Wintervorbereitungen bei der Bahn

– Die Vorbereitungen auf den Winter begannen bei der Deutschen Bahn schon im August.

Bei der Bahn beginnt der Winter schon im Hochsommer. Bereits im August laufen die ersten Vorbereitungen für die kalte Jahreszeit. Das ist auch notwendig, denn, was für die meisten Menschen zu einem „echten“ Winter dazugehört, ist für den Zugverkehr im Winter mitunter eine große Herausforderung.
Besonders in den letzten Jahren kam es vermehrt zu heftigen Wetterkapriolen. Um dennoch gewährleisten zu können, dass täglich rund 13 Millionen Menschen auf den rund 33.500 Kilometern Schienennetz an ihr Ziel kommen, hat die Deutsche Bahn im Jahr 2018 ca. 70 Millionen Euro investiert. Für den Winterdienst im Schienennetz stehen dabei rund 40 Millionen Euro zur Verfügung, für die Bahnhöfe durchschnittlich 30 Millionen Euro.

Diese Zahlen lassen erahnen, welche Mammut-Aufgabe die Mitarbeiter der Bahn vor allem bei niedrigen Temperaturen und widrigen Umständen im Winter zu bewältigen haben. Dabei heißt es, flexibel zu sein. Denn, wenn das Wetter plötzlich umschwingt, muss innerhalb von wenigen Stunden auf meterhohe Schneewehen oder Blitzeis reagiert werden.

Die Wintervorbereitungen in Fakten, Zahlen und Bildern:

1. Bundesweit sind knapp 18.000 Mitarbeiter der Bahn und externer Firmen im Einsatz, um Gleise und Bahnsteige von Eis und Schnee zu befreien. Zur Unterstützung gibt es 70 bahneigene Schneeräumfahrzeuge.

2. Die Winterdienstzentralen der Bahn überwachen den Wetterbericht und koordinieren die Räum- und Streueinsätze. Insgesamt reden wir hier von 4.168.000 qm Fläche. Zum Vergleich: das entspricht fast 600 Fußballfeldern, die bei Schneefall täglich geräumt werden.

3. Zusätzlich sind knapp 3.000 Mitarbeiter der Bahn als freiwillige Winterpaten im Einsatz. Sie prüfen auf ihren Arbeitswegen, ob der Winterdienst die Bahnhöfe geräumt hat, und informieren die Zentrale, wenn weitere Einsätze nötig sind. Diese Maßnahme hat sich bereits in den letzten Jahren sehr bewährt.

Die Weichenheizung spielt eine große Rolle

4. 49.000 der 70.000 Weichen im Schienennetz der Bahn haben eine spezielle Heizeinrichtung, die ein Einfrieren verhindert. Außerdem sind 12.000 dieser 49.000 Weichen mit einer Antriebsabdeckung ausgestattet. Diese bietet zusätzlichen Schutz vor von Zügen herabfallenden Eisplatten und Schneeverwehungen.

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Erklärfilm: So funktioniert eine Weichenheizung
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Rund 49.000 der 70.000 Weichen im Schienennetz der Deutschen Bahn verfügen über eine spezielle Heizvorrichtung.

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5. Zum Räumen der Gleise und Weichen bei Schneefall sind sogenannte Spurloks im Einsatz, um geringe Schneeverwehungen zu räumen. Reichen die Loks nicht aus, räumen Mitarbeiter die Gleise per Hand und tauen diese auf.

6. Bei besonders starken Schneefällen helfen Spezialfahrzeuge aus. Beispielsweise die „Schneeschleuder“, ein Zug der Baureihe 716.

7. Bundesweit stehen knapp 70 Abtau- und Enteisungsanlagen, über 60 bei DB Regio und sieben für den Fernverkehr, bereit. Mit diesen Anlagen wird das Abtauen der Züge wesentlich beschleunigt und sie können somit schneller in den Werkstätten die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchlaufen.

8. Im ICE-Werk Frankfurt am Main gibt es zusätzlich eine Glykol-Sprühanlage. Durch die Vorbehandlung der Züge mit einem auf 40 Grad Celsius vorgewärmten Glykol-Wassergemisch, kann man dem Anhaften von Eis und Schnee bereits im Vorfeld vorbeugen.

9. Bei hohen Geschwindigkeiten und starkem Schneefall kann es vereinzelt zu “Eisflug” kommen. Bei starkem Schneefall wird zudem die Geschwindigkeit der Züge auf 200 km/h herabgesetzt, um Schäden an den Zügen zu vermeiden.

Update: Der Beitrag wurde am 13.11.2018 mit den aktuellen Zahlen aktualisiert.

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