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ITB 2015: Wie wir Kulis in Visitenkarten verwandelten…

– So erlebten Eva und Julia die Messe auf dem DB-Stand.

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us Sicht eines Besuchers verläuft so eine Messe immer nach dem gleichen Schema: Eröffnung, Fachbesuchertage, Publikumstage, fertig. Im Prinzip ist das auch richtig. Interessant wird es aber, wenn man einmal die Perspektive wechselt. Eva und Julia haben Tagebuch geführt und erzählen darin, wie sie die diesjährige ITB und ihre Besucher als Aussteller bzw. Standpersonal erlebt haben.

3. März – Anreisetag

ITB Berlin Bahnhof Ankunft

Anreisetag: „Am späten Abend des 3. März kommen wir in Berlin an. Noch einmal schlafen bis zum Start." (Eva)

Noch bis zuletzt hat man vom Büro aus organisiert, telefoniert und die letzten E-Mails rausgeschickt. Im Zug nach Berlin geht man noch einmal die innere Checkliste durch, um sicherzugehen, dass man auch wirklich nichts vergessen hat. Bei aller Vorbereitung weiß man, der Teufel steckt im Detail. In die Vorfreude auf die Abwechslung zur täglichen Büroarbeit mischt sich immer auch etwas Anspannung, angesichts der bevorstehenden Tage am Messestand. Wer schon einmal acht Stunden an einem Messestand verbracht hat, wird die Anspannung sicher gut nachvollziehen können. Am späten Abend des 3. März kommen wir in Berlin an. Noch einmal schlafen bis zum Start.

4. März – der Morgen der Eröffnung.

„Nur unter höchstem Druck entstehen auch Diamanten“

Als wir am Morgen an „unserem“ Stand in Halle 13 ankommen, bietet sich das übliche Bild: Im Grunde ist alles fertig, aber bis kurz vor der Eröffnung wird hier noch das Licht eingestellt und dort noch ein Pflanzenkübel zurechtgerückt. Doch Messebauer sind, so scheint es uns, generell eher entspannte Zeitgenossen und diese letzten Arbeiten sind vielmehr ihrem Perfektionismus geschuldet. Außerdem sagt man ja: „Nur unter höchstem Druck entstehen auch Diamanten“.

4. bis 6. März – Fachbesuchertage

Wie wir Kulis in Visitenkarten verwandeln…

Unser Tag beginnt um 9 Uhr mit einem Messebriefing. Hier trifft man auch die anderen Kollegen, die mit uns als Standpersonal in den nächsten Tagen dafür sorgen werden, dass unsere Kunden und Geschäftspartner zur richtigen Zeit zum richtigen Termin an den richtigen Meeting-Point zu bringen. Dass das immer klappt hat etwas ebenso Magisches wie unsere Taschen. Zu Beginn des Tages sind die noch randvoll mit Kulis. Am Abend sind die Kulis weg und die Taschen dafür mit jeder Menge Visitenkarten gefüllt. Einen Kuli sollte man sich aber immer behalten, um zu notieren, welchen Kontakt man im Nachgang der Messe an welche Kollegen weitergibt.

Give aways Messe Lager ITB

Die Schatzkammer: „So nennen wir den Lagerraum, in dem all die kleinen „Give-Aways“ lagern, die sich bei Messebesuchern größter Beliebtheit erfreuen." (Julia)

Eine Messe ist die beste Diät

Gutes und vor allem leichtes Essen sind das A und O für einen erfolgreichen Messetag. Zugegeben, das klingt jetzt ein bisschen nach einer Müsliriegel-Werbung. Aber bei acht Stunden Standdienst und durchschnittlich sieben Kilometern Fußweg pro Tag sollte man sich wirklich nicht unnötig mit schwerer Kost belasten.

Der Mythos „Messeparty“

Ja, es gibt sie tatsächlich. Bei jeder Messe gibt es nach dem offiziellen Teil auch Stand- und Messepartys, an vielen verschiedenen Orten in Berlin. Natürlich sind wir auch losgezogen, denn nach einem Messetag ist man zwar müde, aber meist noch viel zu überdreht, um gleich schlafen zu gehen. Für eine durchtanzte Nacht reicht es dann aber (zumindest in unserem Fall) auch nicht mehr. Ein bisschen an der Bar stehen, leicht zur Musik wippen und den Tag bei einem Getränk ausklingen lassen – das war’s schon! Ob man uns das glaubt, sei natürlich dem geneigten Leser überlassen. Jedenfalls möchten wir uns an dieser Stelle bei allen entschuldigen, die sich nun eine Beichte von wilden Eskapaden erhofft haben.

Party Messe ITB

Auf der Messeparty: „Ein bisschen an der Bar stehen, leicht zur Musik wippen und den Tag bei einem Getränk ausklingen lassen – das war’s schon!" (Julia)

7. und 8. März – Publikumstage

Von „Give-Aways“ in der Brandung und Hinterhöfen…

Die Regel Nummer eins an den Publikumstagen: Vor 10 Uhr den Messe-Eingang passieren, um rechtzeitig am Stand parat zu stehen! Das bedeutet, sich durch die Schlange der wartenden Besucher zu kämpfen, was nicht selten sehr skeptisch beäugt wird. Missachtet man diese Regel, kann es schnell passieren, dass die ersten Kunden bereits vor einem am Messestand sind.
Am Stand angekommen geht es in die „Schatzkammer“, also in unseren Lagerraum, in dem all die kleinen „Give-Aways“ lagern, die sich bei den meisten Messebesuchern größter Beliebtheit erfreuen. Von Gummibärchen über Pfefferminz bis hin zum Reinigungstuch fürs Smartphone – die Besucher nehmen dankbar an, was in regelmäßigen Abständen auf den Tischen am Stand verteilt wird.
Manchmal kommt man mit dem Nachlegen gar nicht hinterher. Das ist ungefähr so, wie wenn man eine Handvoll Sand in die Brandung am Strand legt – nach einer Welle ist alles weg.

Erfahrungswerte – die drei Typen von Messebesuchern

Eines vorweg, wir freuen uns über jeden Besucher an unserem Stand. Ehrlich. Letztlich sind aber auch wir nur Menschen mit Gefühlen und da bleibt es nicht aus, dass einem manche Besucher in besonders netter, andere eher nicht so nett in Erinnerung bleiben. Die folgende Charakterisierung sollte man also mit Humor nehmen und sich ein Augenzwinkern dazu denken.

Messebesucher – drei häufige Typen

Typ #1 – der Vorbereitete

Merkmale: Interessiert, hat konkrete Fragen, angenehmer Gesprächspartner
Erwartung: Kompetente Auskünfte, freut sich aber auch über ein nettes Give-Away
Auftreten: Zurückhaltend bis offen, aber stets freundlich

Typ #2 – der Interessierte

Merkmale: Offen, will mal schauen, lässt sich gerne auf ein Gespräch ein
Erwartung: Lässt alles auf sich zukommen, spekuliert insgeheim aber auch auf Give-Aways
Auftreten: Schlendert suchenden Blickes über den Stand, bis er angesprochen wird

Typ #3 – der Räuber

Merkmale: Zielstrebig, keine Zeit für Höflichkeit und keine Ahnung an wessen Stand er ist
Erwartung: Er will nur das eine – Give Aways. Davon möglichst viele und ohne Umwege
Auftreten: Tippt dem Standpersonal auf die Schulter und fragt: „Was gibt’s ´n hier?“

 

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