Im ICE unterwegs (Teil 1): Eine besondere Begegnung auf der Zugfahrt zwischen Frankfurt und München

– Zum 25. Geburtstag des ICEs erzählen wir Ihre besten Bahn-Geschichten.

Diese Momente, die einem immer wieder ein Lächeln entlocken, sobald sie plötzlich im Kopf „aufploppen“ – wer kennt sie nicht? Auch Mirko Lange hat einen solchen Moment oder vielmehr eine ganz besondere Begegnung. Anlässlich des großen 25. Jubiläums des ICEs erinnert sich der Vielfahrer und Digital-Unternehmer an diese unvergessene Zugfahrt…

Meist nutzt er die Zugfahrt zum Arbeiten

Es geschah im ICE von Frankfurt nach München. „Eigentlich wollte ich unbedingt arbeiten, hatte wahnsinnig viel zu tun“, so Mirko. Im fast leeren 1. Klasse-Abteil, mitten am Tag fährt der gebürtige Berliner gern. Plötzlich stieg eine ältere Dame zu und setzte sich ihm gegenüber.

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Wildfremde Menschen werden im Zug zu Freunden

„Wir kamen sehr schnell ins Gespräch. Sie war eine katholische Nonne im Ruhestand und hatte irgendwie eine ganz besondere Aura“, erzählt Mirko. „Wie als würde sie von innen leuchten. Klingt kitschig, war aber so.“ Über die derzeitige Flüchtlingsdebatte hin zu ihrer eigenen Flucht vor vielen Jahren aus Ostpreußen – ihre offene und selbstreflektierte Art gefiel Mirko. „Sie hat lang über ihre Vergangenheit geredet. Spannende Episoden, aber auch so berührende und erschreckende, bei denen ich Gänsehaut bekam.“

Obwohl seine Arbeit wartete, das Handy immer wieder vibrierte, tauchte Mirko voll in das Gespräch ein. Er war fasziniert von dieser wildfremden Mitfahrerin, ihrer ansteckenden Herzenswärme und ihren Erfahrungen aus 80 Jahre Leben.

Mit seligem Lächeln kam er am Münchner Hauptbahnhof an

Als die Nonne schließlich in Nürnberg ausstieg, sagte sie: ‚Mirko, es war so schön. Darf ich dich drücken? ‚- „Das fand ich klasse! Als hätte ich in wenigen Stunden eine richtige Freundin gefunden.“ Ein intensives Erlebnis, dass Mirko in München angekommen mit einem seligen Lächeln in die Nacht entließ.

Mirko Lange im Zug

Der Online-Unternehmer und – berater Mirko Lange wohnt in München, fährt beruflich und privat mehrmals pro Woche mit dem Zug durch Deutschland. Dass er dabei oft spannende Menschen kennenlernt, schätzt er sehr.