Rheintalbahn: Sperrung aufgehoben – Verkehr rollt wieder

– Erfahren Sie, was im Tunnel passiert ist.

Die Rheintalbahn ist eine der meist befahrenen Verbindungen und eine der wichtigsten Gütertrassen in Deutschland. Sie besteht seit 150 Jahren. Die 182 Kilometer lange Strecke Karlsruhe–Basel wird derzeit umfassend ausgebaut. Im Zuge dieses Neu- und Ausbauprojekts soll ein Teil der Strecke durch einen Tunnel verlaufen, um die Stadt Rastatt vom Lärm zu befreien.

Am 12. August sind bei den Bauarbeiten Wasser- und Erdreich in den Tunnel eingedrungen, die darüber verlaufenden Gleise mussten daher umgehend gesperrt werden. Seit 2. Oktober – rund sieben Wochen nach Beginn der Sperrung – ist die Strecke wieder befahrbar.

Tunnel stabilisiert – Verkehr wieder aufgenommen

Seit dem 2. Oktober 2017 rollen die Züge wieder auf der wichtigen Strecke zwischen Karlsruhe und Basel. Sowohl der Güterverkehr, als auch der Personenverkehr sind erfolgreich wieder angelaufen.

„Unseren Kunden möchten wir ausdrücklich für ihr Verständnis und ihre Geduld danken“, betonte Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg.

Wie wird der Tunnel gebaut?

Aufgrund der Gesteins- und Wassergegebenheiten vor Ort wird der Tunnel überwiegend in geschlossener Bauweise – also unterirdisch – mit einer Tunnelvortriebsmaschine gebaut. Der Tunnel hat einen runden Querschnitt und besteht aus sogenannten Tübbingringen. Das sind 50 Zentimeter dicke Stahlbetonsegmente. Die Tübbingringe baut die Vortriebsmaschine direkt im Tunnel ein.

Was passierte am 12. August auf der Strecke?

Was passierte am 12. August auf der Strecke? Die Vortriebsmaschine war gerade dabei, die Strecke zu unterqueren, als am Sonnabend, den 12. August, Wasser und Erdmaterial in den Tunnel ein drangen. Infolgedessen  senkte sich  oberirdisch der Boden ab und die Gleise der Rheintalbahn verschoben sich.

Die Strecke wurde umgehend gesperrt. Die Sicherheit zu jeder Zeit gegeben, denn:  Während der Baumaßnahmen werden die Gleise ständig überwacht. Zudem gab es eine ständige Verbindung zwischen der Vortriebsmannschaft und dem Fahrdienstleiter Das bewährte Sicherheitskonzept hat gegriffen. Der Zugverkehr wurde sofort und noch vor Eintritt des oberirdischen Schadens gestoppt.

Absenkung des Gleisbereichs auf der Rheintalbahn bei Rastatt

Wie wurde die Rheintalbahn stabilisiert?

Wenige Tage, nachdem sich der Schaden ereignet hatte, wurde zunächst der Tunnel gesichert und anschließend die Reparaturmaßnahmen aufgenommen. Vorab hatte die DB alle möglichen Bauverfahren ausführlich geprüft. Da der Tunnel aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden durfte, mussten alle Maßnahmen zur Stabilisierung des Tunnels von „außen“ vorgenommen werden.

Im ersten Schritt hatten die Bauarbeiter einen kegelförmigen Pfropfen bestehend aus 2.000 Kubikmeter Beton in den Tunnel gegossen. Dadurch wurde der geschädigte Teil vom restlichen Tunnel getrennt und stabilisiert. Zum Vergleich: Die Menge des Betons entspricht in etwa dem Volumen eines Sportschwimmbeckens.

Um die Stabilität wiederherzustellen, wurde anschließend der geschädigte Teil des Tunnels vollständig mit Beton ausgefüllt. Nun konnte die Reparatur der Rheintalbahn beginnen.

Infografik: Stabilisierung der Rheintalbahn in Rastatt/Niederbühl - Verfüllen der Tunnelröhre

Stabilisierung der Rheintalbahn – Verfüllen der Tunnelröhre

Zunächst wurden die Oberleitungen sowie Gleise, Schwellen und Schotter ausgebaut. Um die Gleise der Rheintalbahn dauerhaft zu sichern, entstand oberhalb des Tunnels in zwei Teilen eine über 200 Meter lange Betonplatte, elf Meter breit und einen Meter dick.

Auf dieser Betonplatte wurden die Gleise erneut aufgebaut. Ursprünglich war zwischen der DB und der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Rastatt der 7. Oktober als Termin für das Ende der Baumaßnahmen vereinbart.

Infografik: Stabilisierung der Rheintalbahn in Rastatt/Niederbühl - Verfüllen der Tunnelröhre - Endzustand

Endzustand der Rheintalbahn nach Abschluss der Bauarbeiten am 02. Oktober

Aufgrund von hohem Personal- und Materialeinsatz und einer Parallelisierung der Arbeiten wurden die Arbeiten fünf Tage schneller abgeschlossen. Für die Fahrgäste des Regional- und Fernverkehrs waren für die Dauer der Sperrung Busse zwischen Rastatt und Baden-Baden im Einsatz.