Was ist eigentlich ein Kopfbahnhof?

– Wir erklären Ihnen, was sich hinter dem Bahn-Begriff verbirgt.

Während der Reise mit Bahn hört man viele Begriffe. Die meisten kann man irgendwie gar nicht richtig einordnen. Kennen Sie das? Ja? Dann helfen wir gerne weiter! Diesmal: Der Kopfbahnhof.

Dieser ist nicht nur eine Drehscheibe des Schienenverkehrs. Auch wortwörtlich wird hier gedreht – und zwar Züge. Denn wenn ein ICE in diesem Bahnhof hält, muss er wieder rückwärts ausfahren. Aber was ist ein Kopfbahnhof genau?

Am Kopfbahnhof muss sich gedreht werden

In einem Kopfbahnhof, umgangssprachlich Sackbahnhof genannt, enden Gleise und auch einfahrende Züge an einem Prellbock. Für alle Züge ist hier erstmal Endstation. Um weiterzufahren, muss sich der Kopf des Zuges drehen. Daher auch der Name. Früher muss, genauso wie heute, zunächst „Kopf gemacht“ werden, bevor die Fahrt weiter geht. Genauer gesagt: der Zug wechselt seine Fahrtrichtung.

Alle Züge, die planmäßig in einen Kopfbahnhof einfahren, haben an beiden Enden eine Lokomotive oder einen Triebkopf, was zeitaufwendige Manöver vermeidet. Hier wechselt der Lokführer seinen Führerstand und dann geht es weiter! Was ist noch besonders an einem Kopfbahnhof?

Merkmale eines Kopfbahnhofes:

  • Quer liegendes Empfangsgebäude, in dem alle Gleise enden – für barrierefreies Umsteigen
  • Stufenfreie Bahnsteigzugänge
  • Riesiges Weichen- und Gleisfeld vor dem Bahnhof
  • Nähe zum Stadtzentrum – meist muss man nicht weit bis zur Stadtmitte laufen

Heute eine Seltenheit

Auch wenn heutzutage der komplette Zug nicht mehr gedreht wird, verweilen weiterfahrende Züge meist länger im Bahnhof. Warum? Der Lokführer muss aussteigen, an das andere Ende des Zuges laufen und dort in den Triebkopf oder eben die Lok steigen. Erst dann kann der Zug die Fahrt fortsetzen. Um diese Zeit zu verringern, wurden viele Kopfbahnhöfe umgebaut. Bei manchen Kopfbahnhöfen ergänzte man beispielsweise Untertunnel für den S-Bahnverkehr, manche wurden komplett umgebaut. Deshalb gibt es in Deutschland heute nur noch 23 Kopfbahnhöfe – früher waren es 87.

Beispiele für Kopfbahnhöfe in Deutschland