Der große Coup

– Die Olsenbande stellt die Weichen – und gewinnt eine Reise

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in halbes Jahr haben Jörg und seine Freunde Secondhand-Läden durchforstet und Kostüme recherchiert – als echte Fans der Olsenbande wollten sie schließlich standesgemäß gekleidet nach Kopenhagen reisen. Mit dieser Idee landeten sie bei unseren Gewinnspiel auf dem ersten Platz und damit den großen Coup: Demnächst wartet eine Städtereise auf die drei Freunde aus dem Raum Dresden.

Vorher dürfen wir Ihnen aber noch das neuste Abenteuer der sympathischen Ganoven präsentieren:

Und wie geht es nun weiter mit den Abenteuern? Gibt es einen Plan? Wenn, dann hat ihn wohl Jörg alias Egon Olsen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Viele Olsenbanden-Fans reisen irgendwann nach Kopenhagen, um die Originalschauplätze zu sehen, an denen die Filme gedreht wurden aber die wenigsten verkleiden sich. Wurden sie eigentlich erkannt?

Also in Dänemark schon, da kennt jeder die Olsenbande. Die ist dort so etwas wie nationales Kulturgut. Wir wurden mit ‚Skide godt‘ begrüßt, also mit ‚Mächtig gewaltig‘. Viele haben gelacht, uns fotografiert oder gefragt, ob wir einen Plan haben.

Und in Deutschland?

Da schwankte die Reaktion zwischen Rätselraten und anerkennendem Zunicken. In Hamburg dachten wohl viele, dass wir einen Junggesellenabschied machen und haben sich vielleicht gewundert, dass eine Frau dabei ist.

Woher kennen Sie vier sich eigentlich?

Wir sind Arbeitskollegen und leidenschaftliche Skatspieler. Deshalb fahren wir auch gerne Zug – weil man dort lange und ungestört Karten spielen kann. Auf unserer ersten Reise wollten wir uns schick anziehen, und weil wir alle die Olsenbande mögen, haben wir uns entsprechend kostümiert. Am Strand von Warnemünde haben wir uns dann gedacht, Mensch, da drüben liegt Kopenhagen, da müssen wir auch mal hin. So entstand die Idee zu der Reise.

Bis heute ist die Popularität von Egon, Benny, Kjeld und Yvonne in Ostdeutschland ungebrochen. Es gibt Theatervorführungen, aktive Fanclubs, in Rostock hat eben eine große Ausstellung eröffnet.

Ich glaube, das hat etwas mit Erinnerungen zu tun. Olsenbande, das ist ein bisschen wie alte Fotos anschauen und zu gucken, wie man gelebt und gelacht hat.

Olsenbande Kopenhagen

In der DDR waren die Filme der dänischen Kriminalkömodie Kult, während sie in Westdeutschland kaum beachtet wurden. Warum?

Die Welt der Olsenbande kam uns damals sehr vertraut vor. Dieses ständige Improvisieren, damit der Plan gelingt, und am Ende klappt es meistens doch nicht. Aber es kann auch an der Synchronisation liegen, dass die Filme im Osten besser ankamen als im Westen, die DEFA hat sich sehr viel Mühe gegeben, den speziellen Humor rüberzubringen.

Woher haben Sie die Anzüge und die Hüte?

Die haben wir aus dem eigenen Fundus oder vom Flohmarkt. Die Hebammentasche haben wir uns ausgeliehen. Die Melone von Egon bestellten wir über das Internet in Italien. Den Schlips malten wir selbst, weil er so ein besonderes Muster hat. Alles in allem haben wir uns ein halbes Jahr lang auf die Reise vorbereitet.

Was hatte die Olsenbande im Gepäck?

Stethoskop, Handschuhe und Talkum. Auf dem Filmgelände der Nordisk Film in Kopenhagen durften wir damit auch einen Safe knacken!

Warum sind Sie eigentlich nicht mit dem Bus oder Auto gefahren? Mit dem Zug dauert es ja über zehn Stunden von Dresden nach Kopenhagen.

Bus geht gar nicht! Da kann man weder erholsam schlafen, noch Skat spielen, und es gibt keinen Kellner, der einem Essen bringt. Ganz zu schweigen von dem Ausblick – nichts als trostlose Autobahnen.

Mit Ihrem Foto haben Sie eine Reise gewonnen, wo soll es denn hingehen?

Hamburg ist derzeit unser Favorit, aber dieses Mal ohne Kostümierung.