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Poesie auf Schienen

– Sie mögen Gedichte? Georg Walterskirchen nimmt Sie mit auf eine poetische Zufahrt.

Den Blick aus dem Fenster schweifen lassen und die Gedanken auf Reisen schicken, während draußen die Landschaft und damit die Eindrücke sekündlich wechseln. So beschreiben viele Reisende das, was sie am Bahnfahren am liebsten mögen. Georg Walterskirchen ist einer von ihnen. In Gedichtform verarbeitet er seine Eindrücke. Kommen Sie mit auf eine poetische Zugfahrt.

fünf minuten aus dem leben eines zugfahrers

ein auto fährt vor das lagerhaus

bäume, wiesen, felder

hochspannungsmasten

schienenverzweigungen, bahnhof

züge, ampeln, schilder –

menschen warten

menschen steigen ein

menschen steigen aus

„das überschreiten der gleise ist verboten“

arbeiter im gelben anzug

aus einem häuschen marschierend

frau mit hinkendem bein

neben dem fluss spazierend

mann in badehose

vor einem autowrack stehend

und wieder

bäume, wiesen, felder

drei kinder

mit dem fahrrad auf dem landweg

ein zug

schneller als unserer

eine straße

geschmückt von einer langen baumallee

eine möwe fliegt davon

eine frau nimmt die wäsche ab

ein kind spielt ball

während ein anderes kind

sich hinter den sträuchern versteckt

der schaffner kontrolliert die karten

ein traktor

verlassen auf dem acker

hühner scharren in einem großen garten

eine junge mutter mit kinderwagen

sieht sich ein schaufenster an

eine wundervolle himmelschlüsselwiese

direkt neben einem schloss

schluss

G.W.

 

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