Mareike zieht im Zug auch mal andere Saiten auf

– Sie ist professionelle Geigerin und reist mit dem Zug quer durch Deutschland zu ihren Auftritten.

Kopfhörer auf, Lieblingssong auf die Ohren: Die einen lassen sich während der Zugfahrt gern von Beats, Rhythmen oder Melodien berieseln und entspannen dabei. Mareike verbindet ihre Zeit auf der Schiene ebenso gerne mit Musik – allerdings etwas anders: Sie übt Geige im Zug. Das hat uns neugierig gemacht und wir haben im Gespräch mit ihr mehr dazu erfahren.

 

Mareike, auf dem Gewinnspiel-Foto sieht man Sie Geige im Zug spielen. Machen Sie das eigentlich öfter?

Würde ich tatsächlich gern, aber das klappt leider nicht allzu oft. Manchmal, wenn das Abteil sehr leer ist, packe ich schon mal meine Geige aus und spiele leise darauf. Als professionelle Geigerin habe sie halt meistens mit im Gepäck.

Meistens nutze ich die Zugfahrt aber, um mich ganz im Stillen, auf kommende Proben und Konzerte vorzubereiten. Ich gehe in Gedanken die Musikstücke noch einmal Note für Note durch, schreibe mir Anmerkungen an den Blattrand oder schneide und klebe – denn auch das gehört als Profi-Musiker dazu – die Notenblätter zurecht.

Und was machen Sie, wenn Sie nicht gerade im ICE Geige spielen?

Auch dann dreht sich bei mir fast alles um die Musik: Seit ein paar Jahren bin ich nun schon fester Teil des Bonner Beethoven-Orchesters. Davor habe ich bei den Philharmonikern in Hamburg sowie im Opern-und Museumsorchester Frankfurt gespielt.

Das Engagement in Bonn ist eine Teilzeitstelle, so bin ich nebenher noch viel unterwegs: Zum Beispiel toure ich mit einem Ensemble für Neue Musik durch Deutschland und Europa, organisiere Fahrrad-Reisen für Bach-Liebhaber und mache gerade eine Zusatzausbildung im Gesundheitsbereich in Berlin. Ich bin meistens nicht länger als zwei Wochen zu Hause in Bonn.

Was genau hat es mit den Bach-Fahrradreisen auf sich?

Mein neuestes Projekt ist die „Bach by Bike“-Tour, die ich gemeinsam mit meiner Freundin organisiere. Wir haben uns während des Studiums kennengelernt und festgestellt, dass wir denselben Lieblingskomponisten haben. Vor drei Jahren kamen wir auf die Idee, ihm eine ganze Reise zu widmen und sein Leben auch Anderen näher zu bringen. Im August führen wir wieder eine Woche lang Bach-Fans quer durch Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Warum gerade Bach?

Die Leidenschaft für Barockmusik und speziell für Johann Sebastian Bach habe ich schon als Kind entwickelt, sicherlich kein purer Zufall: Mein Vater ist Kantor und Kirchenmusiker.

Wie bringen Sie denn Geige und Fahrrad auf einer Zugfahrt unter?

Im Alltag nutze ich das Fahrrad meist für kürzere Strecken. Für die mehrtägige Fahrrad-Tour reise ich zwar mit der Bahn an, aber da übe ich dann keine Noten, sondern genieße die freie Zeit oder lese einfach mal ein Buch. Außerdem komme ich gerne auch mal mit Mitreisenden ins Gespräch. Gerade im Fahrrad-Abteil ergeben sich oft sehr nette Begegnungen.

Für die „Bach by Bike“-Tour tauscht Mareike ab und an ihre geliebte Geige gegen das Fahrrad ein. Ansonsten ist das Instrument ihre feste Reisebegleitung. Haben auch Sie etwas, das auf keiner Zugfahrt fehlen darf? Dann verraten Sie uns gerne, was es ist!