Pendlerin Sarah hat im Zug ihre große Liebe gefunden

– Fast hätte Sarah ihre große Liebe verschlafen, doch dann fasste Dominik sich ein Herz.

Bei unseren Recherchen stoßen wir immer wieder auf die unterschiedlichsten Geschichten über nette Bekanntschaften im Zug. Die folgende Geschichte ist so schön, dass wir Sie Ihnen auf keinen Fall vorenthalten möchten. Theaterwissenschaftlerin Sarah erzählt uns, wie Dominik im richtigen Augenblick die Chance ergriffen und damit eine Liebesgeschichte ins Rollen gebracht hat, die wohl kein Drehbuchautor hätte besser erfinden können.

„Mein Name ist Sarah und ich pendelte damals für mein Studium mit dem Zug von Frankfurt nach Gießen. Es war ein schöner Tag im Oktober, das Wintersemester hatte gerade begonnen. Mittags nach der Uni stieg ich in Gießen in den Zug, stellte mein Fahrrad ab und machte es mir gemütlich. In Friedberg setzte sich ein junger Mann auf den Platz gegenüber und vertiefte sich in sein Buch: Stiller von Max Frisch, eine eher ungewöhnliche Freizeitlektüre, wie ich fand. Wie auch immer, ich war an diesem Tag etwas müde, also schloss ich die Augen und genoss die warme Herbstsonne auf meinem Gesicht.

Viel Mut und ein kleiner Etappensieg

So kam ich entspannt in Frankfurt an, schnappte mein Fahrrad und stieg aus dem Zug. Was ich nicht geahnt hatte: Dominik, so hieß mein Gegenüber, hatte mich beim Sonnenbad beobachtet. Und wie er mir später erzählte, konnte er seine Augen die ganze Zugfahrt bis Frankfurt nicht mehr von mir abwenden.

Noch auf dem Bahnsteig sprach er mich an: Ob er mir eine Frage stellen könnte, wie ich hieße, ob ich in Frankfurt wohne… Er war hinreißend bemüht, das Gespräch nicht abreißen zu lassen und sehr aufgeregt. Aber er gefiel mir. Er war wie ich sehr sportlich und interessierte sich, wie ich ja wusste, für Literatur. Und weil ich den restlichen Tag frei hatte, ließ ich mich spontan auf seine Einladung ins Café ein.

Das Happy End kommt – aber anders als gedacht

An diesem Tag haben wir noch lange zusammengesessen und gut unterhalten. Und danach war klar, dass wir uns auf jeden Fall wiedersehen wollten, und zwar in der Kletterhalle, in der Dominik jobbte.

Doch daraus wurde erst mal nichts, denn ich hatte wenig später einen üblen Unfall und lag einige Zeit im Krankenhaus. Und da war er – Dominik kam fast jeden Tag vorbei, leistete mir Gesellschaft und war während der gesamten schlimmen Zeit für mich da – als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Und was soll ich sagen: Aus unserer Freundschaft wurde sehr schnell Liebe.

Mittlerweile sind die beiden zu dritt

Das war vor viereinhalb Jahren. Zwischenzeitlich haben wir beide unser Studium beendet, sind ins Berufsleben eingestiegen und zusammengezogen. Und wir gründeten eine Familie. Unsere Tochter ist mittlerweile fast zwei und ein echter Sonnenschein. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem wir ihr die Geschichte erzählen, wie Papa auf dem Bahnsteig seine Chance ergriffen und sich sein Liebesglück geangelt hat.“

Nicht jede zufällige Begegnung im Zug führt wie bei Sarah und Dominik zur großen Liebe, aber zum Glück reicht ja oft schon ein interessanter Gegenüber und ein anregendes Gespräch, um eine Bahnfahrt zu etwas ganz Besonderem zu machen. Haben Sie auch schon einmal eine nette Bekanntschaft im Zug geschlossen? Falls ja, schreiben Sie uns gerne, wen Sie getroffen haben und auch auf welcher Strecke!