Unikate aus eigener Hand

– Bloggerin Stefanie Bamberg gibt Einblicke in das Trend-Thema "Do It Yourself".

Unikate sind gefragt wie nie und auch der Wunsch, Dinge selbst herzustellen, nimmt in den vergangenen Jahren ständig zu. Ob es ein paar besondere Ohrringe sind, die spezielle Bluse oder Gegenstände für die Wohnung – individuell muss es sein.

Die sogenannte „Do It Yourself“-Bewegung (kurz DIY) nahm in Deutschland erst vor wenigen Jahren Fahrt auf. Den Ursprung hatte sie bereits in den 50ern in Großbritannien. Dabei sind die DIY-Fans bei weitem nicht nur Teenager. Einer Studie von Tomorrow Focus Media zufolge sind 52,5 Prozent über 46 Jahre alt, während nur 11 Prozent der 16- bis 25jährigen Begeisterung daran finden. Mehr als die Hälfte der Anhänger sind weiblich. Bei den DIY-Anhängern steht der Spaß daran, Dinge selbst herzustellen und dabei ganz nach eigenen Wünschen zu gestalten im Vordergrund.

Eine nicht unerhebliche Rolle für den Erfolg dieser Bewegung spielt das Internet. Weil die Fähigkeiten oft autodidaktisch erlernt werden, braucht man Anleitungen. Und da kommen Soziale Netzwerke wie Pinterest oder Youtube oder auch Blogs ins Spiel. Bloggerin Stefanie Bamberg schreibt seit über zwei Jahren zu den Themen DIY und Food und stellt dafür Anleitungen ins Netz.

Stefanie, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Blog zu dem Thema DIY zu starten?

Die Liebe zum Selbermachen ist bei mir angeboren. Selbst meine Barbie-Puppe musste einzig dafür herhalten, die Häuser zu bewohnen, die ich ihr als Kind gebaut habe. Bis vor einigen Jahren habe ich das jedoch nur für mich gemacht. Mit Instagram und Facebook kamen allerdings bei neuen Bildern, die ich gepostet habe, oft auch Fragen zur Herstellung. Deshalb war der Schritt zum Blog vor zwei Jahren für mich die logische Konsequenz.

Wie finden Sie die Ideen für Ihre Blog-Artikel?

Ich weiß nicht, wie es anderen Bloggern geht, aber ich habe eher zu viele Ideen und schaffe es nicht ansatzweise alles herzustellen und aufzuschreiben. Konkrete Inspirationsquellen habe ich jedoch nicht. Es kann sein, dass ich unterwegs bin und einfach inhaltlich einen Gesprächsfetzen aufschnappe, der in meinem Kopf dann zu einer konkreten Idee reift. Oft schwappen auch Trends aus Amerika oder Skandinavien zu uns, und die muss ich dann natürlich ausprobieren.

Können Sie uns einen dieser Trends verraten?

Kein Geheimtipp mehr, aber immer noch sehr angesagt ist Beton. Der findet mittlerweile in vielen Wohnungen als Vase, Lampe oder Dekoobjekt einen Platz. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man daraus recht simpel tolle Sachen herstellen.

Was kommt besonders gut bei Ihren Lesern an?

Das sind überraschenderweise die einfachen Dinge – sowohl bei den Rezepten als auch bei meinen Anleitungen. Sachen, für die man weder Spezialmaterial noch einen ganzen Tag Zeit benötigt. Ganz vorne mit dabei sind die kleinen Häkeltierchen. Die Anleitung für eine Mini-Eule, die man mit ein bisschen Übung in ein bis zwei Stunden fertig hat, ist mit Abstand der Artikel, der am häufigsten auf meinem Blog aufgerufen wird.

Apropos unterwegs – haben Sie Tipps für das Reisegepäck eines DIY-Fans?

Was ich wirklich immer dabei habe, sind Papier und Stift. So bin ich auch unterwegs gerüstet, falls ich schnell eine Idee skizzieren möchte. Wenn ich längere Reisen unternehme, habe ich meist eine kleine Extratasche mit Material dabei, etwa Farbkasten, Pinsel, Papier, Schere. Da es mittlerweile von fast allem auch eine „Reisevariante“ gibt, kann man sich diesbezüglich ein kleines Reise-Set zusammenstellen.

Setzen Sie nur am heimischen Schreibtisch DIY-Projekte um oder auch unterwegs?

Ich habe kein Auto, fahre deshalb immer mit der Bahn und finde das ganz großartig, um Ideen zu entwickeln und neue Artikel zu planen. Einige Sachen probiere ich dann unterwegs auch schon aus, um mir daheim etwas Arbeit zu sparen. Ein kleiner netter Nebeneffekt: Ich werde im Zug fast immer von Mitreisenden angesprochen, die wissen möchten, was ich da mache. Daraus entwickeln sich oft tolle Gespräche und man lernt interessante Menschen kennen.