Die Weichenheizung hält die Bahn im Winter auf Kurs

– Mit der Heizkraft eines Hauses gegen Schnee und Eis.

Bei jeder Bahnfahrt überqueren Sie viele davon: Weichen. Während der Zug über die Schienen gleitet, sorgen sie dafür, dass auf der Fahrt von A nach B die Richtung stimmt. Von Ihnen als Fahrgast unbemerkt, verrichten die 72.000 Weichen im Schienennetz Tag für Tag ihren Dienst. Insbesondere im Winter ist das aber keine Selbstverständlichkeit. Schnee und Eis können die Funktion einer Weiche mitunter stören – und damit den gesamten Zugverkehr.

Damit das nicht passiert, sind rund 48.000 Weichen mit einer Weichenheizung ausgestattet. Wie sie funktioniert, zeigt Ihnen unsere Infografik.

Per Messfühler werden Witterung und Schienentemperatur überwacht

Eine Weiche im Winter durchgängig zu beheizen wäre schlicht Energieverschwendung. Die Heizleistung einer elektrischen Weichenheizung ist mit 18 bis 20 Kilowatt ausreichend, um ein Einfamilienhaus zu beheizen. Deshalb sorgen Messfühler dafür, dass die Heizung erst aktiviert wird, wenn die Witterungsverhältnisse es erfordern. Registriert der Messfühler zum Beispiel Regen oder Schnee, wird diese Information an den Steuerungskasten gesendet, der wiederum die Weichenheizung in Gang setzt. Durch das Erwärmen der Backenschiene wird so das Zuschneien und Vereisen der Weiche verhindert.

Abdeckungen schützen vor herabfallenden Eisbrocken von Zügen

Eine weitere Gefahr für Weichen sind Schnee- und Eisbrocken, die sich unter Zügen bilden und herabfallen können. Durch ihre Größe und Gewicht können sie sich in der Weiche verkanten und sie blockieren und nachhaltige Schäden an der Elektronik der Weichenheizung verursachen. Um das zu verhindern, schützen zusätzlich spezielle Abdeckungen die Weiche.

Die Weichen selbst werden für Sie vom Zug aus auch weiterhin unsichtbar bleiben. Doch wenn Sie bei Ihrer nächsten Bahnfahrt entlang der Strecke einen Verteilerkasten mit Messfühler sehen, können Sie zumindest vor Ihren Mitreisenden mit Wissen glänzen.