5 Jahre Video-Reisezentrum

– Zahlen, Fakten und ein Ausblick in die Zukunft.

Kompetente Beratung zu Reise und Buchung über den Bildschirm – im Jahr 2013 eröffnete das erste Video-Reisezentrum. Seitdem hat sich viel getan. Mittlerweile gibt es bereits 43 Video-Reisezentren in acht deutschen Bundesländern und es lässt sich ein positives Feedback ziehen.

Frau im Video-Reisezentrum am Schalter

Das Video-Reisezentrum befindet sich meist in einer Kabine im Bahnhofsgebäude oder als Pavillon im Außenbereich des Bahnhofs. In der Kabine gibt es zwei Bildschirme, Mikrofon, Lautsprecher und Fahrkartendrucker. So können sich die Fahrgäste vor Ort “live” von einem DB-Mitarbeiter beraten lassen und direkt ein Ticket kaufen und ausdrucken. Sie erhalten das gleiche Angebot wie in einem klassischen Reisezentrum, mit dem Unterschied, dass der Reiseberater nicht vor Ort, sondern in einer Video-Zentrale sitzt.

In Bahnhöfen, die mit einem klassischen Reisezentrum ausgestattet sind, wie z.B. Freising, Hof und Fürth, wurden zusätzliche Video-Reisezentren als Hybrid eingerichtet. Diese sind parallel zu den Öffnungszeiten des Reisezentrums verfügbar, bleiben aber auch geöffnet, wenn das Reisezentrum schließt.

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Persönliche Beratung im Video-Reisezentrum – per Videokonferenz zum Ticket
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Was als Pilotprojekt vor fünf Jahren an der Schwarzwaldbahn begann, ist heute eine Erfolgsgeschichte, von der Kunden, Mitarbeiter, Kommunen, Aufgabenträger und nicht zuletzt die DB gleichermaßen profitieren: die Video-Reisezentren der Deutschen Bahn.

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Darüber hinaus gibt es in den Städten Bamberg, Erlangen und Tübingen sogenannte Video-Schalter. Diese sind in die Schalterreihe eines Reisezentrums integriert, unterstützen vor allem bei krankheitsbedingten Schichtausfällen oder hoher Nachfrage und können von den Reisenden den ganzen Tag genutzt werden.

Die Mitarbeiter kommen in sogenannten Video-Zentralen zusammen und betreuen von dort aus mehrere Video-Reisezentren. Insgesamt gibt es mittlerweile sechs dieser Video-Zentralen, die sich in Braunschweig, Kempten, Ludwigsburg, Saarbrücken, Schweinfurt und Villingen befinden.

Diese Vorteile bietet das Video-Reisezentrum

Fahrgäste können deutlich länger und zuverlässiger auf einen persönlichen Ansprechpartner zurückgreifen, auch dann, wenn das Reisezentrum schon geschlossen hat. An Standorten ohne klassisches Reisezentrum kann trotzdem eine kompetente Beratung und Betreuung bei der Buchung erfolgen. Die Mitarbeiter der Video-Reisezentren arbeiten im Schichtdienst, dadurch können die Öffnungszeiten im Vergleich zu einem kleinen Reisezentrum teilweise um das Doppelte verlängert werden. So ist es möglich, weiterhin einen personenbedienten Verkauf bei verlängerten Öffnungszeiten anzubieten und dabei dennoch wirtschaftlich zu bleiben.

Spannende Fakten zu 5 Jahren Video-Reisezentrum:

Video-Reisezentrum, Zahlen, Daten, Fakten, Infografik

So geht es weiter mit den Video-Reisezentren

Im Herbst dieses Jahres eröffnet eine weitere Video-Zentrale in Schwerin. Bis Jahresende sind 35 neue Standorte mit Video-Funktion geplant. Ein neues Format sind die 29 Video-Automaten, die Ende des Jahres im Bereich des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Betrieb gehen. Hierbei handelt es sich um Selbstbedienungs-Automaten mit einem zweiten Bildschirm. Kommen Sie nicht alleine zurecht, können Sie per Knopfdruck einen Reiseberater rufen, der Ihnen weiterhilft und bei Bedarf die Steuerung des Automaten übernimmt.

3 Fragen zum Video-Reisezentrum

Kurzinterview mit Reinhold Pohl, Leiter regionaler Vertrieb Süd bei DB Vertrieb und ehemaliger Projektleiter bei der Einführung von Video-Reisezentren:

Wie kam man beim Vertrieb der Deutschen Bahn damals auf die Idee, Video-Reisezentren einzuführen?

Wir hatten im Regionalvertrieb schon länger das Problem, dass die vielen Ein- bis Zwei-Mann-Verkaufsstellen nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben waren. Einer unserer Vorstände sah damals am Münchner Flughafen, dass sich die Passagiere dort Auskünfte per Live-Schaltung mithilfe eines Bildschirms einholen konnten.

Wir haben dieses Konzept auf unsere Bedürfnisse angepasst. Es reichte ja nicht, dass unsere Fahrgäste nur beraten werden. Wir benötigten darüber hinaus auch eine Art „ferngesteuertes Verkaufsgerät“. So ist das Format der Video-Reisezentren entstanden.

Was ist die größte Herausforderung, wenn Sie an einem Standort ein Video-Reisezentrum einführen?

Eine der größten Schwierigkeiten ist es, rechtzeitig vor dem geplanten Eröffnungstermin eines Video-Reisezentrums eine zuverlässige und leistungsstarke Datenleitung zu bekommen. Gerade die „letzte Meile“ bis zum Bahnhof ist häufig nicht vorhanden. Wir müssen hier Vorlaufzeiten von bis zu sechs Monaten einplanen.

Weshalb gibt es in manchen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern so viele Videoreisezentren, in anderen Bundesländern hingegen, beispielsweise in Brandenburg oder Sachsen-Anhalt, gar keine?

Der Regionalverkehr in den einzelnen Bundesländern wird von den jeweiligen Aufgabenträgern bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen bestellt. Dies betrifft auch die zugehörigen Vertriebsleistungen. Video-Reisezentren werden – wie beispielsweise Automatenstandorte auch – über Verkehrsverträge in Auftrag gegeben. Wir bieten dieses Format allen Aufgabenträgern in den einzelnen Bundesländern als kostengünstige Alternative zum klassischen Reisezentrum an.

Diese treffen dann letzten Endes die Entscheidung über die Standorte. Darüber hinaus hilft es uns in Baden-Württemberg und Bayern natürlich, dass bereits viele Kommunen positive Erfahrungen mit dem Format Video-Reisezentrum gesammelt haben. Das spricht sich unter den Bürgermeistern herum. Wir müssen hier nur noch selten politische Widerstände bei der Einführung eines neuen Video-Reisezentrums überwinden.

Weitere Informationen zum Thema Video-Reisezentrum und eine Übersicht der Standorte finden Sie auf bahn.de.