Tunnel Rastatt: Informationen zur Streckensperrung

– Erfahren Sie, was im Tunnel passiert ist und wie es weitergeht.

Die Rheintalbahn ist eine der meist befahrenen Verbindungen und eine der wichtigsten Gütertrassen in Deutschland. Sie besteht seit 150 Jahren. Die 182 Kilometer lange Strecke Karlsruhe–Basel wird derzeit umfassend ausgebaut. Im Zuge dieses Neu- und Ausbauprojekts soll ein Teil der Strecke durch einen Tunnel verlaufen, um die Stadt Rastatt vom Lärm zu befreien.

Wie wird der Tunnel gebaut?

Aufgrund der Gesteins- und Wassergegebenheiten vor Ort wird der Tunnel überwiegend in geschlossener Bauweise mit einer Tunnelvortriebsmaschine gebaut. Der Tunnel hat einen runden Querschnitt und besteht aus sogenannten Tübbingringen. Das sind 50 Zentimeter dicke Stahlbetonsegmente. Die Tübbingringe baut die Vortriebsmaschine direkt im Tunnel ein.

Was passierte am 12. August auf der Strecke?

Die Vortriebsmaschine war gerade dabei, die bestehende Strecke zu unterqueren. Am Sonnabend, den 12. August, kam es zu einer Störung im Tunnelvortrieb. Tunnelsegmenente verschoben sich, Wasser und Bodenmaterial drangen in den Tunnel ein, es entstand in der Folge oberirdisch eine Bodensenke unter den Gleisen der Rheintalbahn.

Absenkung des Gleisbereichs auf der Rheintalbahn bei Rastatt

An der Baustelle wurden die Gleise ständig überwacht, um die Sicherheit des Bahnverkehrs jederzeit zu gewährleisten. Zudem gab es eine ständige Verbindung zwischen der Vortriebsmannschaft und dem Fahrdienstleiter. Dieses Sicherheitskonzept hat sich bewährt, der Zugverkehr konnte rechtzeitig vor Eintritt des Schadens gestoppt werden.

Wie geht es weiter?

Bis zum 2. Oktober wird die Rheintalbahn wieder hergestellt. Nach ausführlicher Prüfung aller möglichen Bauverfahren zur Sicherung des Tunnels und Reparatur des Streckenabschnitts begann wenige Tage nach dem Schadensereignis die Sicherung des Tunnels und anschließend die Wiederherstellung der Rheintalbahn. Da der Tunnel aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden durfte, mussten alle Maßnahmen zur Stabilisierung des Tunnels von „außen“ vorgenommen werden.

Im ersten Schritt haben die Bauarbeiter nun einen kegelförmigen Pfropfen 2.000 Kubikmeter Beton in den Tunnel gegossen. Dadurch wurde der geschädigte Teil vom restlichen Tunnel getrennt und stabilisiert. Zum Vergleich: Die Menge des Betons entspricht in etwa dem Volumen eines Sportschwimmbeckens.

Infografik: Stabilisierung der Rheintalbahn in Rastatt/Niederbühl - Verfüllen der Tunnelröhre

Stabilisierung der Rheintalbahn – Verfüllen der Tunnelröhre

Um die Stabilität wiederherzustellen, wurde anschließend der geschädigte Teil des Tunnels vollständig mit Beton ausgefüllt. Nun konnte die Reparatur der Rheintalbahn beginnen. Zunächst wurden die Oberleitungen sowie Gleise, Schwellen und Schotter ausgebaut.

Um die Gleise der Rheintalbahn dauerhaft zu sichern, entsteht über der Trasse des Tunnels in zwei Teilen eine über 200 Meter lange Betonplatte, elf Meter breit und einen Meter dick. Auf dieser Betonplatte werden die Gleise aufgebaut. Schließlich müssen auch Oberleitungen und Sicherungstechnik montiert werden.

Infografik: Stabilisierung der Rheintalbahn in Rastatt/Niederbühl - Verfüllen der Tunnelröhre - Endzustand

Endzustand der Rheintalbahn nach Abschluss der Bauarbeiten am 02. Oktober

Ursprünglich war zwischen der DB und der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Rastatt der 7. Oktober als Termin für das Ende der Baumaßnahmen vereinbart. Aufgrund von hohem Personal- und Materialeinsatz und einer Parallelisierung der Arbeiten konnte ein Zeitgewinn von fünf Tagen erreicht werden. Daher steht die Rheintalbahn bereits am 2. Oktober wieder dem Verkehr zur Verfügung.

Das seit dem 13. August geltende Fahrplankonzept wird bis zum Ende der Sperrung weiter in Kraft sein. In Rastatt bzw. Baden-Baden stehen Ersatzbusse bereit, die zwischen 5:15 und 0:15 sehr eng getaktet fahren. Es bestehen stündliche Anschlüsse im Fernverkehr in beide Richtungen. Somit ergibt sich eine Verlängerung der Reisezeit um eine Stunde, bei zusätzlich auftretenden Störungen der Betriebslage sind auch größere Verzögerungen möglich.