Schneeschieben auf Schienen

– Mit großem Gerät sorgt die Deutsche Bahn im Winter für befahrbare Gleise.

Ruhig und kraftvoll schiebt sich die spitz zulaufende Schnauze des Schneepflug-Zuges durch die weiße Pracht voran. Millionen Flöckchen tanzen in der Luft. Und schwere Schneemassen rollen links und rechts zur Seite weg. Ähnlich durchsetzungsstark wirken auch die riesigen Rotorblätter der Schneeschleuder auf Schienen. Beide Beispiele zeigen: Kaum bedeckt im Winter einmal ein weicher weißer Teppich die Schienen, schon beginnt die Deutsche Bahn beim Räumen allerlei Spezialgeräte zum Einsatz zu bringen. Zur Flotte gehören die vergleichsweise kleinen Bahnmotorwagen ebenso wie leistungsstarke Großgeräte. Wir zeigen vier Räumfahrzeuge, die im Winter für freie Schienen sorgen.

Spurloks kommen bei wenig Schnee zum Einsatz

Zum Räumen der Gleise und Weichen bei geringem Schneefall sind zunächst einmal sogenannte Spurloks im Einsatz. Sie können kleinere Schneeverwehungen beseitigen, indem sie sich ohne Passagiere über die Schienen schieben. Reichen die Loks nicht aus, räumen mitunter auch noch Mitarbeiter die Gleise per Hand und tauen diese auf.

Rotierende Bürsten: der Bahnmotorwagen

Zur leichten Schneeräumtechnik gehören auch die Bahnmotorwagen der Deutschen Bahn. Von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden sie mitunter liebevoll „Bamowags“ genannt. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, an deren Vorderseite in Bodennähe eine Rolle mit rotierender Bürste angebracht ist. Diese dreht sich schnell und fegt den Schnee wie ein Besen weg.
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Schneepflüge räumen die Bahnschienen frei

Auf den Straßen lassen sich ähnliche Fahrzeuge im Winter beobachten: Kleine Wagen mit einer spitz zulaufenden Schnauze schieben sich durch das Gestöber und werfen dabei den Schnee links und rechts zur Seite. Das gleiche wirkungsvolle Prinzip bringt die Deutsche Bahn auf Schienen zum Einsatz. Die Schneepflüge drängen mit großer Kraft die weißen Massen von den Gleisen herunter zur Seite.
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Für besonders harte Fälle im Einsatz: die Schneeschleudern

Wenn es besonders schwierige Bedingungen sind, kommen sogenannte Schneeschleudern zum Einsatz. Dabei handelt es sich um starke Lokomotiven, die mit einem speziellen Vorbau ausgestattet sind. Mannshohe Rotoren, die an klassische Schiffsschrauben erinnern, prägen das Bild der Spezialfahrzeuge von vorne. Die roten, runden Blätter sorgen kraftvoll für fahrbereite Gleise, indem sie den Schnee bis zu 40 Meter weit weg schleudern. Nach der Durchfahrt – mit bis zu 30 Stundenkilometern – sind die Schienen auf einer Breite von fünf Metern sauber geräumt. Übrigens: Damit die Triebfahrzeugführerinnen und -führer mit den ungewöhnlichen Fahrzeugen gut zurecht kommen, üben sie den Einsatz bei Praxistests, bevor es im Winter ernst wird.