Üben, üben, üben: So wichtig ist der Zugsimulator

– So werden Lokführer ausgebildet und geschult.

Übung macht den Meister – dieses Sprichwort nervte zu Schulzeiten ziemlich – vor allem beim Vokabeln pauken. Doch an mancher Stelle kann regelmäßiges Training sehr wichtig sein. So auch für Lokführer, die täglich hunderte von Fahrgästen von A nach B fahren.

Training in verschiedenen Rollen

Unsere Lokführer trainieren regelmäßig in den Zugsimulatoren der Deutschen Bahn. Insgesamt 17 Simulatoren stehen an 12 Standorten. inside.bahn.de besuchte das Trainingszentrum in Fulda (hier der Erfahrungsbericht) und sprach mit Teamleiter Torsten Lehmkuhl darüber, wie wichtig die Fahrsimulation für die Lokführer ist.

Herr Lehmkuhl, wie wird man eigentlich Lokführer?

Über den klassischen Ausbildungsweg – oder man macht eine verkürzte Ausbildung im zweiten Bildungsweg.

Lokführer werden

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Wie lange dauert die Ausbildung zum Lokführer?

Die Berufsausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst mit der Fachrichtung Lokführer dauert drei Jahre. Die verkürzte Ausbildung dagegen kann in neun Monaten absolviert werden, man ist dann jedoch nur für eine Baureihe zugelassen.

Wie oft fährt man während der Ausbildung zum Lokführer mit dem Simulator?

Die meisten Teilnehmer kommen zweimal zu uns ins Trainingszentrum. Der Großteil der Ausbildung passiert an der „richtigen“ Lok. Bei uns schlüpfen die Teilnehmer abwechselnd in verschiedene Rollen. Zum einen agieren sie als Fahrdienstleiter und diktieren ihren Kollegen, wie sie fahren sollen. Zum anderen fahren sie natürlich auch selbst als Lokführer im Simulator.

Und warum übt man im Simulator?

Um seltene Situationen zu trainieren. Lokführer müssen diese Szenarien schnell einschätzen und entsprechend handeln können. Wir können viel simulieren – den Ast in der Oberleitung, rutschige Schienen oder einen brennenden Zug. Dies begegnet einem im aktiven Dienst selten, aber die Lokführer müssen in so einem Fall richtig reagieren können. Das ist essentiell!

Und wie oft trainieren „richtige“ Lokführer?

Mindestens einmal im Jahr. Insgesamt zwei Stunden fahren die Lokführer dann mit dem Zugsimulator. Es gibt zwei Übungsfahrten und eine Prüfungsfahrt.

Wie bei der Fahrschule?

Genau. Jedes Jahr werden 15 bis 20 verschiedene Prüfungsfahrten festgelegt, für die sogar Drehbücher entwickelt werden. Eine davon muss der Lokführer einmal jährlich absolvieren und wird dabei überwacht.

Gibt es da auch Überraschungen?

Es ist natürlich so, dass auch erfahrene Lokführer nervös werden und Fehler machen. Prüfungssituationen können Stress verursachen. Außerdem üben wir ja hier Abweichungen vom Regelbetrieb: bei Grün fahren kann jeder.

Und noch eine Frage zum Schluss: Welches Erlebnis im Simulator bleibt den Lokführern am meisten in Erinnerung?

Nach kurzer Fahrt im Simulator grüßen die Lokführer schon ihre virtuellen Kollegen, die ihnen auf der Strecke entgegenkommen.