nackenkissen umlegen und eine Schlafmaske aufziehen
  • die Lieblingsmusik hören oder die Lieblingszeitschrift lesen
  • sich eine Massage vom Freund/Freundin geben lassen
  • immer etwas Schokolade oder Studentenfutter dabei haben

Probieren Sie es gerne aus – und kommen Sie entspannt an!

Am 6. Juli ist übrigens wieder ein Themenzug unterwegs. Dieses Mal dreht sich alles ums Thema Lesen.