Die besten Freeride-Hotspots am Arlberg auf einen Blick

– Freeriden in St. Anton am Arlberg - Mit der Bahn in den Skiurlaub.

Der Arlberg ist einer der edelsten Freeride-Hotspots der Alpen mit weitläufigem Gelände und unendlichen Freeride-Abfahrten. Mit der Bahn fahren wir 4 Powder-Fans von Stuttgart für 5 Tage direkt nach St. Anton am Arlberg. Die kühle Luft aus dem Norden bringt Schnee und damit astreinen Powder-Fun.

Freeriden ist wie Bahn fahren: schnell und einfach

Tag 1: In Stuttgart ist Feinstaubalarm, schon zum 14 Mal in diesem Jahr. Wir lassen die schlechte Luft samt Arbeitsalltag hinter uns und rauschen im ICE den Alpen entgegen. Jan, ich und unsere Frauen Julia und Nadine sitzen im reservierten Abteil und checken Dank kostenlosem WLAN der Bahn alles für den bevorstehenden Urlaub: Unser Guide wird am Bahnhof auf uns warten, der Wetterbericht verspricht Schnee, die vielen Off-Piste Abfahrten in St. Anton reichen sicher für 5 Tage: Der Arlberg ist nämlich das größte zusammenhängende Skigebiet in Österreich, in dem man mit nur einem Liftticket überall hinkommt. Die Zutaten für den Freeride-Genuss könnten nicht besser sein.

Jan und ich gehen erstmal ins Bordrestaurant, während die Ladies weiter recherchieren. Dieses Jahr ist es schon unser zweiter Skiurlaub in Österreich. Kurzfristig nach St. Anton am Arlberg geführt hat uns die vielversprechende Schneeprognose. Der erste Schluck vom kühlen Blonden ist fantastisch. Zurück bei unseren Frauen werden wir über deren Recherche unterrichtet: Die Reise im ICE von Berlin nach München sei ab Dezember mit 4 h Fahrzeit schneller als das Flugzeug. Nächstes Mal laden wir unsere Freunde aus Berlin ein. Wenig später heißt es in der Lautsprechdurchsage: „Nächster Halt: St. Anton am Arlberg“.

Erholt und frisch steigen wir in den Alpen aus, staunen über die verschneiten Berge und noch mehr über die vielen Autos, die sich von St. Anton auf den Arlberg winden…

Wo das Powder-Feeling schon bei der Ankunft hereinzieht

Unser Guide Paul begrüßt uns herzlich am Bahnhof und führt uns über die Straße ins Skigeschäft. Neben uns informiert sich ein Pärchen aus England über eine geführte Freeride-Tour. Wir holen uns breite Freeride-Ski, Schuhe, ABS-Rucksack, Lawinenverschütteten-Suchgerät und Helm. Die eigenen Ski wären fürs Tiefschneefahren wohl zu schmal gewesen. An der Talstation der Rendlbahn, gleich direkt neben dem Bahnhof, besorgen wir uns noch vier Liftpässe. Überall tummeln sich Pistenfahrer und Freerider, die mit uns in den Skibus des Regio Arlberg einsteigen. Er hält vor dem Hotel, bequemer geht es nicht. Noch gemütlich zu Abend essen, in den Whirlpool springen und ab ins Bett: Ich schlafe lange nicht ein, zu groß ist die Vorfreude, es beginnt zu schneien.

Skifahrer laufen zum Berg, während es schneit.

5 Tage in St. Anton am Arlberg. 4 Tage im Gelände.

Tag 2: Mitten aus dem Ortzentrum nehmen wir die erste Gondel der Galzigbahn weiter zur Schindlergratbahn bis aufs Schindlerkar. Die Sicht ist klar, der Himmel blau, der Powder sagenhaft. Nach einem Pieps-Check geht’s rein ins Off-Piste-Terrain: Bis zu den Knien im Schnee erobern wir das abwechslungsreiche Gelände ganz ohne Bäume. Nach zwei Stunden haben wir einiges abgefahren, von den Hängen im Schindlerkar bis zur Mattunabfahrt und den Schweinströgen. Paul ist ein erfahrener Guide, der die Secret-Spots am Arlberg kennt: Hierher kommen sollte man nur ganz in der Früh, andere Hänge bieten nachmittags gute Bedingungen. Julia und Nadine fahren inzwischen über die berühmte Kandahar-Piste ab und üben sich im Einkehrschwung bei Kässpätzle und Radler. Wir wollen es wissen und gönnen uns lieber die Schindlerhänge, auch hier haben wir Glück: Die kurzen Abfahrten nahe der Bergstation der Schindlergratbahn sind noch unberührt und bevor wir uns alle in St. Christoph treffen, geht’s noch ein paar Mal auf und ab. Den Nachmittag genießen wir zu viert auf der Piste, denn der Pulver sitzt uns in den Beinen.

Tag 3: Wir erkunden die andere Talseite am Rendl. Wieder schweben wir vom Zentrum mit der Rendlbahn hinauf, von dort weiter zur Rifflbahn, queren einen kurzen Hang und nach ein paar Technik-Tipps von Paul gehören uns die Rossfall-Hänge. Dort sind die Abfahrten etwas länger als jene vom Vortag. Gut, denn unsere Beine sind nun eingefahren: Während sich Julia und Nadine nach einer Abfahrt wieder auf der Piste entspannen, wollen es Jan und ich erneut wissen. Die neuesten Powder-Ski schwimmen souverän über den Tiefschnee: Einfach nur das Gewicht verlagern und schon gleitet man wie von selbst in die andere Richtung. Am Ende des Tages sind auch wir zufrieden ausgepowert und fahren mit dem Bus zurück ins Hotel. Gut, dass es dort eine Sauna gibt.

Tag 4: Vom Skigebiet St. Anton am Arlberg aus fahren wir mit der Schindlergratbahn über die Ulmerhütte Richtung Stuben. Die neue Flexenbahn, die St. Anton und Lech-Zürs verbindet, bringt uns in die Freeridehänge vom Madloch – ein weiterer Tagesausflug: Von der Bergstation der Flexenbahn fahren wir zunächst hinunter nach Zürs und nehmen von dort den Sessellift Seekopf und die Bahn aufs Madloch Joch. Julia gefällt der Zürser See, der smaragdgrün durch die Eisdecke leuchtet. Ich staune darüber, wie groß und gut erschlossen der Arlberg ist. Auf der Bergstation angekommen, führt uns Paul über ein kurzes Stück Piste zum Einstieg ins Gelände nach Madloch-Mitte. Wir versuchen uns in einer Synchronabfahrt durch den frischen Pulver. Unsere Frauen stellen uns dabei richtig in den Schatten: Eine Gruppe aus Frankreich hat deren Performance für exzellent befunden und gefilmt – nur ihre, nicht unsere! Von der Talstation in Zug geht’s ins Lecher Skigebiet. Von Lech aus bringt uns die Rüfibahn wieder Richtung Zürs. Die Flexenbahn gondelt uns von dort aus wieder zurück ins Skigebiet nach St. Anton. Welch ein Traumtag.

Tag 5: Am letzten Tag führt uns Paul nur noch in leichte Hänge, denn die Schneelage mahnt zur Vorsicht: Sicherheit geht beim Freeriden vor. Zugeben will es keiner, aber wir sind ohnedies ein bisschen ausgepowert. Der täglich frisch gefallene Tiefschnee ist wie jeden Vormittag unbefahren – die Müdigkeit schnell vergessen. Alle Freeride-Spots sind ohne Aufstieg und mit Liften erreichbar, die uns rasch nach oben bringen. Eigentlich ist der Arlberg das am besten erschlossene Skigebiet; sehr einfach erreichbar: 88 Bergbahnen und Lifte, die Busse des Regio Arlberg und natürlich die Bahn tragen dazu bei. Apropos Bahn: Wie gut, dass es mit dem Zug und ohne Skigepäck zurück nach Hause geht; Bahn fahren macht Spaß und entspannt. Freeriden auch. St. Anton, wir kommen wieder!

 

Facts zum Freeride-Urlaub in St. Anton am Arlberg

Skigebiet

Die Wiege des Alpinen Skisports in Tirol ist St. Anton am Arlberg und damit auch einer der berühmtesten Freeride-Hotspots der Alpen. Skigebiet: 88 Bahnen/Lifte, 305 km Pisten, 200 km Tiefschnee-Abfahrten bei 37 Routen. Größtes zusammenhängendes Skigebiet in Österreich, fünftgrößtes der Welt, alles mit nur einem Liftpass zugänglich. Gelände: weitläufige und abwechslungsreiche Freeride-Abfahrten. Schneesicherheit: häufige und große Stauniederschläge sorgen für viel Neuschnee.

Ausrüstung

In den Sportgeschäften am Arlberg direkt im Ort und neben den Bergbahnen erhältlich: professionelles Guiding in den Skischulen, Powder-Ski (breite Ski), ABS-Rucksack, Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät), Helm, ABS-Rucksack usw.

Anreise

Mit den Sparpreisen der Bahn geht´s bereits ab € 29,90 z.B. von Stuttgart direkt nach St. Anton am Arlberg. Fahrtzeit: 4 h 39 min mit dem IC über Lindau. Mit der BahnCard 50 reist man flexibel: z.B. in der 2. Klasse von Stuttgart nach St. Anton am Arlberg ab € 42,10. Etwas teurer als der günstige Sparpreis, aber mit mehr Flexibilität.

Neu: Jeden Samstag ab Dezember: Direktzug von München nach St. Anton am Arlberg mit einer Fahrzeit von 4 h – schneller und günstiger als per Flugzeug.

Mobilität vor Ort

Der Bahnhof St. Anton am Arlberg gilt als zentraler Hub, mit Zug, Bergbahn und Bus. Per Hotel-Shuttle, Taxi oder Bus geht’s bis vor die Unterkunft. Die Skibusse der Region sind mit dem Ski Arlberg Liftpass kostenlos und verbinden die Orte St. Anton am Arlberg, St. Christoph, Pettneu am Arlberg, Schann, Flirsch und Strengen. Aktuelle Abfahrts- und Ankunftszeiten zeigt die kostenlose SmartRide App des Verkehrsverbundes Tirol (VVT).