“Der Bahnhof soll zum Ort der Begegnung werden”

– Die Zukunft im Zug: Ein Event im ICE 4.

Alle Jahre wieder: Im letzten Jahr haben wir erstmals während der Fahrt ein Event im ICE 4 veranstaltet. Unter dem Namen „New Work Train“ beschäftigten wir uns damals unter anderem mit dem mobilen Arbeiten in der Zukunft. Dieses Mal standen vor allem die Themen Mobilität und Gesellschaft im Fokus, ganz nach dem Motto „Die Zukunft im Zug“.

Und warum fand dieses Thema im ICE 4 statt? Weil der ICE 4 die Verbindung ist zwischen Gegenwart und Zukunft. Aktuell fahren 5 Züge, bis 2023 werden wir 119 Züge im Einsatz haben. Die Fahrt startete, nachdem es in letztem Jahr noch von Hamburg nach Kassel ging, in München und führte nach Nürnberg.

Auch in diesem Jahr waren wieder zahlreiche Experten aus den Branchen Nachhaltigkeit, Zukunftsforschung und Lebensstile bei der Fahrt dabei. Am frühen Nachmittag startete der ICE 4 seine Reise in München. Kurz nach Abfahrt ging es auch gleich los: Matthias Haas, der Trendbeobachter, begrüßte zahlreiche Blogger und Pressevertreter.

In die Zukunft investieren

Die erste Speakerin  war Julia Jaspers. Sie ist Leiterin Nachhaltigkeitsmanagement und Zukunftsforschung bei der Deutschen Bahn in Berlin. Frau Jaspers stellt die Weichen für eine nachhaltige Zukunft im Unternehmen und sprach in ihrem Vortrag genau über dieses Thema.

Julia Jaspers, Leiterin Nachhaltigkeitsmanagement & Zukunftsforschung bei der DB

Julia Jaspers, Leiterin Nachhaltigkeitsmanagement & Zukunftsforschung bei der DB

In ihrem Vortag verdeutlicht sie: „Die Deutsche Bahn ist beim Thema Nachhaltigkeit im guten oberen Mittelfeld angesiedelt. Wir dürfen das Kerngeschäft nicht vergessen, müssen aber gleichzeitig auch in die Zukunft investieren und den Bahnhof als Ort der Begegnung ausgestalten und wegkommen von fossilen Brennstoffen.“

Weniger Hype

Der zweite Speaker war Harry Gatterer. Der Geschäftsführer vom Zukunftsinstitut sprach in seinem Vortag über Lebensstile, Resonanz und die Bedeutung von Orten. Eine Kernaussage in seinem Vortrag: „Wir brauchen einen gesunden Umgang mit neuen Technologien. Der Hype muss weniger werden.” Dabei bezog er sich vor allem auf künstliche Intelligenz.

Harry Gatterer, Geschäftsführer Zukunftsinstitut

Harry Gatterer, Geschäftsführer Zukunftsinstitut

Interview mit Harry Gatterer

Im Interview mit uns gab er folgende Antwort auf die Frage wie sich das gesellschaftliche Leben mit Blick auf die Mobilität verändern wird: “Die Gesellschaft hat viele Phasen der Mobilität hinter sich. Wenn man sich das Jahr 1900 nochmal vorstellt, dann gab es Mobilität, also das Bewegen von A nach B, ausschließlich aus Freizeitgründen oder zur Unterhaltung. Heute bewegen wir uns sowohl aus Freizeitgründen als auch aus beruflichen Gründen.

Wenn wir das in die Zukunft treiben, dann muss man sagen, dass die berufliche Bewegung sehr davon leben wird, dass sie kompakt funktioniert. Die Bahn ist nicht umsonst ein interessantes Mittel, um auch zukünftig zu reisen. Es ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft, dass wir in einer Gesellschaft leben, die permanent unterwegs ist. Eine Gesellschaft, die in jeder Phase des Lebens, egal ob beruflich oder privat, mobil ist und dabei versucht, so komfortabel und konzertiert wie möglich zu sein. Das ist die große Herausforderung und dahin wird sich das alles auch entwickeln.“

Ann-Marlene Henning, Autorin & Paarexpertin

Ann-Marlene Henning, Autorin & Paarexpertin

Disziplin und Mut für Beziehungen

Speakerin Nummer drei war Ann-Marlene Henning, Autorin und Paarexpertin. Sie hat sich mit den Auswirkungen von Trends, wie beispielsweise Tinder, auf Paare und Beziehungen auseinander gesetzt. Verlagert sich die Liebe in Zukunft ins Internet? Ihre Antwort ist ganz klar: Nein.

Das Internet bietet zwar zahlreiche Möglichkeiten, aber die Liebe findet weiterhin im echten Leben statt. Ihr Tipp an alle Paare und Beziehungen lautet: Einfach mal den Aus-Knopf auf der Fernbedienung drücken, das Smartphone bewusst zur Seite legen und auch mal Mut zum Durchhalten haben.

Weniger Autos

Den Abschluss im ICE 4 machte Prof. Dr. Stephan Rammler. Er ist Mobilitäts- und Zukunftsforscher. Sein Vortrag drehte sich vor allem um die unterschiedlichen Möglichkeiten der heutigen Mobilität, wie zum Beispiel bei der Anreise jedes Einzelnen zum Bahnhof.

Die einen reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, die andern mit dem Taxi oder zu Fuß. Als Fahrgast gibt es viele Möglichkeiten zum Bahnhof zu kommen. Laut Dr. Rammler wird sich das zukünftig noch weiter verbessern. Vor allem im Hinblick auf die Kraftfahrzeuge auf der Straße würde er sich ein Umdenken wünschen, denn laut ihm haben wir in Deutschland rund 46 Millionen verbrennungsmotorisierte Fahrzeuge, wovon die meisten 23 Stunden am Tag nicht genutzt werden.

Fazit

Es war ein sehr spannender und aufschlussreicher Tag mit interessanten Themen. Die Teilnehmer haben erfahren, dass sich die Mobilität wird immer weiter verändern wird und auch weiterhin großen Einfluss auf unser Leben haben wird. Sei es auf dem Weg zur Arbeit oder in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch das Thema Nachhaltigkeit ist weiterhin präsent. Auch für die Bahn ist das ein wichtiges Zukunftsthema.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema „Mobilität der Zukunft“? Schreiben Sie uns gerne Ihr Feedback in die Kommentare.