New Work Train – mobiles Arbeiten im Zug

– Experten diskutieren im ICE 4 über Arbeitskonzepte der Zukunft

Unsere Arbeitswelt verändert sich. Immer mehr Unternehmen bieten ihren Angestellten flexiblere Arbeitsbedingungen an, es findet ein Umdenken statt. In unserer heutigen Wissensgesellschaft müssen immer weniger Mitarbeiter zwingend im Büro anwesend sein. Was das genau bedeutet und wohin die Entwicklung noch gehen könnte, diskutierten Markus Albers, Tobias Kremkau und Sebastian Sooth, alle drei Experten im Bereich Coworking und modernes Arbeiten gemeinsam mit Bloggern und Journalisten. Passend zum Thema fand der Austausch unterwegs statt – genauer gesagt im ICE 4 auf dem Weg von Hamburg nach Kassel.

Unternehmen denken um

„Zu Hause arbeiten gibt uns Freiheit. Arbeiten im Büro gibt uns Struktur. In Cafés gibt es guten Kaffee und man trifft Gleichgesinnte. Coworking verbindet alles miteinander.“ So fasst Tobias Kremkau die verschiedenen Möglichkeiten mobilen Arbeitens zusammen. Er selbst ist Coworking-Fan und hat schon an vielen verschiedenen Orten in Europa in Coworking-Spaces gearbeitet. Er hat festgestellt, dass in vielen Unternehmen bereits ein Umdenken stattgefunden hat. Allerdings treffen oft noch neue und alte Arbeitsweisen aufeinander und das führt zu Konflikten. „Wir sollten für unsere Leistung und nicht für unsere Anwesenheit bezahlt werden. Man muss seinen Mitarbeitern vertrauen“, fordert er.

Der ICE als mobiles Büro

Denn zum Arbeiten selbst braucht man mittlerweile oft nur noch einen Laptop und Internet. Dank verbessertem WLAN im ICE eignet sich auch der Zug als mobiler Arbeitsplatz oder Coworking-Space. Das bestätigt auch Sebastian Sooth. Bei der DB Mindbox  arbeitet er gemeinsam mit Start ups an der Entwicklung neuer Ideen. Persönlich nutzt er eine Zugfahrt gerne zum konzentrierten Arbeiten: „Beim Arbeiten im Zug wird man nicht dauernd gestört.“ Er geht sogar noch weiter und träumt davon, dass irgendwann einmal Bahnhöfe auch als Coworking-Spaces dienen oder gar ein Hackathon in einem Zug stattfinden könnte.

New-Work-Train-Graphic-Recording

Graphic Recording zur Veranstaltung New Work Train.

Flexibleres Arbeiten ist Fluch und Segen zugleich

Ständige Erreichbarkeit und immer mehr Tools, über die wir uns mit anderen austauschen und vernetzen. Das alles sorgt zwar dafür, dass wir nicht mehr alle zwingend am gleichen Ort sein müssen, um zusammenzuarbeiten, bringt aber auch Nachteile mit sich. Wir sind ständig online und verfügbar. Auf Dauer kann das krank machen. Markus Albers befasst sich schon länger mit genau diesem Aspekt. Er sagt: „Wir brauchen auch Raum, um mal abzuschalten und aufzuladen. Hin und wieder muss man den Blick vom Bildschirm heben und einfach schweifen lassen.“ Im Zug geht das natürlich besonders gut. Also beim nächsten Arbeiten im Zug auch mal eine Pause einlegen und sich nur auf die vorbeiziehende Landschaft konzentrieren. Wer schwer abschalten kann, sollte sich gezielt Zeit dafür einplanen, rät Albers. Bei manchen Tools lässt sich auch einstellen, dass man nach einer gewissen Uhrzeit keine Benachrichtigungen mehr bekommt. So kann man sich Freiräume zum Entspannen schaffen. Denn trotz aller neuer Entwicklungen im Bereich der Arbeit, darf das Privatleben nicht zu kurz kommen. Darin sind sich alle drei einig.

Experten-im-New-Work-Train

v.l.n.r. Mathias Haas, Sebastian Sooth, Markus Albers, Tobias Kremkau

Mathias Haas ist Autor und Redner und beschäftigt sich als Trendbeobachter mit Zukunftsthemen. Er moderierte die Veranstaltung.

Sebastian Sooth arbeitet bei db mindbox gemeinsam mit Start ups an der Entwicklung neuer Idee für die Deutsche Bahn.

Markus Albers ist Autor, Berater und Unternehmer und befasst sich vorrangig mit dem Thema Zukunft der Arbeit.

Tobias Kremkau ist Coworking Manager und Mitbegründer des Instituts für Neue Arbeit (IfNA).