So funktioniert ein Führerstand

– Infografik: Diese Knöpfe muss ein Lokführer im Regio-Zug bedienen.

Ehe sich ein Zug tatsächlich in Bewegung setzt, muss einiges getan werden. Im Führerstand leuchtet und blinkt es, zahlreiche Hebel und Knöpfe wollen vom Lokführer* bedient werden. In unserer Infografik sehen Sie, wie ein Führerstand in einem Regionalzug (hier die Baureihe 442, Foto oben) aussieht:

Fuererstand_Infografik

Die Hebel und Knöpfe im Führerstand

 

1 Not-Aus

Mit diesem Knopf wird eine Schnellbremsung vorgenommen. Wenn der Zug aus verschiedenen Gründen sofort zum Stillstand kommen muss, muss dieser Knopf gedrückt werden.

2 Digitalfunk

Dank diesem System kann der Lokführer Kontakt zum Stellwerk aufnehmen.

3 Fahr-/Bremsschalter

Mit diesem Schalter beschleunigt oder bremst der Lokführer den Zug.

4 Bedienfeld Maschinentechnik

Bremsfunktionen, Zugbeeinflussung und Fahrgastinformation werden über dieses Bedienfeld eingesehen und bedient.

5 Schlüsselschalter

Ähnlich einem Auto wird hier durch das Einstecken des Schlüssels der Führerstand aktiviert.

6 Anzeige Fahrt

Dieser Bildschirm zeigt u.a. die Geschwindigkeit sowie den Kraftaufwand für Bremsen und Beschleunigen an.

7 Manometer

Dieses zeigt den Druck in der Bremssteuerleitung und im Bremszylinder an.

8 Bedienfeld EBuLa

Der „Elektronische Buchfahrplan und Langsamfahrstellen“ informiert über Halte- und Geschwindigkeitsbegrenzungen.

9 Diverse Schalter

Lautsprecher, Klimaanlage, Lampentests und einiges mehr wird über diese Schalter bedient.

10 Zugbeeinflussung

Mit diesem Hebel zeigt der Lokführer der Zugelektronik an, wenn er ein Haltesignal gesehen hat und bremsen wird.

11 Stromabnehmer

Mit diesem Hebel kann der Lokführer den Stromabnehmer heben und senken. Dieser Stromabnehmer überträgt Strom von der Oberleitung in den Zug.

12 Beleuchtung

Mit diesen Hebeln werden die Beleuchtung im Fahrgastraum und im Führerraum sowie die Zugsignale gesteuert .

13 Sanden

Dieser befindet sich am ersten Drehgestell pro Fahrtrichtung und hilft beim Bremsen und Anfahren, insbesondere bei rutschigen Schienen.

14 Führerbremsventil

Dieses Ventil entlüftet die Hauptluftleitung, was zum Bremsen führt. Das funktioniert auch bei ausgefallener Elektronik.

15 Türen

Mit diesem Knopf schließt und öffnet der Lokführer die Türen des Zuges.

16 Notbremsüberbrückung

Anhand dieses Knopfes fährt der Zug trotz gezogener Notbremse weiter, um an einer geeigneten Stelle (also nicht im Tunnel) halten zu können.

18 SiFa-Fußtaster

Diesen Sicherheits-Fahrschalter muss der Lokführer während der Fahrt in bestimmten Abständen bedienen. Sonst stoppt der Zug automatisch.

19 Makrofon

Hier versteckt sich die klassische Hupe.

Seit wenigen Jahren sind die wesentlichen Elemente in Führerständen europaweit standardisiert.

Klingt alles recht kompliziert, oder? Kein Wunder, dass alle, die Lokführer werden möchten, eine Ausbildung durchlaufen und danach ständig ihr Wissen wieder auffrischen müssen.

 

*Fachlich richtig ist der Begriff Triebfahrzeugführer. Umgangssprachlich und bekannter ist allerdings der Begriff Lokführer.