„Ohne Fahrdienstleiter keine Zugfahrt!“

– Interview: Ein Fahrdienstleiter erzählt über die Anforderungen.

Als Fahrdienstleiter übernimmt man große Verantwortung. Wir haben uns den Arbeitsplatz angeschaut und bei Lukas Kösterke, der Fahrdienstleiter bei der DB Netz AG und berufsbegleitend studiert, nachgefragt, warum sein Job für den Zugverkehr in Deutschland extrem wichtig ist.

Hallo Lukas, welche drei Worte fallen dir auf die Schnelle zum Beruf des Fahrdienstleiters ein?

Stellwerk, Kaffee, Durchblick.

Was machst du bei einer Störung als erstes?

Ruhe bewahren und den Überblick behalten. Das ist am wichtigsten, wenn eine Störung auftritt. Gelingt dies nicht – oder nur bedingt -, so läuft man Gefahr, dass aus einer mehr oder weniger kleinen Störung eine große Störung resultiert.

Wie gehst du dann weiter vor?

Ich trete einen Schritt vom Arbeitsplatz zurück und versuche erstmal nachzuvollziehen, was da jetzt gerade genau passiert ist. Mit einem frischen Schluck Kaffee mache ich mich dann durchdacht und mit der nötigen Raschheit an die Arbeit.

Je nachdem um was für eine Störung es sich handelt, gebe ich den Auftrag zur Entstörung weiter, diktiere dem Triebfahrzeugführer nach Erfüllung der Vorbedingungen – beispielsweise Fahrwegsicherung und Fahrwegprüfung – einen schriftlichen Befehl.

Sicherheit ist im Eisenbahnverkehr das oberste Gebot. Warum spielt gerade im Störungsfall die Kommunikation mit dem Lokführer eine wichtige Rolle?

Eine enge und gute Zusammenarbeit zwischen Fahrdienstleiter und Lokführer ist sowohl im Regelbetrieb, als auch im Störungsfall von enormer Bedeutung. Durch die richtige Kommunikation kann das Ausmaß einer Störung im Rahmen gehalten und so zwangsläufig auftretende Verspätungen minimiert werden.

Die Sicherheit steht dabei immer an oberster Stelle.

Warum ist der Fahrdienstleiter auch für den Kunden sehr wichtig?

Ein Fahrdienstleiter ist meines Erachtens genauso wichtig wie ein Lokführer. Denn es gilt: Ohne Fahrdienstleiter keine Zugfahrt. Fahrdienstleiter bringen Weichen in die richtige Lage, stellen die Signale und leiten somit die Züge sicher in die richtige Richtung.

Viele im Regelbetrieb auftretende Vorkommnisse, wie der Rangierbetrieb oder auch die Disposition der Züge, kann keine Maschine übernehmen. Spätestens bei außergewöhnlichen Vorkommnissen ist der Mensch gefragt: denn dieser trifft im Zweifelsfall die wichtige Entscheidung.

 

Sie interessieren sich für den Beruf des Fahrdienstleiters? Dann schauen Sie bei DB Karriere vorbei.

Lukas Kösterke, Fahrdienstleiter, DB Netz AGLukas Kösterke koordiniert den Bahnbetrieb seit seiner erfolgreich absolvierten Ausbildung zum „Eisenbahner im Betriebsdienst – Fachrichtung Fahrweg“ oder kurz „Fahrdienstleiter“ im Jahr 2014 am Stellwerk Hamburg-Harburg.

Seit 2015 studiert er berufsbegleitend an der Fachhochschule Erfurt „Wirtschaftsingenieur für Eisenbahnwesen“.

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